„Zukunft ist, was du draus machst“

Naomi gestaltet nicht nur ihre eigene Zukunft

„Hypermotiviert, ehrgeizig und schnell unterfordert“ – so beschreibt sich Naomi. Die 24-Jährige leitet gemeinsam mit einer Studienkollegin von der FOM ihr eigenes Tech-Start-up und schafft Lösungen für das Belegsystem der Zukunft. Für ihre eigene Zukunft wünscht sie sich vor allem eins: Immer neue Herausforderungen und Abwechslung. Wie Naomi zur Gründerin und Führungskraft wurde, hat sie uns im Interview erzählt:

Wenn man mit Naomi spricht, wird schnell klar: Sie ist keine gewöhnliche junge Frau. Mit ihren Mitte Zwanzig wirkt sie sehr selbstsicher, reflektiert - weiß genauestens um ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Trotz ihrer beachtlichen Erfolge, die sie vorzuweisen hat, ist sie kritisch – hinterfragt ihr eigenes Handeln und überlegt, was in Zukunft noch besser geht. „Ich bin tatsächlich eher Pessimistin“, gibt sie schmunzelnd zu. „Meine Geschäftspartnerin ist genau das Gegenteil – wir ergänzen uns gut.“ Ihre Geschäftspartnerin ist Naomis ehemalige Kommilitonin Katrin. Die beiden haben sich während ihres Business Administration-Studiums an der FOM kennengelernt und auf Anhieb blendend verstanden. Nicht nur die Freundschaft zwischen den beiden Studentinnen beginnt zu wachsen – auch ihre Geschäftsidee beginnt mehr und mehr Gestalt anzunehmen: Elektronische Kassenbelege.

Digital statt normal

„Ich habe nach dem Abi erstmal eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Katrin ist gelernte Finanzassistentin. Wir kommen also beide aus einem Umfeld, wo Belege immer eine große Rolle gespielt haben. Wir haben ein Problem erkannt, das wir lösen wollten.“ Geboren war die Idee zu „Bill.less“ – eine App für digitale Kassenbelege und die zwei jungen Frauen plötzlich Gründerinnen. Das alles passiert während Naomis Studium an der FOM (neben Business Administration studiert sie nach einem Jahr auch noch parallel Wirtschaftspsychologie) und ihrem Job in einer Unternehmensberatung. Was sich heute liest, wie die Erfolgsstory einer Überfliegerin, hat Naomi früher jedoch einiges abverlangt. „In der Schule musste ich ganz schön kämpfen, um gute Noten zu bekommen. Ich habe mir wirklich schwer damit getan. Vielleicht hat mich das motiviert, etwas mehr Gas zu geben als andere.“ Ihre einstige Schwäche hat Naomi gekonnt zur Stärke gemacht.

Learning by doing

Naomi wirkt sehr authentisch und gefestigt in ihrer Art. Sie spricht offen und ehrlich – auch über die nicht so schönen Seiten der Selbstständigkeit. Ob sie schon immer den Wunsch hatte zu gründen? „Nein, eigentlich nicht. Ich bin beruflich eher der Sicherheitstyp. Davor habe ich in der Unternehmensberatung gearbeitet und war dort auch ganz zufrieden. Ich habe es vor allem gemocht, regelmäßig mein festes Gehalt zu bekommen.“ Die Sicherheit und das feste Gehalt hat Naomi eingetauscht: Gegen Freiheit und persönliches Wachstum. Sie kann sich selbst sehr gut einschätzen – weiß genau, was sie braucht, um beruflich glücklich zu sein: „Ich bin sehr ehrgeizig und schnell unterfordert. Daher brauche ich einen Job, der abwechslungsreich ist und bei dem ich jeden Tag etwas Neues lerne.“ Die Tätigkeit als Gründerin bietet ihr genau das. Mittlerweile haben Naomi und Katrin Personalverantwortung für acht Mitarbeitende. Jeder neue Tag hält Dinge bereit, die die beiden vorher noch nie gemacht haben. Das ist manchmal anstrengend, aber auch spannend: „Ich mag die Dynamik! Jede Mail, jeder Anruf kann eine Veränderung bedeuten und uns einen großen Schritt weiterbringen. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade nicht nur viel für den Job, sondern auch fürs Leben lerne.“

Female Founder

Um Investorengelder zu sichern, pitchen sie ihre Geschäftsidee regelmäßig bei Start-up Events. Oft sind die beiden die einzigen Frauen auf den Veranstaltungen. „Die Gründerszene ist überwiegend männlich. Man muss definitiv härter arbeiten bei der Investorensuche.“ Und wie fühlt sich das an, mit Mitte 20 solche wichtigen Investorengespräche zu führen? „Gewöhnungsbedürftig, wobei man sich eigentlich nie wirklich daran gewöhnt!“, lacht Naomi. „Es ist eigentlich schlimmer als in der ‘Höhle der Löwen’. Man muss sich minutiös vorbereiten - sie wollen ALLES wissen. Es erfordert auf jeden Fall eine gewisse mentale Stärke, dem Druck standzuhalten, wenn alle Augen und Ohren auf dich gerichtet sind.“

Wer so viel Power hat, muss seine Batterien regelmäßig aufladen. Was macht Naomi, um zwischendurch mal abzuschalten? „Da bin ich leider richtig schlecht drin“, gibt sie zu. „Gut essen und schlafen sind zurzeit eigentlich am wichtigsten für mich, um Kraft zu tanken. Und ich schlafe meistens nur fünf Stunden“, lacht Naomi. „Aber Zeit für Kaffee und ein bisschen Sport am Morgen muss schon sein – und ich versuche auch wirklich, mich zu bessern und mir mehr Zeit für Freunde und Freizeit zu nehmen.“

Drei Fragen an Naomi

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde in jedem Fall wieder neben dem Job gründen – einfach aus finanziellen Gründen. Und ich würde jederzeit wieder zusammen mit Katrin gründen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Wenn ich neu starten könnte, würde ich wahrscheinlich erst mal einen Realschulabschluss machen, statt mich durchs Gymnasium zu quälen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Möglichkeit des Dualen Studiums: So konnte ich schon währendes der Ausbildung mit dem Studium beginnen – das hat viel Zeit gespart.

