Vom Quereinsteiger zum Firmenchef

Ole findet seine Erfüllung in der Pflege

Ole Knoblich in seinem Büro

Ole ist Steuerfachgehilfe und arbeitet bei einem Steuerberater. Trotz seines soliden, sicheren Jobs bleibt er weiterhin auf der Suche – danach, was er im Leben eigentlich wirklich machen will. Er ist Ende Zwanzig, als seine Mutter, eine gelernte Pflegefachkraft, mit der Idee auf ihn zukommt, gemeinsam einen Pflegedienst aufzubauen. Privat befindet sich Ole da bereits in einer Umbruchsphase – wieso also nicht gleich einmal das komplette Leben umkrempeln? Er ergreift die Gelegenheit und lässt sich auf das Experiment ein. Einen Schritt, den er nicht bereuen soll: Heute leitet der 46-Jährige erfolgreich einen ambulanten Pflegedienst in Hamburg mit rund 30 Mitarbeitern und hat sowohl privat als auch beruflich sein Glück gefunden.

 

Dass es im Leben oft anders kommt, als man denkt – das weiß Ole nur zu gut. Der Hamburger ist 28 als seine Mutter ihm den Vorschlag unterbreitet, gemeinsam einen ambulanten Pflegedienst zu gründen. Von der Pflege hat Ole bis dato keinerlei Ahnung – er arbeitet bei einem Steuerberater und beschäftigt sich täglich mit Zahlen, statt mit Menschen. Wie soll das also funktionieren? Ole denkt gar nicht groß darüber nach – er macht einfach mal. „Im Nachhinein kann man schon sagen, dass ich das Ganze etwas blauäugig angegangen bin. Das war aber auch gut so! Manchmal ist es besser, die Dinge nicht zu zerdenken und bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Das hält einen sonst nur davon ab, etwas Neues zu tun, was gut werden könnte.“ Die gesunde Naivität, die Ole zu diesem Zeitpunkt an den Tag legt, hat nicht zuletzt auch mit seiner aktuellen Lebenssituation zu tun. „Ich befand mich zu diesem Moment in einer echten Findungsphase. Ich hatte gerade eine Trennung hinter mir und auch beruflich war ich nicht wirklich zufrieden. Ich habe mich oft gefragt, ob es wirklich das ist, was ich die nächsten Jahre oder Jahrzehnte machen will“, erinnert er sich. Ole entscheidet sich für den Cut in seinem Leben – und einen bewussten Quereinstieg.

„Mein Bauchgefühl hat gesagt: ‚Das passt zu dir‘.“

„Der Anfang war natürlich schwer“, so Ole. „Es gibt unzählige administrative Dinge, die es zu beachten gibt und auch finanziell geht man erst mal Risiken ein. Klar, macht das einem auch Angst.“ Während Ole sich erstmal um das Kaufmännische kümmert, ist seine Mutter die fachliche Kompetenz im Pflegebereich.  Auch wenn seine Aufgaben zunächst, wie auch bei seinem vorherigen Job, eher in der Verwaltung liegen, erlebt Ole seine Arbeit gleich sehr viel bedeutsamer: „Ich war schon immer sehr sozial eingestellt und konnte gut mit Menschen. Wenn man jahrelang Mannschaftssport betreibt, bekommt man automatisch auch einen Blick für den Nächsten. Das Wohl des Anderen liegt mir am Herzen – sonst könnte man so einen Job auch nicht machen.“ Die Arbeit im Pflegebereich hätte er sich dennoch höchstwahrscheinlich nicht ohne Einfluss von außen ausgesucht. „Es war wirklich mein Bauchgefühl. Manchmal weiß das Unterbewusstsein am besten, was gut für einen ist.“

 

Ole hat seine Entscheidung nie bereut. Der Umgang sowohl mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als auch mit seinen Patientinnen und Patienten geben ihm viel Energie und Freude. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht auch mal schwierige Situationen zu meistern gibt. Nach fast 20 Jahren Erfahrung im Beruf weiß Ole um die besonderen Herausforderungen in der Pflege und hat seinen Führungsstil entsprechend angepasst. Eine gute Unternehmenskultur, offene Kommunikation und viel Wertschätzung für seine Angestellten sind dem 46-Jährigen sehr wichtig. Zum Thema Herausforderungen im Leben hat er mittlerweile eine eigene Sichtweise entwickelt: „Es gibt immer Ups and Downs, aber es ist wichtig am Ball zu bleiben. Das gilt im Job, als auch im Privaten.“

„Ich würde jederzeit wieder einen Quereinstieg wagen“

 

Stillstand ist auch noch heute ein Fremdwort für den Firmenchef. Ole ist endlich zufrieden mit seiner Arbeit und seinem Tätigkeitsfeld, aber: Da geht noch was! Er beschließt neben seiner Verantwortung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter „Gesundheits- und Sozialmanagement“ an der FOM zu studieren. „Ich habe mich aus zwei Gründen dafür entschieden: Zum einen wollte ich einfach noch mehr Fachkompetenz im Gesundheitsbereich erlangen. Zum anderen wollte ich auch einfach mal wieder etwas FÜR MICH tun.“ Bewusste Herausforderung als Wellness-Programm? An seiner Karriere würde ein zusätzlicher akademischen Titel schließlich nichts mehr ändern. Was genau steckt also hinter Oles Motivation? „Ich genieße es einfach sehr, meinen Horizont zu erweitern und mich weiterzubilden. Man kann fast schon sagen, neues Wissen zu generieren, ist mein Hobby“, schmunzelt er. „Mich mit Kommilitonen und Dozenten aus anderen Fachbereichen auszutauschen, macht mir Freude und gibt mir viel neue Inspiration für mein eigenes Leben.“ Unter seinen Mitstudierenden ist Ole einer der ältesten. Darin sieht er jedoch einen großen Vorteil: „Mit fortgeschrittenen Alter entscheidet man sich ganz bewusst für das Studium. Man zieht sich bewusst raus, nimmt sich bewusst die Zeit zum Lernen - für sich und die eigene Weiterentwicklung.“

Jetzt mehr über Ole im Video-Podcast erfahren

By the way: Ole war auch zu Gast im FOM Podcast #allessein. Hier spricht er mit Markus Tirok über das Thema „Lebenslange Lernen“. Denn für Ole ist noch lange nicht Schluss: Er hat gleich den Master drangehangen und ist sogar Mentor bei der FOM... Was sind die Herausforderungen – gerade mit Vierzig Plus? Diese Folge solltest du nicht verpassen!

Start your business right

Pinar gibt Tipps zur Unternehmensgründung

Ob ganz plötzlich oder schon seit längerer Zeit – sie ist da: die zündende Geschäftsidee. So euphorisch man über diese Entwicklung ist, so viele Risiken sieht man auch beim Schritt in die Selbstständigkeit. Und es kommen wohl die üblichen Fragen auf: Wie und wo fange ich an? Was muss ich beachten? Und wer kann mir dabei helfen? Pinar hat diese Phase bereits erfolgreich gemeistert. Sie hat sich selbständig gemacht, und zwar mit der Herstellung und dem Verkauf von Infinity-Rosen – und das sehr erfolgreich. Hier gibt sie einige Tipps, die ihr bei der Unternehmensgründung geholfen haben.