Die Kombination aus Praxis und Theorie: Ich bin ein „Hands-On“-Typ und lerne leichter, was ich gleich anwenden kann.

Die Flexibilität: Ich konnte mir die Studieninhalte selbst zusammenstellen.

Everything you do now is for your future!

Mit Sicherheit in eine erfolgreiche Zukunft

Sina über den Schritt in die Selbstverwirklichung

Nicht mal ein Jahr ist es her, dass Sina es gewagt hat. Dass sie über ihren Schatten gesprungen ist, ihre Zweifel zur Seite geschoben und ihre Vision in die Tat umgesetzt hat. Nicht mal ein Jahr ist es her, dass sie gemeinsam mit einem Arbeitskollegen gegründet hat – und so zur aktiven Gestalterin ihrer eigenen Zukunft wurde. Nun führt sie mit 26 Jahren ihr eigenes Start-Up – und könnte darüber nicht glücklicher sein. Woher Sina die Kraft genommen hat, diesen großen Schritt zu gehen, wieso sie selbst von sich überrascht ist und was sie für ihre Zukunft plant, das hat sie uns im Gespräch verraten.

Sinas Plan war es eigentlich nie, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. „Viel zu unsicher“, dachte sie sich. Stattdessen startet sie ihre berufliche Laufbahn mit einem dualen Studium bei einer Versicherung in Köln. Eine zukunftssichere Wahl, wie sie findet. Der Job interessiert Sina, sie lernt viel und trotzdem weiß sie, dass sie hier langfristig nicht bleiben will. „Ich habe ständig neuen Input gesucht und auch die Arbeit am Menschen hat mir gefehlt“, so Sina. Nach einem kurzen Auslandsaufenthalt entscheidet sie sich deshalb für etwas Neues. Sie beginnt berufsbegleitend den Master "Wirtschaftspsychologie" an der FOM zu studieren und arbeitet nebenbei als Marketing-Managerin. In ihrem neuen Job trifft sie auf ihren Kollegen und späteren Mitgründer. Gemeinsam entwickeln sie ein E-Learning-Angebot für Fahrerunterweisung und bemerken schon bald, dass sie hier auf eine Marktlücke gestoßen sind. Denn „während große Unternehmen keine Probleme haben, Lernmanagementsysteme für ihre Mitarbeitenden zu bezahlen, sind diese für kleine oder mittelgroße Unternehmen häufig zu teuer“, erklärt uns Sina. Die Idee für „VINYA“ ist geboren, eine digitale Plattform, die Schulungsmanagement und E-Learning-Kurse in einer Lösung vereint und die Vorteile komplexer Lernmanagementsysteme kleinen und mittleren Unternehmen zugänglich macht.

Zukunft wagen

Doch Sina hadert mit sich. Sie möchte später einmal eine Familie haben, das wird bestimmt total schwer. Und auch die Tatsache, dass sie keine andere Frau in ihrem Alter kennt, die schon selbstständig ist, hält sie zurück. Doch der Gedanke lässt sie nicht los. „Ich habe das Internet nach Erfolgsgeschichten von Gründerinnen, die auch Mütter sind durchstöbert und gesehen `hey, das scheint ja doch zu klappen´. Und das hat mich nochmal in meinem Vorhaben bestärkt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen“.

Einfach machen!

Schließlich wagen ihr Kollege und sie den Sprung ins kalte Wasser, bewerben sich kurzerhand auf ein Start-up-Stipendium und – sind erfolgreich. Im September 2020 wird Sina Mitgründerin eines Unternehmens, dass Mitarbeiterschulungen auf das nächste Level hebt: Digitale e-Learning-Systeme. Insbesondere Mittelständler, die häufig nicht die Mittel haben mit der erforderlichen Geschwindigkeit der Digitalisierung standzuhalten, sollen davon profitieren.

„Ich war schon sehr aufgeregt“, schmunzelt sie rückblickend. „habe mir aber immer versucht zu sagen `Eigentlich kann doch gar nichts schlimmes passieren´. Ich habe ja immer noch das Stipendium, das mich mit Lebenserhaltungskosten unterstützt, und außerdem eine tolle Ausbildung. Eine gute Zukunft ist mir sicher“.

Und so beginnt für Sina eine herausfordernde und spannende Zeit. Denn neben unzähligen Höhen ist es eben nicht immer einfach ein eigenes Unternehmen zu führen.

„Gründer:innen, die nie zweifeln, habe ich noch nicht kennengelernt“, gibt Sina zu. „Vor Weihnachten war eine Zeit, wo so viel los war, dass wir dachten `jetzt können wir nicht mehr´. Aber die Situation hat sich Stück für Stück normalisiert. Wir sind routinierter geworden und haben mit jedem bewältigtem Problem auch neue Erfahrung gesammelt“.