Willenskraft ist das wichtigste Attribut für die Unternehmensgründung

Pinar Gürsoy Sinanoglu

Pinar Gürsoy Sinanoglu in ihrem Büro

Der Start in das selbständige Unternehmertum ist nicht leicht – denn man muss aus seiner Comfort-Zone herauskommen und einiges wagen. Möglicherweise muss man seinen Job kündigen, um sich voll und ganz auf seine Idee zu konzentrieren. Oder an seine Rücklagen gehen, um sein Vorhaben zu finanzieren. Aber vor allem muss man das Ganze mit den richtigen Schritten angehen, damit aus der Idee auch wirklich das sichere eigene Standbein im Leben wird. Pinar hat ihr eigenes Business bereits erfolgreich auf- und mittlerweile auch ausgebaut. Wie sie sich mit dem Verkauf von Infity-Rosen selbständig gemacht hat und dabei sowohl Studium als auch ihre Verantwortung als Mutter gemanagt hat, könnt ihr hier nachlesen. Ihre Tipps für dein Business:

1. Zeitliche Zielsetzung und auf das Unternehmertum einstellen

„Bis ich 40 bin, werde ich mein eigenes Unternehmen gründen, denn ‚irgendwann‘ ist nur ein besseres Wort für ‚nie‘“, hat sich Pinar immer gesagt und bringt mit diesem Satz ihre zeitliche Zielsetzung auf den Punkt. Jeder, der ein Unternehmen gründen möchte, sollte sich selbst einen Zeitpunkt setzen, bis wann er diesen Schritt wirklich umgesetzt haben möchte. Denn nur so wird man den Schritt aus der eigenen Komfortzone auch wirklich wagen. Und mit diesem Gedanken setzt man sich gleichzeitig direkt damit auseinander, was es bedeutet, Unternehmerin oder Unternehmer zu sein:„Dir wird klar, dass man sich als Unternehmensgründer um Planung, Termine, Buchhaltung, Auftragsakquise und Kontaktpflege kümmern muss und das fordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und Willenskraft“, fasst Pinar zusammen. Arbeitswochen von 70 Stunden gehören zur Unternehmensgründung einfach dazu und darüber muss man sich vorher bewusst werden.

2. Nichts geht ohne einen richtigen Businessplan

Businessplan, Business-Plan, Unternehmenskonzept oder Geschäftsplan – wie auch immer man es schreibt oder nennen mag – ohne die richtige Vorbereitung funktioniert die Unternehmensgründung nicht. Hier müssen Unternehmensidee, Ziele, Finanzierungsmöglichkeiten und alle weiteren relevanten Angaben zum geplanten Unternehmen kleinteilig aufgeschlüsselt werden. „Für das Erstellen meines Businessplans habe ich alles Wichtige in meinem BWL-Studium an der FOM gelernt“, erinnert sich Pinar. „Es gibt zwar auch viele Anleitungen und Vorlagen im Internet, aber erst durch das gemeinsame Erarbeiten an der FOM kam das volle Verständnis, um die Theorie auch wirklich in die Praxis umzusetzen.“

3. Kontakte zu anderen Startup-Gründern knüpfen

Hat man den Entschluss zur Gründung eines Unternehmens gefasst, tauchen nach und nach immer mehr Fragen auf: Wie gehe ich eine bestimmte Sache an? Worauf muss ich in einer bestimmten Situation achten? Gibt es eine schnellere Lösung für dieses Problem? Pinar hat einen Tipp, der so offensichtlich wie einfach ist: Gleichgesinnte fragen! So kommt man manchmal schneller zu einer Antwort, als sich selbst stunden- oder tagelang mit einem Problem herumzuschlagen. „Ich habe mein Studium fast zeitgleich mit meiner Unternehmensgründung angefangen – und das machen mittlerweile viele Studierende an der FOM. So hatte ich genug Gleichgesinnte direkt um mich herum, mit denen ich mich regelmäßig austauschen konnte“, erklärt Pinar. Und auf diese Weise fallen einem vielleicht sogar Dinge auf, über die man zuvor noch gar nicht nachgedacht hat, die man aber beachten sollte.

4. Gutes Zeitmanagement ist alles

Um neben allen Alltagsaufgaben trotzdem eine organisierte Unternehmensgründung voranzutreiben, gehört ein gutes Zeitmanagement zu den wichtigsten Voraussetzungen. Das bedeutet konkret: Man muss sich seine Zeit jeden Tag von morgens bis abends effektiv einteilen. Dazu gehört die Zeit mit Familie und Freunden genauso wie die Zeit für die einzelnen Schritte in der Unternehmensgründung – und in Pinars Fall war natürlich auch die Zeit an der FOM fester Bestandteil ihrer Planung. „Nur wer seine Tage strukturiert angeht, kann am Ende auch alle seine gesteckten Ziele erreichen“, fasst Pinar zusammen.

5. Durchhaltevermögen beweisen – auch wenn es manchmal schwierig ist

Auch wenn es eigentlich das ist, was man wirklich will und von dem man absolut überzeugt ist, ist es nicht immer leicht, an sich und seine Idee zu glauben. Denn Rückschläge bleiben bei der Unternehmensgründung meist nicht aus und oftmals sind viele Leute aus dem Umfeld skeptisch gegenüber dem Schritt in die Selbständigkeit. Doch das alles ist ganz normal – und erst recht kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! „Man muss einfach ein unheimliches Durchhaltevermögen an den Tag legen, an sich selbst und sein Vorhaben glauben, aus Rückschlägen lernen und sich immer wieder motivieren“, versichert Pinar. Auf diese Weise ist es auch ihr gelungen, ihr Unternehmen erfolgreich zu gründen und es stetig weiterzuentwickeln.

 

 

Jetzt mehr über Pinar im Video-Podcast erfahren

Pinar hat es geschafft und ihr eigenes Business gestartet. Doch auch für sie ist jeder Tag weiterhin eine zu meisternde Aufgabe – denn als Unternehmerin trägt sie jetzt die gesamte Verantwortung für sich, ihre Mitarbeiter und natürlich die Zufriedenheit ihrer Kunden. Wie sie das schafft, welche Aufgaben sie noch bewältigt und welche Ziele sie vor Augen hat, erfahrt ihr im neuen Video-Podcast #ALLESSEIN der FOM Hochschule.

„Das Studium hat mir den letzten Push gegeben!“

Wie Annika ihren Weg in die Selbstständigkeit fand

Lächelnde Annika

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt Annika dieser eine Gedanke: Ich will meine eigene Firma gründen! 2019 schafft sie den Sprung in die Selbstständigkeit und gründet ihr eigenes Beratungsunternehmen im Bereich Marketing- und Kommunikationspsychologie. Der Weg dahin war für die 29-Jährige kein leichter. Trotzdem hat sie durchgehalten – mit Erfolg!

Annika war schon immer zielstrebig: Auslandsaufenthalte in China und England, den Bachelor-Abschluss in „International Business Management“ in der Tasche und im Anschluss ein Direkteinstieg im Marketingbereich. Ihr Lebenslauf ist rund. Trotzdem kam sie irgendwann an den Punkt, an dem sie merkte, dass sie mehr im Leben will. Sie hat schon immer den Anspruch, sich weiterzubilden und sich eine Expertise aufzubauen, welche sie im Job weiterbringt. Durch Zufall erfuhr sie von dem berufsbegleitenden Studium an der FOM und ihr war sofort klar: „Das mache ich!“ Auch die Entscheidung über das Studienfach war schnell getroffen: „Wirtschaftspsychologie hat mich schon immer fasziniert. Vor allem Werbe- und Kommunikationspsychologie.“

Ich habe zwei Semester gebraucht, um mir ein Framework für‘s Lernen aufzubauen.

Studieren trotz einer 60-Stunden Woche – gar nicht so einfach. Annikas Arbeitgeber erwartete 100 % Leistung im Job. Um mit der Doppelbelastung umzugehen, musste Annika sich neu ordnen: „Ich musste während meines Studiums lernen, meine Wochenenden zu strukturieren. Lernen, Freizeit und soziale Kontakte müssen unter einen Hut gebracht werden. Das erforderte neue Wege, sich selbst zu organisieren.“

Lächelnde Annika
Hätte es mir nicht so einen Spaß gemacht, hätte ich es nicht durchziehen können.