„Ich denke viel über meine Zukunft nach“

In diesen stressigen Zeiten ist Sina besonders froh, auf ihr Umfeld zählen zu können. „Dass meine Familie und Freunde mir zeigen, dass das cool ist, was ich da auf die Beine stelle, das gibt mir viel Kraft“, erzählt sie. Doch auch auf die eigene innere Stärke kommt es an. „Es hilft mir sehr, bewusst Pausen einzulegen. Dann meditiere ich oder reflektiere meine aktuelle Situation. Andernfalls bin ich oft in meinem Tunnel und realisiere gar nicht, was alles passiert ist. In Momenten der Ruhe gucke ich dann manchmal nach einer ganzen Weile zurück und denke mir `wow, ich habe ja schon viel gemacht´. Das gibt mir Energie, meinen Weg weiter zu beschreiten.“

 

Neben dem, was war, interessiert Sina jedoch vor allem, was noch sein wird. „Ich denke viel über die Zukunft nach und hole mich dann bewusst wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. `Schritt für Schritt, schau was passiert und wenn‘s nicht passiert, dann ist es auch nicht so schlimm´, sage ich mir immer. Generell möchten wir unser Angebot bei VINYA gerne um Microlearnings erweitern, um die Mitarbeitenden auch einzeln an die Hand zu nehmen. Also neben den Pflichtunterweisungen auch Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung anbieten. Mehr mit dem Menschen per se arbeiten“, erzählt sie uns begeistert. „Lernen und Entwicklung - das sind für mich Herzensthemen. Die Welt befindet sich in einem permanenten Wandel. Wenn man da selbst stillsteht, verpasst man nicht nur unheimlich viel, sondern auch den Anschluss.“

Drei Fragen an Sina

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Eigentlich alles.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich wäre gerne mutiger gewesen. Hätte mich gerne schon eher Dinge getraut. Vielleicht hätte ich dann schon früher das Gefühl gehabt, dass ich etwas mache, das mich begeistert und mir Kraft gibt.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die FOM Hochschule gibt es deutschlandweit: Das war mir sehr wichtig, da ich anfangs noch unschlüssig war, wo genau es mich hinzieht.

Die Studieninhalte: Dass der Master so flexibel war, dass ich für den Master in "Wirtschaftspsychologie" nicht zwingend auch den Bachelor in "Wirtschaftspsychologie" brauchte

Die Praxisnähe: Das wurde mir vorab schon von Freunden bestätigt, die auch bereits an der FOM studiert haben.

Female Leadership

FOM Professorin Dr. Anja Seng über Führung, Zukunft und Vielfalt

Prof. Dr. Anja Seng ist eine beeindruckende Frau. Sie ist nicht nur theoretisch Expertin auf dem Gebiet Female Leadership – in ihren zahlreichen Rollen und Funktionen ist die FOM Professorin für Personalmanagement selbst Führungskraft und weiß, wovon sie spricht. Als Rektoratsbeauftragte für Diversity Management setzt sie sich aktiv für den Umgang mit Vielfalt an der Hochschule ein. Sie weiß um den Nutzen von unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven.  Kein Wunder also, dass auch sie selbst vielseitig interessiert und engagiert ist. Am Institut für Public Management forscht Anja Seng zum Thema Führung in der öffentlichen Verwaltung, wo digitales und agiles Arbeiten zu den Schwerpunkten zählen. Neben ihrer Arbeit an der Hochschule in Lehre und Forschung ist sie beratend tätig, hält Vorträge und setzt sich in unterschiedlichen Organisationen für das Thema Gleichberechtigung und Stärkung der Frau ein. Als Mutter von zwei Söhnen und Führungskraft hat sie geschafft, was sich viele Frauen wünschen: sich in Karriere und Familie gleichermaßen zu verwirklichen. Wieso das leider immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, woran das liegt und was wir dagegen tun können, hat sie uns im Interview erzählt:

 

Was versteht man unter „Female Leadership“?

Unter Female Leadership verstehe ich eigentlich eher allgemein Frauen in Führungspositionen. Der Begriff ist auch nur deshalb relevant, weil Frauen in Führungspositionen aktuell noch selten sind. Deswegen das spezielle Wording, das wir hoffentlich nicht mehr allzu lange brauchen.

Mir selbst ist es dabei wichtig, ein Vorbild zu sein und selbst vorzuleben, wovon ich anderen erzähle. Ich möchte andere Frauen ermutigen und sagen „Hey, probier’s doch!“. Ich möchte andere Frauen auf ihrem Weg unterstützen, indem ich beispielweise versuche, jeden Tag eine 'gute Frau' zu empfehlen – sei es für einen Job oder in Form einer Buchempfehlung einer Autorin. Es ist mir wichtig, meine eigene Stimme zu erheben und meine Meinung offen zu vertreten.

Ich möchte andere Frauen ermutigen und sagen „Hey, probier’s doch!“

Inwieweit würde die Gesellschaft von mehr Frauen an der Spitze profitieren?

Ganz kurz gesagt: Der Talentpool wird so komplett ausgeschöpft. Aktuell wird nur die Hälfte der Bevölkerung für Führungspositionen in Erwägung gezogen. Obwohl Frauen die gleiche Schulbildung erhalten, in den Vorlesungssälen gemeinsam mit männlichen Kommilitonen sitzen und ihren Abschluss machen, tauchen sie später nicht mehr in den relevanten Positionen auf. Das ist schlichtweg volkswirtschaftliche Verschwendung. Es wird für eine Ausbildung bezahlt, die aktuell nicht wirklich genutzt wird, weil die Frauen heutzutage häufig noch mit den Kindern zuhause bleiben. Außerdem ist es schon allein aus moralischer und ethischer Perspektive geboten, gleiche Chancen für alle anzubieten. Es gibt auch immer mal wieder Studien, die versuchen zu belegen, dass Unternehmen mit Frauen an der Spitze wirtschaftlich erfolgreicher sind. Solche Studien sind aus wissenschaftlicher Sicht – leider - mit Vorsicht zu genießen, da es keine Kontrollgruppe gibt, sprich die Vergleichbarkeit der Bedingungen nicht wirklich gegeben ist. Das Argument ungenutzter Ressourcen jedoch ist wasserdicht.

 

Was ist mit der Annahme, Frauen führen „menschlicher“?

Auch das finde ich schwierig, denn es wird das Stereotyp „Frauen sind irgendwie netter“ impliziert. Als Argument ist das wenig tragfähig. Was man jedoch tatsächlich sagen kann, ist – vor dem Hintergrund einer aktuellen qualitativen Studie des DIW - dass in gemischten Gremien, also Aufsichtsräten, in denen sowohl Frauen als auch Männer vertreten sind, sich die Arbeitsatmosphäre und Arbeitsergebnisse positiv verändern. Das liegt nicht etwa daran, dass Frauen so wunderbar sind – denn auch ein Team nur aus Frauen trifft auf eine ähnliche Problematik wie ein Team, das ausschließlich aus Männern besteht. Die Mischung macht den Unterschied.

 

Mit welchen Hürden haben Frauen immer noch zu kämpfen?

Frauen sind im Studium zum Teil sogar überproportional vertreten – tauchen später in den Führungsetagen jedoch kaum noch auf. Das liegt vor allem an den bestehenden Strukturen – gesellschaftlich, politisch, individuell und auch betrieblich. Iris Bohnet beschreibt es in ihrem Buch „What works“ sehr gut, indem sie sagt: „Nicht die Frauen müssen sich ändern, sondern die Spielregeln.“ Die Rahmenbedingungen legen ihnen viele Steine in den Weg – das beginnt schon bei der Personalauswahl. Hier fehlt es oftmals an validen Auswahlverfahren, die die tatsächliche Eignung der Person für den Job prüfen. Auch die aktuelle Feedback-Kultur hat maßgeblichen Einfluss auf die Chancengleichheit. Man hat herausgefunden, dass Männer Männern anders Feedback erteilen als Frauen, nämlich viel häufiger und direkter. Das hat zur Folge, dass es für Frauen schwieriger ist, die aktuelle Position – und damit auch ihre Verhandlungsposition – zu bestimmen. Der Zugang zu Informationen und Netzwerken spielt ebenfalls eine große Rolle. So werden offene Positionen oft schon informell kommuniziert, so dass dann bei der offiziellen Besetzung ein Vorsprung entsteht. Auch das Thema Familienplanung ist natürlich relevant. Fragen Sie sich einmal, wer in Deutschland Kinder bekommt. Statistisch gesehen sind es 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen – die Eltern eben. „Die Torte der Wahrheit“ vom 12. Februar dieses Jahres (das ist ein Tortendiagramm mit alltäglichen Fakten, das Autorin und Kabarettistin Katja Berlin regelmäßig auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht) zeigt etwas anderes: Demnach bekommen nach Einschätzung von Unternehmen 80 – 90 Prozent der Frauen Kinder, aber nur 10 Prozent der Männer. Die Erwerbstätigkeit ist bei Frauen zwar insgesamt deutlich gestiegen – allerdings bei gleichbleibendem Anteil an der sogenannten Care-Arbeit. Wir sehen also: Es sind vielfältige Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen.

Und hier möchte ich noch die Gelegenheit nutzen, mit zwei typischen Annahmen „aufzuräumen“: Zum einen mit der Unterstellung, „es gäbe sie nicht“. Die Pipeline an qualifizierten Frauen ist bestens gefüllt. Auch die Vermutung, dass Frauen keine Lust auf Führungspositionen hätten, hat sich als unhaltbar erwiesen. Es gibt Studien, die zeigen, dass Männer und Frauen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn gleichermaßen Karriere machen möchten. Bei Frauen bricht diese Zahl jedoch nach drei bis vier Jahren ein, was maßgeblich auf die oben genannten Strukturen zurückzuführen ist.

 

Was ist ein konkretes Beispiel, um mehr Chancengerechtigkeit in den Strukturen zu schaffen?

Unbewusste Vorurteile zu haben, ist menschlich – dagegen können wir nicht viel tun. Wichtig ist es daher, sich das bewusst zu machen und Strukturen und Prozesse zu schaffen, die eine objektivere Beurteilung ermöglichen. Strukturierte Interviews mit klaren Anforderungsprofile sind zum Beispiel ein Instrument. Dafür müssen die Interviewenden im Vorhinein geschult werden und für unbewusste Stereotypen sensibilisiert werden. Auch das Mehraugenprinzip bei der Auswahl durch eine gemischte Jury wäre einfach umzusetzen und sorgt dafür, dass wir die Vielfalt unserer Gesellschaft besser nutzen können - und das gilt nicht nur für Frauen.

„Glaube an dich und trau dir etwas zu!“

Wieso liegt Ihnen das Thema Female Leadership so am Herzen?

Ich habe lange Zeit selbst gedacht, dass ich alles erreichen kann und eine gewisse Zeit lang war das auch so. Irgendwann bin ich im Rahmen meiner Schwangerschaft dann selbst an Grenzen gestoßen, die ich zwar bemerkt habe, in denen ich jedoch noch keinen systematischen Zusammenhang gesehen habe. Später ergab sich die Möglichkeit, in einem Forschungsprojekt zum Thema Genderforschung tätig zu sein. Es ging um die Rolle der Frau in der chemischen Forschung und Entwicklung. Ich habe erst mal mit den Augen gerollt und dachte mir „Das ist doch alles Quatsch. Frauen müssen sich eben nur richtig anstrengen – das werden wir jetzt belegen.“ Drei Jahre lang habe ich mich empirisch mit dem Thema auseinandergesetzt, um festzustellen, dass es das, was andere bereits vorher herausgefunden haben, wirklich gibt. Dass der Weg für Frauen eben nicht so einfach ist. Wir denken, wir leben in einem fortschrittlichen Land: Die Hälfte der Einwohner sind Frauen und wir haben alle die gleichen Chancen - dem ist aber nicht so. Als ich das begriffen habe, wusste ich, dass sich hier etwas ändern muss und ich dazu beitragen möchte.

 

Wie wichtig ist Ihnen insbesondere Ihre Rolle als Mentorin?