Trotzdem hätte für sie kein anderes Studienmodell, als ein berufsbegleitendes, funktioniert. „Ich habe schnell Kommilitonen gefunden, die ein ähnliches Work-Pensum haben, wie ich. Wir haben uns dann immer zusammengesetzt und gemeinsam für die Prüfungen gelernt. So haben wir uns gegenseitig hochgezogen und motiviert. Das hat mir sehr geholfen – zu wissen, dass es auch noch andere gibt und ich nicht alleine durch diese Phase gehe.“

Ich wollte meine eigene Chefin sein!

2017 schrieb Annika dann ihre Master-Thesis zum Thema Werbepsychologie und merkte: Da ist eine Marktlücke! Und sie fasste den Entschluss, sich in diesem Bereich als Beraterin selbstständig zu machen und ihr im Studium und in der Praxis gewonnenes Wissen an Unternehmen weiterzugeben. Außerdem hatte sie während der Doppelbelastung mit Arbeit und Studium gemerkt: Das Konstrukt Unternehmen passt nicht zu ihr. Annika genießt es, sich ihre Arbeitsphasen selbst einzuteilen: „Ich musste mir in meiner Selbstständigkeit selbst ein neues Arbeitsmodell aufbauen. Niemand gibt dir vor, wie dein Arbeitstag aussieht, du bist da komplett frei. Und dabei hat mir das berufsbegleitende Studium geholfen, denn auch in dieser Phase musste ich neue Wege finden, mich neu zu strukturieren, um möglichst effizient zu sein.“

Der Hochschule immer noch verbunden

Selbstständigkeit ist häufig auch mit Unsicherheit verbunden – vor allem in der Anfangsphase. „Es ist auch viel Angst dabei, weil du nie weißt: Springt dir ein Kunde ab? Oder was passiert, wenn ich gar kein Projekt habe?“. Um diese Bedenken aufzufangen, hat sich Annika eine zweite Stütze aufgebaut: Sie gibt Marketing-Management-Kurse an ihrer ehemaligen Hochschule und kann ihr Wissen so an Studierende weitergeben.

Drei Fragen an Annika

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde alles genauso machen und nichts ändern wollen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

An und für sich nichts! Das einzige, was ich ändern würde, wäre mein Jobwechsel kurz vor der Masterthesis. Das brachte einige Probleme mit sich. Ich würde jedem, der seinen Job während des Studiums wechseln will, raten, es entweder in der Anfangsphase des Studiums oder nach Abgabe der Thesis zu tun.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Der Praxisbezug; die Möglichkeit, weiter Berufserfahrung sammeln zu können und nicht aus dem Arbeitsalltag rausgerissen zu werden

Das Ziel, die nächste Bildungsebene zu erreichen

Auf jeden Fall der Austausch zwischen Professoren und auch den Studenten – da habe ich am Meisten gelernt: Aus deren Berufserfahrung, gemischt mit meiner!

 

 

Startup your life

Laura Jane wagt den Schritt in die Selbständigkeit

Laura Jane lehnt an einer Ballettstange

„Anderen helfen“ – das ist oftmals die größte Motivation für Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten. Auch Laura aus Neuss hat die berühmte „soziale Ader“: Nach dem Abi wollte sie eigentlich Medizin studieren und Kinderärztin werden. Doch im Leben läuft nicht immer alles nach Plan - der ersehnte Studienplatz ließ auf sich warten. Zum Glück ist Trübsal blasen genauso wenig Lauras Ding wie ein langweiliger Bürojob. Kurzerhand schaut sie sich nach Alternativen um und bildet sich ununterbrochen weiter. Heute betreibt die 29-jährige Powerfrau ihr eigenes Zentrum für Bewegungs – und Entwicklungsföderung. Dort vermittelt sie Kindern mit Hilfe von Sport das, was sie selbst schon ihr ganzes Leben erfolgreich an sich selbst anwendet: An die eigenen Grenzen zu gehen und sich so stetig weiterzuentwickeln.

Sport hat in Lauras Familie schon immer einen hohen Stellenwert. Die Tochter eines britischen Taekwondo Meisters mit karibischen Wurzeln lernt früh, sich selbst zu verteidigen und betreibt jahrelang Leistungssport. Dabei geht es ihr um viel mehr als nur um körperliche Fitness. „Durch Sport lernst du den eigenen Körper wieder zu spüren, über dich hinaus zu wachsen und letztendlich auch Selbstbewusstsein zu entwickeln.“ Und Selbstbewusstsein bedarf es allemal, wenn man sich wie Laura, in so jungen Jahren selbständig macht – noch dazu neben dem Studium. Aber der Reihe nach: Wie kam es überhaupt dazu?

Laura Jane beim Training
Von Plan B zum Traumberuf

„Eigentlich wollte ich ja immer Medizin studieren“, erzählt Laura. „Das hat leider nicht auf Anhieb geklappt und erschwerend kam hinzu, dass ich, was den Ort angeht, aus privaten Gründen eingeschränkt war.“ Laura lässt sich auf die Warteliste setzen und nutzt die Zeit, um  sich zur Kinderkrankenschwester ausbilden zu lassen. Auf dem kleinen Umweg zum vermeintlichen Ziel lernt sie einen neuen Bereich kennen, der sie gleich fasziniert: „Während der Ausbildung bin ich zum ersten Mal mit dem Thema „Motopädie“ in Kontakt gekommen. Das ist eine ganzheitliche Therapiemethode zur Behandlung motorischer Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Wenn sich ein Kind zum Beispiel schlecht konzentrieren kann, Koordinationsschwierigkeiten hat oder wenn es auffällig zurückhaltend ist - oder eben das komplette Gegenteil. “ Laura ist sofort Feuer und Flamme, als sie davon erfährt. Mit der „Motopädie“ entdeckt sie plötzlich etwas, das es ihr ermöglicht all ihre Herzensbereiche miteinander zu kombinieren: Kindern helfen mit einem Mix aus Medizin und Sport.

Immer weiter

„Ich war schon immer jemand, der sich gerne weitergebildet hat. Neben meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester habe ich unzählige Fortbildungen besucht – ich mag es einfach, neue Dinge zu lernen.“ Entsprechend motiviert geht Laura auch die Weiterbildung zur Motopädin an. Gleichzeitig lässt sie der Wunsch nicht los, doch noch einen Studienabschluss in der Tasche zu haben. Um ihr Wissen weiter zu vertiefen, schreibt sich für den Studiengang „Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik“ an der FOM ein. Das alles wuppt sie parallel zum kräftezehrenden Schichtdienst im Krankenhaus. Wie geht man mit so einer Doppelbelastung um? „Ich komme tatsächlich mit relativ wenig Schlaf aus. Außerdem lebe ich recht gesund – also ich rauche und trinke zum Beispiel nicht. Nicht weil ich ein Gesundheitsfanatiker bin - es hat mir zum Glück einfach nie geschmeckt.“

Bauklötze und Kuscheltier Schildkröte
Laura Jane neben Malsachen
Hilfe suchen als Zeichen von Stärke

„Als sich mir die Möglichkeit zur Selbständigkeit geboten hat, hatte ich erst vor Kurzem eine leitende Position im Krankenhaus übernommen und war damit eigentlich sehr zufrieden. Als dann aber direkt um die Ecke meiner Wohnung ein neues Gebäude gebaut wurde, das sich ideal für ein eigenes Studio geeignet hat, habe ich einfach spontan einen Besichtigungstermin vereinbart. Danach stand der Wunsch fest, mein eigenes Ding zu machen.“ Aber wie geht man so etwas an? Lauras Tipp: „Wenn etwas noch Neuland für dich ist, hol dir kompetente Leute ins Boot, die sich auskennen.“ Als feststeht, dass sie die Räumlichkeiten für ihr eigenes Motopädie-Zentrum bekommen könnte, wendet sie sich an die Abteilung für Wirtschaftsförderung in Neuss, besucht Unternehmerabende und informiert sich auf vielen verschiedenen Wegen nach Finanzierungsmöglichkeiten. Der Businessplan, den sie mit Unterstützung von einer Unternehmensberatung anfertigt, wird im ersten Anlauf von der Bank genehmigt. „Irgendwie hat sich alles gefügt – es hat sich einfach richtig angefühlt“, erinnert sich Laura. Die Räumlichkeiten lässt sie komplett nach ihren Vorstellungen umbauen, ist in jeden Schritt involviert. Heute prangt in der 136 qm großen Halle der Firmenname „MoMo“ und ihr selbst designtes Logo, das passender nicht sein könnte: Lauras strahlendes Gesicht.