Mentoring ist etwas, das ich sehr gerne mache. Nicht nur in meiner Funktion bei der Initiative Women into Leadership (IWiL), sondern auch bei anderen Gelegenheiten, die sich mir bieten. Sei es meine Praktikantinnen in der Beratung oder die Babysitterinnen unserer Jungs, die mittlerweile Mitte 20 sind und tolle Karrieren machen- ich unterstütze gerne mit Ratschlägen und habe auch schon einigen Frauen den Weg in den Job geebnet. Ich selbst hatte zwar keine Mentorin im klassischen Sinne, habe mir aber in den verschiedenen Phasen meines Lebens auch unterschiedliche Vorbilder gesucht und mir dort Impulse geholt.

 

Was würden Sie ihrem 20-Jährigen Ich raten oder was möchten Sie jungen Frauen auf den Weg geben?

Ich würde immer sagen: „Glaub an dich und trau dir etwas zu! Überleg dir, worauf du Lust hast, such‘ dir Leute, die sowas schon mal gemacht haben und sprich mit denen!“ Auch aktiv Feedback einfordern und Einschätzungen zur eigenen Person von anderen einholen ist hilfreich. Generell ist es wichtig, sich gut zu informieren. Bei allen Entscheidungen im Leben gilt:  Es gibt immer zwei Seiten - alles hat was Gutes und auch was weniger Gutes gleichermaßen. Deswegen gilt es abzuwägen.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist: Augen auf bei der Partnerwahl! Wenn erst bei der Kinderplanung auffällt, dass der Mann, den ich vor drei Jahren geheiratet habe, das patriarchalische Modell verfolgt, ist das schlecht. Und auch wenn das Thema mit 30 Jahren noch weit weg zu sein scheint: Altersvorsorge ist wichtig. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass mittlerweile die Hälfte aller Ehen in Deutschland nicht mehr richtig funktionieren. Wenn ich dann die letzten zehn Jahre zuhause war – was mache ich dann? Auch aus der mütterlichen Perspektive: Wenn die Kinder nach 18 Jahren das Haus verlassen – bin ich weiterhin zufrieden mit meinem Leben, wie es gelaufen ist? Und abschließend möchte ich unbedingt noch sagen, dass natürlich nicht alle Frauen Karriere machen sollen oder müssen, darum geht es nicht. Es sollte jedoch die Freiheit herrschen, dass denen, die es wollen, keine Steine in den Weg gelegt werden.

 

Du möchtest deine Perspektiven ausloten und Karriere als Führungskraft machen? Mit einem berufsbegleitenden Master-Studium an der FOM Hochschule sicherst du dir deine Chancen!

 

 

Alles, was wir tun, wird ein Teil von uns!

Let’s talk future

So gestaltest du erfolgreich deine Zukunft

Ob der Besuch einer Wahrsagerin, die Vertiefung in Science-Fiction-Romane oder das Vergraben einer Zeitkapsel - die Zukunft hat uns Menschen schon immer brennend interessiert. Und während wir uns träumend in utopische und dystopische Zukunftsszenarien hineindenken, bleiben uns vor allem…Fragen. Wie wird die Welt in 50 Jahren aussehen? Werden Autos fliegen können? Werden die Pole vollständig geschmolzen sein? Und vor allem: Was ist mit mir? Was wird mein Leben aussehen? Was werde ich erreicht haben? Und werde ich glücklich sein? Die ersten Fragen sind zugegebenermaßen ziemlich schwer zu beantworten und nur bedingt durch dich beeinflussbar. Alles, was dich betrifft, sieht da schon anders aus. Hier kannst du aktiv werden, Dinge in die Hand nehmen und selbst gestalten! Schließlich geht es um DEINE Zukunft, um DEINE Vision und deshalb auch um DEINE Möglichkeit diese erfolgreich und zu formen. Du bist motiviert und willst loslegen? Perfekt! Hier sind 5 Tipps wie du erfolgreich deine Zukunft gestaltest.

The best way to predict your future is to create it.

Abraham Lincoln

1. Brainstorming

Deine Zukunft kannst du nur dann in die Hand nehmen, wenn du weißt, wie sie aussehen soll. Nimm dir daher ausreichend Zeit für ein umfassendes Brainstorming und werde dir über deine Ziele klar. Darüber nachzudenken, was du dir kurz-, mittel- oder langfristig wünschst, wird dir helfen, Klarheit über Sehnsüchte und mögliche Maßnahmen zu erlangen. Mach es dir also mit deinem liebsten Heißgetränk gemütlich, habe Block und Stift parat, zünde eine Kerze an, schließe die Augen, atme tief durch und frage dich:

Wie sollte dein Leben idealerweise in 12 Monaten aussehen? Wie in 5 Jahren? Wie in 10?

Auch das Schreiben deiner eigenen Biografie kann dir dabei helfen, herauszufinden wo du herkommst und wo du hinwillst. Schreibe alles auf und lese dir deine Biografie anschließend noch einmal durch. Ist das das Leben, das du leben willst? Ja? Perfekt! Dann auf zum nächsten Schritt.

2. Analyse

Weißt du einmal wie deine Zukunft aussehen soll, ist es an der Zeit, dich zu fragen, ob das Bild, das du mental von ihr gezeichnet hast, realistisch ist. Kannst du die Sachen, die du anstrebst, wirklich erreichen und umsetzen? Denn andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung groß und die Bemühungen das Ziel zu erreichen umsonst. Sind deine Ziele jedoch im Rahmen des Möglichen, solltest du überlegen, welche Schritte du in die Wege leiten musst, um aus deiner Vision Realität werden zu lassen. Du möchtest in einem Jahr fit wie ein Turnschuh sein? Dann solltest du anfangen, mehr Sport zu treiben! Du möchtest in 5 Jahren in einem anderen Land leben? Dann solltest du anfangen, die Sprache zu lernen! Du möchtest in 10 Jahren in einer Führungsposition arbeiten? Dann wird ein wichtiger Schritt der Studienabschluss sein.

Du bist bereits im Beruf und fragst dich, wie das gehen soll? Es gibt immer Möglichkeiten und Wege. An der FOM kannst du beispielweise berufsbegleitend studieren und deinen akademischen Abschluss machen, ohne auf dein Einkommen zu verzichten.