Laura Jane neben dem Logo ihres Motopädie-Zentrums
Drei Fragen an Laura Jane

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Meinen beruflichen Werdegang. Wenn man wie ich eher der „Hands-on“-Typ ist, kann ich wirklich empfehlen erst mal eine Ausbildung zu machen oder alternativ ein praxisorientiertes Studium. Meiner Erfahrung nach findet man dann erst heraus, was man wirklich will, statt einfach irgendwas zu studieren.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Hhm…Wahrscheinlich nicht immer versuchen mich an die Wünsche der anderen anzupassen. Man kann es nicht allen recht machen und das ist ok.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Studienberatung: Die persönlichen Beratungsgespräche haben mir sehr bei der Wahl meines Studiums geholfen. Und auch danach sind immer Ansprechpartner greifbar, die einem mit Rat zur Seite stehen.

Die Flexibilität der Veranstaltungen

Die regionale Nähe

 

Ausgelernt sein, gibt es nicht

Versicherung, Verein, IT-Branche: Self-Starter Andreas geht seinen Weg

Porträt Andreas Schindler

„Mit selbstlernenden Algorithmen Prozesse revolutionieren, für die das menschliche Gehirn zu schade ist“ – daran arbeitet das Berliner Start-Up des Jung-Gründers und FOM Absolventen Andreas. Dabei kommt er ursprünglich aus der Versicherungswirtschaft und gar nicht aus der IT-Branche. Programmieren kann er aber trotzdem – das hat er sich mal eben selbst beigebracht. Der 31-Jährige entwickelt nicht nur sein Unternehmen stetig weiter, sondern auch sich selbst.

Als diszipliniert würde er sich dennoch nicht beschreiben. „Disziplin fordern ja nur Dinge, die man nicht gerne macht“, so der 31-Jährige. Der sympathische Halb-Grieche hat etwas gefunden, das er definitiv gerne macht: Sein Start-Up „Deep Neuron Lab“  beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und der Frage wie monotone Prozesse revolutioniert werden können.

Persönlichkeitsentwicklung als Schlüsselkompetenz

Angefangen hat Andreas Karriere aber in einem ganz anderen Bereich. „Ich komme eigentlich aus der Versicherungsbranche. Ich fand den Gedanken dahinter immer super: Menschen legen Geld weg, um sich gegenseitig in einer Notlage zu unterstützen. Ein bisschen wie die kapitalistische Form eines ur-gesellschaftlichen Gedankens.“ Der Gesellschaft etwas zurückzugeben – das ist etwas, das Andreas schon sehr früh am Herzen lag. Ihm wurde schnell klar, dass er damit nicht warten möchte, bis er alt ist und hat schon früh angefangen sein eigenes Ding zu machen. 2014 gründet er den gemeinnützigen Verein „nepia“, was so viel bedeutet wie „Netzwerk für Persönlichkeitsentwicklung in außerschulischen Aktivitäten". „Mir ist früh aufgefallen, dass Persönlichkeit eine wichtige Schlüsselkompetenz ist – sei es im Beruflichen oder Privaten. Im Leben trifft man immer wieder auf ungewohnte Situationen – mit einer gefestigten Persönlichkeit kann man damit besser umgehen. Leider kommt Persönlichkeitsentwicklung in der Schule häufig zu kurz. Mit dem Verein wollen wir einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten.“

„Im auswendig Lernen bin ich nicht gut – ich muss die Dinge verstehen.“

Seine Thesis im Master Finance ist schließlich das Bindeglied, das ihn zur Artificial Intelligence, kurz „AI“, bringt. „Als ich das erste Mal von selbstlernenden Algorithmen erfahren habe, dachte ich: „Ok, das ist es. Das wird die Welt verändern. Da will ich Teil von sein.“ Seit diesem Moment verbringt er jede freie Minute damit, sich in die Thematik einzulesen, bringt sich sogar selbst das Programmieren bei. „Ich bin nicht gut im Lernen. Früher habe ich nicht mal 30 Latein-Vokabeln in den Kopf bekommen“, erinnert sich Andreas. „Ich kann nicht stoisch auswendig lernen – ich muss die Dinge verstehen. Künstliche Intelligenz war schon immer ein Gebiet, das mich sehr interessiert hat. Und Programmieren wurde für mich zum Hobby – so wie für andere Fußball. Ich habe sehr viel Zeit investiert, ohne es überhaupt zu merken“.

Immer wieder etwas Neues lernen 

So eine Start-Up-Gründung ist natürlich nicht ohne. Jeden Tag ist Andreas mit Aufgaben konfrontiert, die er vorher noch nie gemacht hat. „Das ist definitiv eine große Herausforderung, aber eben auch sehr reizvoll und spannend.“ Inspiration holt sich der 31-Jährige nicht nur bei seinen Freunden und Businesspartnern, sondern auch bei der Lektüre von Biografien. „Gerade lese ich sehr viel über Start-Up Gründer. Es ist eigentlich egal, welches Problem man gerade hat – es gibt mit Sicherheit jemanden, der schon mal ein ähnliches hatte.“, schmunzelt Andreas. Neben dem Lesen, helfen dem Self-Starter auch Sport und Meditation beim Abschalten – dafür plant er sich morgens feste Zeiten ein. Das Gefühl antriebslos zu sein, kennt er eigentlich nicht.

Seine Tipps für Momente, in denen man sich mal nicht so aufraffen kann:

„1. Verhindern, dass dieser Moment überhaupt eintritt. Mein persönliches Glück ist es, dass ich eng mit meinen Freunden zusammenarbeite und etwas tue, das mir Spaß macht.

2. Nur der Anfang ist schwer: Einfach schnell aufstehen und in die Bibliothek oder ins Fitnessstudio fahren – wenn man da ist, ist die Hälfte schon geschafft.“

Andreas Schindler mit Freunden
Drei Fragen an Andreas

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Neugierig sein und offen für Neues bleiben

Sich auch außerhalb von institutionellem Wissen informieren und weiterbilden

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Nichts. All meine Entscheidungen haben mich auf den Weg gebracht, auf dem ich mich heute befinde.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Berufsbegleitend

Präsenzstudium

Gesamtstudium ist auf einen absehbaren Zeitraum ausgelegt

 

 

 

Positiver Stress zwischen Familie und Firmengründung

Halima erfüllt sich ihren Traum vom „Ort der Kulinarik“

Halima in der Küche

„Es ist nie zu spät, etwas anderes zu machen, neue Wege zu gehen und seine Träume zu verwirklichen.“, Das sagt Halima, 38, aus Düsseldorf. Mit der Eröffnung von TASTE MOROCCO, Deutschlands erster marokkanischer Kochschule, erfüllt sich die zweifache Mutter einen Lebenstraum. Täglich meistert sie den Spagat zwischen Familie und Firmengründung und erzählt, wieso Stress nicht unbedingt negativ sein muss.