3. Planung

Time to plan! Jetzt wo du weißt, was es braucht, um deine Träume wahrwerden zu lassen, ist es höchste Zeit, an die aktive Planung zu gehen. Andernfalls läufst du noch Gefahr, vor dich hinzudümpeln. Dabei gilt wie so oft im Leben – Wissen ist Macht! Informiere dich über Angebote und Möglichkeiten, sammle so viele Ideen, wie du kannst, und suche dir Vorbilder, die bereits einen ähnlichen Weg beschritten haben. Du hast das Gefühl, einen guten Überblick über die Thematik zu haben? Dann bringe deine Ideen in eine sinnvolle Struktur und mache einen Jahresplan. Damit dir die ganze Planerei nicht zu Kopf steigt, solltest du dich pro Jahr am besten auf ein Hauptziel fokussieren. Also im ersten Jahr zum Beispiel auf deinen Karriereaufstieg, im zweiten auf deine Gesundheit, im dritten auf dein Liebesleben usw. So kannst du sicherstellen, dass du weißt, welche Aufgabe du gerade priorisieren solltest, wenn die Zeit nur für eine Sache reicht.

Ran an den Speck!

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Jetzt, wo du einen Plan hast, ist es Zeit in Aktion zu treten und die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Will meinen: melde dich zu einem berufsbegleitenden Studium an, führe das unangenehme Gespräch mit deinem Chef, beginne mit deinem Fitnessplan, kaufe dein erstes Kochbuch, lade dir eine Dating-App runter. Gehe den ersten Schritt auf deinem Weg und warte nicht länger! Deine Zukunft beginnt JETZT!

Aber...

Auch wenn das Festhalten an Plänen wichtig ist, um die eigene Vision nicht aus den Augen zu verlieren und ihr kontinuierlich näher zu kommen: Hinterfrage deine Ziele und Vorgehensweisen regelmäßig! Die Welt dreht sich stetig weiter und wir verändern uns mit ihr. Vielleicht sind deine Wünsche von vor zwei Jahren nicht mehr dieselben wie deine jetzigen. Vielleicht gibt es inzwischen auch andere Verfahren und neue Chancen, die dich deinem Ziel näherbringen können und die es heute so noch gar nicht gibt. Versteife dich nicht zu stark auf deine Pläne und traue dich, sie zu adaptieren oder loszulassen, um neuen Methoden und Zukunfts-Visionen eine Chance zu geben, die mittlerweile besser zu dir passen. Einiges im Leben können wir planen – anderes passiert. Gehe aktiv an, was du beeinflussen kannst, aber bewahre dir dabei genügend Flexibilität, um auf dem Weg auch mal wieder umzuplanen. Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein.

New Work

Individualität und Kreativität im Arbeitsmarkt der Zukunft

Die Arbeitswelt verändert sich unaufhörlich, besonders im Zeitalter der Digitalisierung. Flache Hierarchiestrukturen, agile Arbeitsmethoden und die Möglichkeit ortsunabhängig flexibel arbeiten zu können, sind Vorboten der sogenannten „New Work“. Wie begegnest du diesen Veränderungen der Arbeitswelt? Wir verraten Dir, was es mit dem Konzept auf sich hat und wie du davon profitieren kannst!

The only way to do great work is to love what you do.

Steve Jobs

Moderner Coworking Space

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob dein Job dich wirklich erfüllt oder warum du täglich zur Arbeit gehst? Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen sowie das Ausüben einer spannenden Tätigkeit sorgen laut einer Studie von Statista aus dem Jahr 2015 für die höchste berufliche Motivation. Und wer motiviert ist, der erzielt auch bessere Resultate. Die Tatsache, dass das Ausüben einer sinnstiftenden Tätigkeit die eigene Leistung und somit schlussendlich die Wirtschaft fördert, ist eine Grundannahme im Konzept „New Work“.

Dieses Konzept wurde in den 1970er Jahren vom Sozialphilosophen Frithjof Bergmann begründet, der eine Theorie zur neuen Arbeit aufstellte. Im Kern geht es darum, dass der Mensch Arbeit als Mittel verwendet, um sich selbst verwirklichen zu können. Werte wie Freiheit und Selbstständigkeit sind dabei von höchster Bedeutung. Die Idee der neuen Arbeit ist zwar also nicht neu, in der Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft aber äußerst relevant.

Mensch oder Maschine?

Fachwissen ist in der modernen Arbeitswelt schnell überholt, vielmehr wird die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, vorausgesetzt. Laut einer Befragung des Graduate Management Admission Council sind bei der Einstellung von Absolventen gerade Punkte wie individuelle Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit oder analytisches Know-how von besonderer Bedeutung. Fachspezifische Zertifizierungen erhalten dabei eine eher untergeordnete Rolle – was sich mit den Annahmen des New Work-Konzepts zur Bedeutung der Individualität deckt.

Man setzt also auf kleine Teams und Arbeitsweisen, die es ermöglichen, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Beim Design Thinking werden beispielsweise Ideen vom Reißbrett bis zur Umsetzung von interdisziplinären Teams verwirklicht. Hier kommen bewusst verschiedenste Kompetenzen zusammen. Die Projektorganisation kann dabei durch agile Methoden wie Scrum erfolgen. Dadurch wird unproduktives Multitasking verhindert und der Fokus auf die erfolgreiche Umsetzung bestimmter Projekte gelegt. Betrachtet man eine Organisation als Ganzes, so kann sich agiles Arbeiten beispielsweise in einer Führung ohne jegliche Hierarchien widerspiegeln – der Holokratie.

Während am Ende des 19. Jahrhunderts noch über 20.000 Arbeiter im Hamburger Hafen für das Verladen von Gütern zuständig waren, waren es rund 100 Jahre nicht einmal mehr die Hälfte. Mittlerweile wird die Arbeit fast ausschließlich von Maschinen verrichtet und die Kinder und Enkel der Dockarbeiter üben Tätigkeiten aus, die es zur Zeit ihrer Großeltern noch gar nicht gab.