Diszipliniert, willensstark und gut organisiert – das ist Halima. Inbesondere letzteres hat sie sich mit der Zeit angeeignet: „Mich selbst zu organisieren habe ich während meines Studiums gelernt. Und als junge Mutter lernt man das zwangsweise sowieso!“, lacht die Düsseldorferin mit marokkanischen Wurzeln. Noch zu Beginn der Elternzeit schrieb sie sich für den Bachelor in Business Administration an der FOM ein – eine Entscheidung, die in ihrem Bekanntenkreis für Bewunderung sorgte. Sich neben den neuen Herausforderungen als frischgebackene Mutter auch noch freiwillig mit einem Studium zu „belasten“, das war für viele nicht nachvollziehbar. Für Halima aber ein logischer Schritt: „Die Umstände haben einfach gepasst“, sagt die 38-Jährige heute. „Bevor ich in Elternzeit gegangen bin, habe ich das BWL-Studium begonnen, um mich beruflich weiterzuentwickeln. Durch Hochzeit und Schwangerschaft hatten sich meine Prioritäten im Leben kurzzeitig geändert und ich habe das Studium unterbrochen . Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch – der Gedanke, dieses Studium  noch nicht beendet zu haben, hat mich nicht losgelassen.“

Gelegenheiten nutzen
Halima in ihrer Kochschule

Der feste Betreuungsplatz im Betriebskindergarten ihres Mannes und die Zustimmung und Motivation ihrer Familie führten schließlich dazu, dass Halima ihr Studium wiederaufnahm. Die Wahl der richtigen Hochschule war dabei entscheidend: „Bei der FOM war ich mir sicher, dass ich flexibel bin, was sowohl Zeit als auch Ort angeht. Ich konnte meine Vorlesungszeiten so legen, wie es am besten passt und sogar in anderen Städten Vorlesungen besuchen, wenn es sich gerade ergeben hat“, erzählt Halima. Die Doppelbelastung aus Baby und Studium verlangte ihr natürlich trotzdem einiges ab. Als sie nach erfolgreich bestandener Prüfung wieder in den Konzern zurückkehrte – diesmal in den Bereich Marketing und Nachhaltigkeit – begann sie, zukünftige Entscheidungen mehr und mehr zu hinterfragen. „Ich glaube, die Geburt meiner beiden Kinder hat mich nachdenklich gemacht. Man stellt sich plötzlich Fragen wie „Was sind meine wahren Prioritäten im Leben? Möchte ich wirklich mein Leben lang im Büro arbeiten oder nutze ich die Gelegenheiten, die sich mir bieten?“

Die Gelegenheit, die sich Halima geboten hat, ist eine ganz besondere Geschäftsidee - eine Idee, die sie zurückführt in ihre eigene Kindheit. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Südosten Marokkos, umgeben von blühenden Organgenbäumen und dem Duft von frischgebackenem Fladenbrot in der Nase, war die marokkanische Küche für Halima schon immer verbunden mit wunderbaren Kindheitserinnerungen. Ein besonderes Verständnis von Gastfreundschaft wurden ihr als Teil einer marokkanischen Großfamilie mit in die Wiege gelegt. Auch in den nun mehr als 20 Jahren in Deutschland hat sie sich ihre Leidenschaft fürs Kochen, insbesondere für traditionell marokkanischer Gerichte, bewahrt und genau diese Leidenschaft und ihrer Herzwunsch einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten waren es, die letztendlich zur Eröffnung von TASTE MOROCCO führten. Hier können Gäste im Rahmen von Kochevents die Gastfreundschaft und die kulinarische Welt Marokkos erleben - ohne dafür weit reisen zu müssen.

Mit Herz und Businessplan

Mit der marokkanischen Kochschule, die sich langfristig zu einem „Ort der Kulinarik“ entwickeln soll, an dem sich Menschen verschiedener Kulturen austauschen und gemeinsam speisen, hat sich Halima einen echten Herzenswunsch erfüllt: ein Stück marokkanische Gastfreundschaft nach Deutschland zu holen. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung verging nicht mal ein Jahr – da hat die FOM Absolventin ein ganz schönes Tempo vorgelegt: „Natürlich steckt viel Herzblut in diesem Projekt, aber blauäugig an die Sache herangegangen bin ich nicht. Die Zahlen müssen stimmen – daher geht nichts ohne Struktur. Ich habe einen Businessplan geschrieben und mir für bestimmte Dinge, wie Texte und Bilder für die Internetseite , von Anfang an Profis an Bord geholt. Das sind wichtige Entscheidungen, die man als Gründer gleich zu Beginn treffen muss: Mache ich es selbst und spare Geld, habe dafür, aber auch nur ein semi-professionelles Ergebnis – oder investiere ich in etwas, das langfristig wichtig für den Erfolg meines Business ist.“ Halima ist von Anfang an in so gut wie jeden Schritt ihres Unternehmens involviert. „Ich mache eigentlich alles. Vom Einkauf über die Logistik bis hin zu Marketing und Social Media. Langfristig möchte ich natürlich mehr Mitarbeiter einstellen, die mich auch bei den administrativen Aufgaben unterstützen.“

Marokkanisches Essen
Halima am gedeckten Tisch

Was für Außenstehende nach purem Stress klingt, nimmt Halima gar nicht so stressig wahr. „Klar gibt es immer viel zu tun und man muss sich seine Zeit gut einteilen. Aber ich glaube, dass es eher positiver Stress ist: Meine Arbeit macht mir Spaß und ich weiß, wofür ich es tue.“ Aber auch wenn der Stress nicht zwangsläufig als unangenehm empfunden wird, ist es wichtig, auf sich zu achten, sagt Halima. „Regelmäßig Pausen machen, zu Mittag essen und eine Runde spazieren gehen – als Selbständiger vergisst man das gerne mal vor lauter To-Dos. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man aber auch körperlich und mental fit bleiben – und das gelingt nur, wenn man ab und zu mal abschaltet.“ Abschalten – das kann Halima am besten bei gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie. Sie zieht auch viel Kraft aus dem positiven Feedback ihrer Gäste. „Wenn jemand nach einem Kochevent bei mir eine Reise nach Marokko bucht, ist das das schönste Kompliment“, strahlt sie.

Drei Fragen an Halima

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Nicht auf andere hören – einfach machen! Als ich meinem Freundes- und Bekanntenkreis von meinen Plänen erzählt habe, waren viele skeptisch: „Du hast doch studiert – wieso eröffnest du jetzt eine Kochschule?“ Niemand kann in deinen Kopf sehen – solange du selbst, es dir vorstellen kannst, kannst du es auch tun. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen oder gar erst dein komplettes Umfeld von deiner Idee überzeugen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich würde, glaube ich, nichts anders machen. Es ist mit Sicherheit nicht immer einfach, aber meine Vision von TASTE MOROCCO umzusetzen, zu sehen, wie es jeden Tag mehr und mehr Gestalt annimmt – das ist eine sehr spannende Zeit und ich würde es gegen nichts eintauschen wollen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium

Die Vereinbarkeit von Studium und Familie

Die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten

 

„Es ist nie zu spät, sich zu entwickeln“

Nicole glaubt an sich

Lächelnde Nicole

Abitur machen und studieren kam Nicole immer ziemlich abstrakt vor. Aus ihrer Familie kannte sie den klassischen Weg: Mittlere Reife und danach eine Ausbildung. Das ist sicher - und greifbar. Heute steckt die 30-Jährige ausgebildete Ergotherapeutin in den letzten Zügen ihres Bachelor-Studiums Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in München – der Master könnte folgen. Ganz anders als ursprünglich gedacht. Wer hätte auch gedacht, dass man nicht unbedingt Abitur braucht, um eine akademische Karriere einzuschlagen. Dass auch kleine Umwege ans Ziel führen. Und, dass die eigene Entwicklung am Ende hauptsächlich von einer einzigen Person abhängt: dir selbst.