In der Wissensarbeit werden in Zukunft ebenfalls viele Routinetätigkeiten von Künstlicher Intelligenz übernommen, auch das ist Teil von New Work. So verschiebt sich der Arbeitsmarkt in Richtung Kreativität und Spezialisierung. In den Fokus rücken die Einzigartigkeit einer Person, ihre individuellen Erfahrungen und damit die Diversität von Teams, was letztlich alternative Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen begünstigt.

Scrum, Design Thinking und Holocracy

Fachwissen ist in der modernen Arbeitswelt schnell überholt, vielmehr wird die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, vorausgesetzt. Laut einer Befragung des Graduate Management Admission Council sind bei der Einstellung von Absolventen gerade Punkte wie individuelle Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit oder analytisches Know-how von besonderer Bedeutung. Fachspezifische Zertifizierungen erhalten dabei eine eher untergeordnete Rolle – was sich mit den Annahmen des New Work-Konzepts zur Bedeutung der Individualität deckt.

Man setzt also auf kleine Teams und Arbeitsweisen, die es ermöglichen, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Beim Design Thinking werden beispielsweise Ideen vom Reißbrett bis zur Umsetzung von interdisziplinären Teams verwirklicht. Hier kommen bewusst verschiedenste Kompetenzen zusammen. Die Projektorganisation kann dabei durch agile Methoden wie Scrum erfolgen. Dadurch wird unproduktives Multitasking verhindert und der Fokus auf die erfolgreiche Umsetzung bestimmter Projekte gelegt. Betrachtet man eine Organisation als Ganzes, so kann sich agiles Arbeiten beispielsweise in einer Führung ohne jegliche Hierarchien widerspiegeln – der Holokratie.

Von der Organisation zum Einzelnen

Derartige Arbeitsweisen passen natürlich nicht in jede Art von Organisation. Hier gilt es für Führungskräfte herauszufinden, wie ihre Teams ticken und wie das Beste aus ihnen herauszuholen ist. Dasselbe gilt auch für die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle. Einige  skandinavische Unternehmen gehen als Beispiel voran und führten eine 4-Tage-Woche oder einen 6-Stunden-Tag ein. Das überraschende Ergebnis: In vielen Fällen stiegen Umsatz und Produktivität und die Krankmeldungen gingen zurück.

Auch flexible Arbeitszeitmodelle wie Vertrauensarbeitszeit und Home Office sind Teil des New Work-Konzepts. Diese gehen in eine ähnliche Richtung wie die generelle Verkürzung der Arbeitszeit, lassen dem Arbeitnehmer jedoch mehr Freiheiten, seine Zeit selbst zu gestalten. Das führt zur Verschmelzung von Arbeits- und Freizeit und erfordert eine recht hohe Disziplin, kann jedoch die Zufriedenheit erheblich steigern. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zur Work-Life-Balance.

Nomaden in der modernen Arbeitswelt

Dieses sogenannte Work-Life-Blending ermöglicht auch den Lifestyle digitaler Nomaden: Freelancer, die für ihren Beruf lediglich einen Laptop und eine schnelle Internetverbindung benötigen. Dazu gehören beispielsweise Informatiker, Designer oder Texter – allesamt Berufe, die ein gewisses Maß an Kreativität in der Lösung von Problemen erfordern. Die Weltenbummler können sich ihre Zeit komplett selbst einteilen und treffen in Coworking-Spaces auf der ganzen Welt auf Gleichgesinnte – egal ob in New York oder Singapur. Von einem Strand in Bali aus zu arbeiten, klingt erstmal wie ein Traum, oder? Doch zu diesem Lebensstil gehört auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin, zudem verzichtet man auf ein beständiges soziales Umfeld.

Wie sieht die Zukunft aus?

Natürlich ist dieser Lebensstil neben dem Aspekt der Selbstverwirklichung auch mit Unsicherheit verbunden. Aber genau hier sind wir wieder beim Grundgedanken der New Work: Die Individualität und Vorliebe des Einzelnen steht im Vordergrund. Auch wenn das der klassische 9-to-5-Job in einem Großraumbüro sein sollte. Denn das wichtigste ist, dass dich die Arbeit, der du tagtäglich eine Menge Zeit widmest, erfüllt und glücklich macht.

Wer also stets einen offenen Blick behält und bereit ist, sich beständig weiterzubilden, wird auch in Zukunft rosige Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben. Der Autor und Unternehmensberater Simon Sinek sagte einmal: „People don’t buy what you do, they buy why you do it”. Das gilt für Organisationen genau wie für Einzelpersonen. Vielleicht stellst du dir also an dieser Stelle noch einmal die Frage, warum du zur Arbeit gehen möchtest. Fehlen dir für deinen Traumjob noch bestimmte Skills? An der FOM kannst du dich auch berufsbegleitend weiterbilden und bist perfekt gerüstet für die Arbeitswelt der Zukunft.

WARUM ÜBERHAUPT STUDIEREN?

Ein Studium kann dir dabei helfen, deine Karriere aufs nächste Level zu heben. Rund 85 % aller Führungskräfte in der Wirtschaft verfügen über einen akademischen Abschluss – Tendenz steigend.

Umgangssprachlich bezeichnet man ein abgeschlossenes Studium auch gern als „beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit“. Die Arbeitslosenquote bei Hochschulabsolventen lag 2017 bei lediglich 2,6 % und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund sechs Prozent.

Warum sollte man studieren?

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Vom Laufsteg in den Hörsaal

Erst Topmodel, dann Bachelor-Studentin – Sayana Ranjan lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. 2019 erreichte sie als erste Tamilin den zweiten Platz beim Finale von Germany's Next Topmodel. Ein Jahr später begann sie ihr Bachelor-Studium an der FOM in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Eine junge Frau, die weiß was sie will und nicht vorhat, auf einen ihrer zahlreichen Träume zu verzichten.

Ich bin zielstrebig und ehrgeizig; auch in meinen jungen Jahren habe ich meine Ziele immer sehr hoch gesetzt.

Wenn es eine Sache gibt, von der Sayana Ranjan keine Ahnung hat, dann ist es aufgeben. Als sie sich nach ihrem Abitur bei Germany’s Next Topmodel bewarb, tat sie das mit einer klaren Mission: „Mein Ziel war immer, bis zum Finale zu kommen und natürlich dann auch Germany’s Next Topmodel 2019 zu werden.“ Nun hat das leider nicht ganz gereicht. Am Ende machte Simone Kowalski das Rennen auf dem Laufsteg. Aber sieht sie sich als Verliererin? Kein bisschen. „Das Ding ist: Ich habe jede Sekunde mitbekommen. Bis zuletzt habe ich alles miterlebt. Es ist schade, dass es nicht ganz gereicht hat, aber es hat mich nicht fertiggemacht.“ Dafür hätte es auch keinen Grund gegeben – nach der Staffel war sie nicht nur als Gewinnerin der Herzen bekannt, sondern konnte durch die mediale Aufmerksamkeit einen Fuß in die Modelbusiness-Tür setzen. Sayana wird regelmäßig für Auftritte gebucht: Mit gerade mal Anfang 20 hat sie es geschafft, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Meine Energiesäule ist meine Mutter. Sie ist die Person, die mich runterbringt, egal wie ich gerade drauf bin.

Als Tochter einer Sri-Lankerin und eines Inders wurde Sayana in die tamilische Community geboren. Das Volk der Tamilen ist größtenteils in diesen zwei Ländern ansässig und lebt ortsunabhängig seine eigenen Traditionen aus. Mit dem Weg, den sie einschlug, stellt sie für viele junge Tamilinnen ein Vorbild dar. Ihre Religion, den Hinduismus, würde sie niemals für ihren Beruf zurückstellen – aber das muss sie auch nicht. Dennoch gibt es viele kulturelle Erwartungen, mit denen Frauen dieser Kultur immer wieder zu kämpfen haben. So strebte sie nicht ganz ohne Bedenken ihren Traumberuf an, aber sie wurde dabei immer von ihren Eltern unterstützt. Sie sind die größten Befürworter für ihren Weg in die Modelbranche. Heute muss sie lachen, wenn sie sich daran erinnert, wie ihr Vater sie schon damals motivierte: „Er war derjenige, der meinte: 'Melde dich bei Germany’s Next Topmodel an.' Aber da war ich erst 14!“ Weil sie ihre Bildung immer ernst genommen hat, ließ ihre Teilnahme noch ein bisschen auf sich warten. Dennoch merkt man, dass der Ehrgeiz, für ihre Träume zu kämpfen, ihr in die Wiege gelegt worden ist. Vor allem ihre Mutter hat sie inspiriert: „Meine Mutter hat damals auch gemodelt. Sie war die Erste in ihrer Stadt, die eine Jeanshose getragen hat.“ Heute zählen zu ihren Vorbildern neben ihrer Mutter und Heidi Klum auch die indischen Schauspielerinnen Priyanka Chopra und Deepika Padukone, die international bekannt sind.

Mit Lehrbuch unterm Arm zum Shooting

Bei all der Arbeit, die sie in das Modelbusiness gesteckt hat, mag sich der ein oder andere fragen, warum Studieren überhaupt noch auf Sayanas To-Do-Liste steht. Dazu sollte man wissen, dass sie ihr damaliges Studium für die Castingshow unterbrochen hatte. Ihr war aber immer klar, dass Weiterbildung und Job sich niemals ausschließen sollten. Eine Ansicht, die sie mit der FOM teilt. Über ihren Freundeskreis hörte sie von dem berufsbegleitenden Studienangebot und den Strukturen der Hochschule und war nach ein wenig Recherchearbeit überzeugt. 2020 begann sie ihr Bachelor-Studium in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Die Entscheidung ließ nicht wenige in ihrem Umfeld stauen: „Viele waren tatsächlich sehr überrascht und meinten: 'Wie schaffst du das alles?' Aber irgendwann haben sie es akzeptiert.“ Und auch wenn sie trotz ihres Jobs viel unterwegs ist, hat sie felsenfest vor, das Studium durchzuziehen. Auch, wenn wegen der Corona-Pandemie aktuell alle Vorlesungen nur online stattfinden, geht das Studium doch ohne Probleme weiter. Sayana berichtet begeistert von der schnellen Reaktion der Hochschule auf die neuen Umstände: „Die FOM hat wirklich rasch reagiert und auf ein digitales Studium umgestellt. Als andere Hochschulen noch im Umstellungsprozess waren, hatte ich schon meine erste Klausurenphase durch.“

 

Sayana ist nicht zu bremsen. Bei den Anforderungen, die ein Studium mit sich bringt und den Erwartungen, denen sie in ihrem Beruf gerecht werden muss, holt sie sich ihren Ausgleich über ihre Religion und durch Sport. Sie ist ein Beispiel dafür, dass jeder, der bereit ist hart zu arbeiten, seine Träume verwirklichen kann. Nach dem Studium will sie erst recht durchstarten. In zehn Jahren sieht sich die Grevenbroicherin mit Kindern auf dem Schoß ihr eigenes Unternehmen führen. Sie denkt nicht daran, dafür ihr Leben vor der Kamera zu opfern: „Ich glaube, ich würde nebenbei trotzdem modeln. Das könnte ich mir schon vorstellen, weil das Modeln einfach meine Leidenschaft ist.“ Und auch wenn noch nicht genau feststeht, wo sie ihr Leben noch hinführt, ist eines sicher: Mit dem Studienabschluss an der FOM, stehen ihr viele Türen offen!