„Ich komme nicht aus einer Akademiker-Familie – Abitur oder Studium waren für mich daher immer sehr abstrakte Begriffe, mit denen ich nicht viel anfangen konnte“, erinnert sich Nicole an ihre Schulzeit. „Ich hatte zwar ganz gute Noten und hätte auch aufs Gymnasium gehen können – meine Eltern haben mich aber nie unter Druck gesetzt, was das anging. Ich habe mich dann aber für die Mittlere Reife und eine Ausbildung entschieden – einfach, weil es das Nächstliegende für mich war. Vor dem Abschluss habe ich verschiedene Praktika ausprobiert und fand den Bereich Ergotherapie sehr spannend. Mir hat gleich gefallen, dass die Aktivität im Vordergrund steht und nicht die Funktion: Man arbeitet gemeinsam mit Menschen auf ein bestimmtes Ergebnis hin und unterstützt sie dabei es zu erreichen. Um an der staatlichen Ergotherapie-Schule genommen zu werden – die private kam nicht in Frage – hatte man bessere Chancen, wenn man schon eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen konnte. Daher habe ich nach der Realschule erstmal Arzthelferin gelernt – mit verkürzter Ausbildungszeit und immer mit meinem eigentlichen Ziel im Blick.“

Schließt sich eine Türe – öffnet sich dafür eine andere

Seit acht Jahren ist Nicole nun als ausgebildete Ergotherapeutin tätig. Sie arbeitet vorwiegend mit Menschen zusammen, die nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder einer sonstigen Krankheit unter Schädel-Hirnverletzungen leiden und viele Dinge wieder neu erlernen müssen. Die meisten ihrer Patienten sind erst zwischen 20 und 50 Jahren alt und waren vor dem Unfall oder der Krankheit voll berufstätig bzw. in einer Ausbildung. Sie hilft den Betroffenen dabei wieder „teilzuhaben“: an bestimmten Aktivitäten, am Berufsleben, an der Gesellschaft. Nicole begleitet den kompletten Prozess der beruflichen Reha. Nicht immer läuft das problemlos. „Je nach Schwere und Komplexität der Verletzung, kann man leider nicht immer wieder den Ausgangszustand herstellen – was sich natürlich die meisten meiner Patienten erhoffen. Ist zu viel kaputt gegangen, kann es auf dem Arbeitsmarkt schwierig werden. Eine Hirnverletzung ist etwas anderes als z.B. einfach „nur“ nicht mehr laufen zu können.“

Ob sie es als Niederlage empfindet, wenn die Eingliederung in den alten Job nicht gelingt? „Nicht unbedingt“, sagt Nicole. „Ich versuche den Menschen immer zu vermitteln, dass sich durch so einen Schicksalsschlag zwar einige Türen schließen – sich dafür aber andere öffnen können. Man kann vielleicht nicht mehr die alte Position ausüben – aber vielleicht etwas Neues. Das Leben zeigt nochmal völlig neue Facetten – und das kann auch etwas Schönes sein. Aber natürlich ist es frustrierend, wenn man den Menschen nicht so helfen kann, wie sie es sich vorgestellt haben. Oft ist die größte Hilfe aber tatsächlich schon sie bei dem Prozess zu begleiten – das höre ich auch immer wieder von Angehörigen.“

 „Ich empfinde meinen Beruf als sehr erdend“

 

Wer täglich mit schwierigen Schicksalen konfrontiert ist, muss sich gut abgrenzen. Das gelingt Nicole meistens ganz gut. „Man relativiert sehr vieles im eigenen Leben, wenn man täglich vor Augen hat, wie schnell etwas passieren kann, das einen völlig aus der Bahn wirft und einmal alles auf den Kopf stellt. Man regt sich nicht mehr so schnell über Kleinigkeiten auf. Und man verteilt seine Energie und Prioritäten sehr viel bedachter.“ Eine der Prioritäten, die Nicole für sich gesetzt hat, ist ihr akademischer Abschluss. Die 30-Jährige studiert Gesundheits- und Sozialmanagement im siebten Semester an der FOM in München und hat vor kurzem ihre Bachelor-Thesis abgegeben. Wie kam es zu dem Wunsch doch noch zu studieren? „Während meiner Arbeit bin ich immer wieder auf die Frage gestoßen: ‚Hätte man die eine oder andere Erkrankung vielleicht verhindern können? Die meisten Firmen sind sehr engagiert, was den Prozess der Wiedereingliederung eines Mitarbeiters angeht. Was die Prävention – insbesondere von Schlaganfällen – angeht, gibt es aber sicherlich einiges, was noch verbessert werden kann. In der heutigen Zeit, in der Arbeit und Privates immer mehr ineinander übergehen, halte ich es für wichtig den Arbeitgeber mehr in die Pflicht zu nehmen und auch vorbeugend aktiv zu werden. Nach meinem Abschluss möchte ich daher im Betrieblichen Gesundheitsmanagement arbeiten und durch meine Erfahrung helfen, die Dinge aktiv voranzutreiben.“

Wer anderen viel gibt, muss auf sich selbst gut achten

 

Nicole treibt regelmäßig Sport: Früher war es Fußball – heute führt der Weg sie zeitbedingt meistens ins Fitnessstudio oder in den Wald zum Laufen. Das Handy lässt sie dabei zuhause. „Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch meinen Partner, meine Familie und meine Freunde – das hat so manche schwierige Situation leichter gemacht.“ Nicole genießt den Austausch, lässt bestimmte Themen aber auch bewusst ruhen, um sich davon zu distanzieren und die Gedanken auf etwas anderes zu lenken. Auch Reisen steht ganz oben auf ihrer Liste an Lieblingsaktivitäten. „Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel. Raus in eine andere Stadt oder ein anderes Land, etwas Neues sehen, sich neue Inspirationen holen.“ Viele neue Sinneseindrücke wird sie mit Sicherheit auch in Neuseeland sammeln können: Nach ihrem Studium wird Nicole dort ein zweimonatiges Praktikum in ihrem Wunschbereich machen: im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Drei Fragen an Nicole

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Einfach loslegen. Manche Risiken muss man einfach eingehen. Ich bin davon überzeugt, dass man so ziemlich alles schaffen kann, wenn man sein Ziel fest im Auge behält und auf sich vertraut. Wichtig ist, dass man es will und es angeht – die Wege entstehen dann im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich glaube, dass man zu gewissen Zeitpunkten im Leben bestimmte Entscheidungen aus ganz bestimmten Gründen trifft. Wenn sich die Entscheidung in diesem Moment richtig angefühlt hat, dann war sie es auch.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Mir war wichtig, dass es ein Präsenzstudium ist. Ich weiß von mir selbst, dass ich besser lerne, wenn ich den direkten Kontakt zu Dozenten und Mitstudierenden habe. Zwei meiner Kommilitoninnen sind mittlerweile gute Freundinnen geworden – wir unterstützen uns gegenseitig und das hilft ungemein.

Da das Studium berufsbegleitend möglich ist, musste ich meine Arbeitszeiten nicht großartig ändern.

Die FOM genießt einen guten Ruf. Die Hochschule ist breit aufgestellt und gut vernetzt. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt – das war mir wichtig.

Mit Selbstmotivation zur Selbständigkeit

Pinar ist ihr eigener Chef

Portrait von Pinar G. Sinanoglu

Gute Laune versprühen, networken und offen auf Menschen zugehen – das konnte die 36-jährige Firmengründerin schon immer. Neugierig und wissensdurstig hinterfragt sie gerne den Status Quo und sucht nach neuen Methoden, Dinge anzugehen. Fähigkeiten, die ihr auf dem Weg zum Erfolg geholfen haben. Neben den Soft Skills war es aber vor allem eins, das sie dorthin brachte, wo sie heute ist: harte Arbeit. Heute ist Pinar erfolgreiche Unternehmerin, Ehefrau, Mutter und Studentin an der FOM.

„Schon damals in der Schule haben meine Lehrer immer gesagt: ‚Also die Pinar, die muss in den Vertrieb!“, lacht die herzliche Siegenerin. Mit ihrer quirligen, positiven Art knüpft sie leicht Kontakte und fällt durch ihre angeborene Neugierde immer wieder auf. Und tatsächlich landet Pinar einige Jahre und ein paar Umwege später in leitender Vertriebsposition eines internationalen Bauunternehmens. „In meinem Leben hat schon immer eins das andere ergeben. Ich habe angefangen mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin und mich immer weiter hochgearbeitet. Mir war früh klar, dass ich Karriere machen will – also hab ich mich ins Zeug gelegt.“, erinnert sich die sympathische Gründerin. Und ihr Engagement bleibt nicht unentdeckt: Fürsprecher im Unternehmen und Headhunter werden auf sie aufmerksam und ebnen ihr den Weg in die Führungsetage. Als internationale Vertriebsleiterin trägt sie viel Verantwortung und ist beruflich oft im Ausland unterwegs. Auf einer ihrer Reisen kommt ihr schließlich die alles verändernde Idee.

Das kann ich besser!
Portrait von Pinar G. Sinanoglu

„Während eines Business-Trips habe ich damals eine Box mit sogenannten ‚Infinity Rosen‘ gesehen. Das sind Rosen, die durch ein spezielles Verfahren jahrelang haltbar sind. Das fand ich super und habe gleich begeistert zugeschlagen.“, erzählt Pinar. Ihre Enttäuschung ist groß, als die Blumen bereits nach nur drei Wochen zu trocknen beginnen. „Ich habe mich geärgert und gleichzeitig bin ich neugierig geworden: Ich wollte wissen, wieso das passiert ist, wo die Rosen herkommen“, erinnert sie sich. Und so stürzt Pinar sich gleich in die Recherche, informiert sich über Rosenanbaugebiete und Konservierungsverfahren. Bald kommt sie zu dem Schluss: „Das kann ich besser!“

Pinar G. Sinanoglu
Selbst ist die Frau

„Den Wunsch was Eigenes zu machen, hatte ich eigentlich schon immer. Mein eigener Chef sein, etwas machen, was mich jeden Tag aufs Neue begeistert – das hat mich schon immer gereizt. Und die Idee mit den Infinity Rosen hat mich einfach nicht mehr losgelassen.“ Auf einem Gründerinformationstag der IHK informiert sie sich über Gründungsformalitäten. Viele Fragen aber bleiben offen und wo fängt man überhaupt an? „Zu Beginn habe ich mir eine „Mind Map“ aufgemalt. Ganz klassisch, wie man es an der Uni lernt. Ich habe mich gefragt ‚Ok, Pinar, was willst du überhaupt erreichen, wie soll deine Marke aussehen, was ist die Message dahinter?‘ So kam auch der Name zu Stande. ‚Beyond‘ steht dafür, dass unser Produkt über das Gewöhnliche hinausgeht. Wir verstehen uns nicht als Floristen, sondern sehen uns im Bereich ‚Luxus-Home-Interior‘ und Gifting. Qualität und außergewöhnliche Designs haben oberste Priorität.“ Dabei überlässt Pinar nichts dem Zufall: Von der Wahl der Rosen-Lieferanten, über die Produktion der Boxen bis hin zur Gestaltung des Logos – alles läuft durch ihre Hände. Für die Produktbilder kauft sie sich eine Profi-Kamera und übt sich im Fotografieren. Als sie keine zufriedenstellende Lösung für die Website findet, bringt sie sich kurzerhand das Programmieren bei.

Die eigene Entwicklung proaktiv vorantreiben

Neben dem eigenen Business ist Pinar verheiratet, stolze Mutter eines vierjährigen Sohnes und steckt in den letzten Zügen ihres BWL-Studiums an der FOM. Klar, dass da nichts ohne das richtige Zeitmanagement läuft. Auf die Frage, ob sie sich schon immer gut organisieren konnte, antwortet sie: „Das habe ich im Job gelernt. Spätestens ab Führungskraft-Ebene braucht man sehr viel Struktur – es geht gar nicht anders. Ich habe zu dem Thema auch spezielle Seminare besucht.“ Die Schulungen hat sie sich teilweise bei ihren ehemaligen Arbeitgebern aktiv eingefordert, um ihre Entwicklung selbst voranzutreiben. Eigeninitiative findet sie wichtig und möchte heute auch ihre eigenen Mitarbeiter dazu ermutigen. Mindestens genauso wichtig seien aber auch Vorbilder, an denen man sich orientieren kann. „Im Job habe ich mir immer bewusst Mentoren gesucht. Das musste nicht zwangsläufig mein Vorgesetzter sein, sondern einfach jemand, von dem ich mir etwas abschauen konnte. Das mache ich auch heute noch so.“ Auch ihre Neugierde hat sich Pinar bewahrt: „Ich habe schon immer gerne gelernt und mir neues Wissen angeeignet. Wenn ich an der Uni in den Vorlesungen sitze, frage ich auch gerne mal nach, denn als Geschäftsführerin interessiert mich eben WIRKLICH wie hoch z. B. der Deckungsbeitrag eines Produktes ist!“, erzählt sie.

Keine Zeit für schlechte Stimmung

„Gerade am Anfang gab es viele Skeptiker“, erzählt die junge Unternehmerin. Sie hat gelernt, nichts auf die negativen Kommentare anderer zu geben. Sie konzentriert sich lieber auf sich und ihre Ziele. „Gerade am Anfang habe ich oft den Satz gehört: ‚Ach, ich gebe dir ein halbes Jahr‘. Von solchen missgünstigen Äußerungen darf man sich nicht unterkriegen lassen.“, sagt sie bestimmt. Aber wie schafft man das? Sich immer wieder selbst zu motivieren und am Ball zu bleiben, auch wenn gerade alles aussichtslos scheint? „Als ehemalige Vertrieblerin bin ich es gewohnt, Selbstmotivator zu sein. Da ist man immer der positive Mensch, der das Unternehmen nach außen vertritt. Das ist heute nicht anders. Meine größte Motivation ist, dass ich heute für mich selbst arbeite und ein Produkt auf den Markt gebracht habe, hinter dem ich voll und ganz stehe. Zudem habe ich ein sehr junges, ambitioniertes und talentiertes Team um mich herum. Erholungspausen müssen aber sein. Berufliches und Privates trenne ich strikt. Wenn ich mit meiner Familie bin, schalte ich voll und ganz ab – und zwar auch das Handy.

Pinar G. Sinanoglu und Flowerbox
Flowerboxen
Drei Fragen an Pinar

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Einfach Alles! Meine Ausbildungen zu Anfang, um im Berufsleben meine Stärken zu erkennen und darauf aufzubauen. Ebenso mein Studium im Wochenendmodell, weil das am besten zu meinem schnellen und zeitintensiven Lebensrhythmus passt.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Überhaupt Nichts! Alles, was ich erlebt und auf meinem Weg gelernt habe, ist mir heute eine große Hilfe und macht mich stark. Ich blicke in die Zukunft und erlebe jeden Tag als ein neues Abenteuer als Start-Up Gründerin.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Möglichkeit einen fordernden Job zu haben, aber dennoch auf mein Wissen aufbauen zu können ohne im Beruf oder privat große Abstriche machen zu müssen.

Die Flexibilität meine Prüfungen nicht ortsgebunden schreiben zu müssen. Die FOM bietet uns die Option uns auch an anderen Standorten einzuschreiben, sowohl für Vorlesungen, als auch Klausuren.

Berufserfahrene Dozenten, Professoren und Kommilitonen zu haben. Dies eröffnet uns Studierenden die Möglichkeit aus dem Know-how aller zu schöpfen.

Gründen im Studium

Jamie Lees Weg zum eigenen Fitness-Start Up

Jamie Lee beim Training

Studieren oder Gründen? Beides! Die 23-jährige Jamie Lee aus Willich, in der Nähe von Mönchengladbach, macht es vor. Als begeisterte Kampfsportlerin hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und noch während des Studiums an der FOM ihr eigenes Fitnessstudio eröffnet.

Jamie Lee ist es gewohnt, sich durchzukämpfen – und das sprichwörtlich. Seit sie denken kann betreibt die 23-Jährige Kampfsport auf professionellem Niveau. Schon als Kind waren die Wochenenden gefüllt mit Turnieren und Wettkämpfen. In der Oberstufe wurde sie dann vor die Wahl gestellt: eine Karriere im Profisport oder doch lieber Abitur? Jamie Lee entschied sich erstmal fürs Abitur. „Bildung ist das höchste Gut, das wir haben. Auch wenn wir hier in Deutschland öfter mal über unser Bildungssystem meckern, sind wir doch sehr privilegiert“, sagt die Studentin und klingt dabei gar nicht mehr wie eine 23-Jährige.

Jamie Lee beim Training
Stagnation ist keine Option

In Jamie Lees Leben dreht sich alles um Bildung und Sport. Beides gehört für sie untrennbar zusammen: „Ich könnte niemals auf Sport verzichten, aber genauso wenig auf Bildung. Sonst würde mir einfach etwas fehlen.“. Mit dem Ziel, beides miteinander zu verbinden, fest vor Augen, ließ sie sich zunächst zur staatlich geprüften Freizeitsportleiterin ausbilden. Dafür wechselte sie extra an eine Schule, an der sie ihren Berufsschulabschluss parallel zum Abitur absolvieren konnte.
Bei Jamie Lee musste schon immer alles gleichzeitig und am liebsten sofort passieren. Vor knapp einem Jahr hat die leidenschaftliche Kampfsportlerin ihr eigenes Fitness-Startup gegründet. Parallel dazu studiert sie im vierten Semester an der FOM Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie, um ihre unternehmerischen Kompetenzen auszubilden. „Stagnation ist keine Option“ heißt die Kampfansage auf der Website ihres Fitness- und Kampfsportstudios „Körperschmiede now“ im nordrheinwestfälischen Willich. Und das scheint wortwörtlich das Motto der Junggründerin zu sein. Vom Kampsport hat sie viel fürs Leben gelernt: „Hinfallen ist keine Schande. Wichtig ist nur, dass man einmal mehr aufsteht.“. Angst zu scheitern hat sie nicht – eine angemessene Portion Respekt schon. „Respekt sollte man immer haben, sonst handelt man schnell leichtsinnig.“.

Mit Leidenschaft, Know-how und Kampfgeist zum Erfolg

Diese mutige und doch bodenständige Einstellung half der ambitionierten Studentin auch bei der Existenzgründung. Gerade in der Anfangsphase gab es einige Hindernisse, die es zu bewältigen galt: „Ich komme aus einer eher ländlichen Gegend und da gibt es viele Berührungsängste, was den Kampfsport betrifft. Da musste ich erstmal ordentlich Aufklärungsarbeit leisten, um die Vorurteile abzubauen“, erzählt die Studentin und Junggründerin. Sie ist regelmäßig auf lokalen Festivitäten vertreten und lässt Interessierte einfach mal ausprobieren. „So lassen sich die Hemmungen am einfachsten verlieren“, meint sie.

Und der Plan scheint aufzugehen: Seit der Gründung im Oktober 2017 wird das vielfältige Angebot der „Körperschmiede now“ sehr gut angenommen. Das Leistungsspektrum umfasst mittlerweile Personal Training, Fitnesskurse, Firmenfitness-Konzepte und vieles mehr. Mit dem Umbau der 400 qm großen Lagerhalle, den sie zusammen mit ihrem Vater in Eigenregie durchgeführt hat, hat sich Jamie Lee einen Traum erfüllt. „Endlich spiegelt meine Umgebung die Professionalität und das Wissen wider, das ich mir über die Jahre aufgebaut habe. Gerade weil ich noch so jung bin, werde ich dadurch auch ganz anders wahr- und ernst genommen.“.

Jamie Lee im Fitnessstudio
Letztendlich möchten wir doch alle das Beste aus uns herausholen

Die 23-Jährige ist stolz auf das, was sie bisher erreicht hat – gibt sich aber selten zufrieden. Langfristig soll eine räumliche Vergrößerung des Studios her und auch ein Ausbau des Kursangebots durch neue Sportarten ist in Planung. Offenheit für Neues und Weiterentwicklung sind Jamie Lee sehr wichtig.

Um sich rund um das Thema Unternehmensführung weiterzubilden und fit zu machen, hat sich die Startup-Gründerin neben dem eigenen Unternehmen für ein berufsbegleitendes Studium an der FOM entschieden. Für Jamie Lee ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. „Letztendlich möchten wir doch alle das Beste aus uns herausholen. Mir ist wichtig, dass ich selbst die Kontrolle habe und nicht fremdgesteuert bin. Ich kann mir die Kurse und Inhalte selbst aussuchen und meine Zeit selbst planen.“ Im flexiblen Teilzeitmodel eignet sich Jamie Lee nun Grundlagenwissen zu allen wichtigen Unternehmensbereichen an. Genau diese Flexibilität hat die Jungunternehmerin in ihrem Vollzeitstudium an einer staatlichen Universität vermisst, das sie damals unmittelbar nach dem Abitur begann. Schnell war ihr klar, dass sie mehr Freiraum braucht, um ihre weiteren Projekte umzusetzen. „Natürlich muss man sich selbst gut organisieren können. Das habe ich zum Glück früh gelernt, da ich schon während der Schulzeit meine Zeit gut planen musste, um Leistungssport betreiben zu können.“

Sport und Bildung schaffen nicht nur das Fundament ihres Kampfsportzentrums, sondern sind auch ihre persönliche Lebensphilosophie.

Jamie Lee im Fitnessstudio
Drei Fragen an Jamie Lee

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Auf jeden Fall würde ich nochmal mein Herz in die Hand nehmen und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen! So lange man die Chancen und Risiken abwägt und das Positive überwiegt, kann ich jedem nur empfehlen: sei mutig, Erfolg wird kommen, so lange du hart arbeitest!

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Puh, über diese Frage habe ich jetzt ein wenig nachgedacht. Ich denke, dass es noch zu früh ist, um zu sagen: dieses und jenes würde ich beim nächsten Mal definitiv anders machen. Die Frage kann ich vielleicht in fünf Jahren besser beantworten.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Viele Dozenten sind aus der freien Wirtschaft, lehren Ihre Erfahrungen, sehr praxisnah

Super Zeitmodell, um nebenbei arbeiten zu gehen bzw. sich selbstständig zu machen

Reduzierte Anzahl an Modulen pro Semester im Vergleich zu „normalen“ Hochschulen / Universitäten, dadurch hat jedes Modul eine hohe Wertigkeit