„Zukunft ist, was du draus machst“

Naomi gestaltet nicht nur ihre eigene Zukunft

„Hypermotiviert, ehrgeizig und schnell unterfordert“ – so beschreibt sich Naomi. Die 24-Jährige leitet gemeinsam mit einer Studienkollegin von der FOM ihr eigenes Tech-Start-up und schafft Lösungen für das Belegsystem der Zukunft. Für ihre eigene Zukunft wünscht sie sich vor allem eins: Immer neue Herausforderungen und Abwechslung. Wie Naomi zur Gründerin und Führungskraft wurde, hat sie uns im Interview erzählt:

Wenn man mit Naomi spricht, wird schnell klar: Sie ist keine gewöhnliche junge Frau. Mit ihren Mitte Zwanzig wirkt sie sehr selbstsicher, reflektiert - weiß genauestens um ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Trotz ihrer beachtlichen Erfolge, die sie vorzuweisen hat, ist sie kritisch – hinterfragt ihr eigenes Handeln und überlegt, was in Zukunft noch besser geht. „Ich bin tatsächlich eher Pessimistin“, gibt sie schmunzelnd zu. „Meine Geschäftspartnerin ist genau das Gegenteil – wir ergänzen uns gut.“ Ihre Geschäftspartnerin ist Naomis ehemalige Kommilitonin Katrin. Die beiden haben sich während ihres Business Administration-Studiums an der FOM kennengelernt und auf Anhieb blendend verstanden. Nicht nur die Freundschaft zwischen den beiden Studentinnen beginnt zu wachsen – auch ihre Geschäftsidee beginnt mehr und mehr Gestalt anzunehmen: Elektronische Kassenbelege.

Digital statt normal

„Ich habe nach dem Abi erstmal eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Katrin ist gelernte Finanzassistentin. Wir kommen also beide aus einem Umfeld, wo Belege immer eine große Rolle gespielt haben. Wir haben ein Problem erkannt, das wir lösen wollten.“ Geboren war die Idee zu „Bill.less“ – eine App für digitale Kassenbelege und die zwei jungen Frauen plötzlich Gründerinnen. Das alles passiert während Naomis Studium an der FOM (neben Business Administration studiert sie nach einem Jahr auch noch parallel Wirtschaftspsychologie) und ihrem Job in einer Unternehmensberatung. Was sich heute liest, wie die Erfolgsstory einer Überfliegerin, hat Naomi früher jedoch einiges abverlangt. „In der Schule musste ich ganz schön kämpfen, um gute Noten zu bekommen. Ich habe mir wirklich schwer damit getan. Vielleicht hat mich das motiviert, etwas mehr Gas zu geben als andere.“ Ihre einstige Schwäche hat Naomi gekonnt zur Stärke gemacht.

Learning by doing

Naomi wirkt sehr authentisch und gefestigt in ihrer Art. Sie spricht offen und ehrlich – auch über die nicht so schönen Seiten der Selbstständigkeit. Ob sie schon immer den Wunsch hatte zu gründen? „Nein, eigentlich nicht. Ich bin beruflich eher der Sicherheitstyp. Davor habe ich in der Unternehmensberatung gearbeitet und war dort auch ganz zufrieden. Ich habe es vor allem gemocht, regelmäßig mein festes Gehalt zu bekommen.“ Die Sicherheit und das feste Gehalt hat Naomi eingetauscht: Gegen Freiheit und persönliches Wachstum. Sie kann sich selbst sehr gut einschätzen – weiß genau, was sie braucht, um beruflich glücklich zu sein: „Ich bin sehr ehrgeizig und schnell unterfordert. Daher brauche ich einen Job, der abwechslungsreich ist und bei dem ich jeden Tag etwas Neues lerne.“ Die Tätigkeit als Gründerin bietet ihr genau das. Mittlerweile haben Naomi und Katrin Personalverantwortung für acht Mitarbeitende. Jeder neue Tag hält Dinge bereit, die die beiden vorher noch nie gemacht haben. Das ist manchmal anstrengend, aber auch spannend: „Ich mag die Dynamik! Jede Mail, jeder Anruf kann eine Veränderung bedeuten und uns einen großen Schritt weiterbringen. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade nicht nur viel für den Job, sondern auch fürs Leben lerne.“

Female Founder

Um Investorengelder zu sichern, pitchen sie ihre Geschäftsidee regelmäßig bei Start-up Events. Oft sind die beiden die einzigen Frauen auf den Veranstaltungen. „Die Gründerszene ist überwiegend männlich. Man muss definitiv härter arbeiten bei der Investorensuche.“ Und wie fühlt sich das an, mit Mitte 20 solche wichtigen Investorengespräche zu führen? „Gewöhnungsbedürftig, wobei man sich eigentlich nie wirklich daran gewöhnt!“, lacht Naomi. „Es ist eigentlich schlimmer als in der ‘Höhle der Löwen’. Man muss sich minutiös vorbereiten - sie wollen ALLES wissen. Es erfordert auf jeden Fall eine gewisse mentale Stärke, dem Druck standzuhalten, wenn alle Augen und Ohren auf dich gerichtet sind.“

Wer so viel Power hat, muss seine Batterien regelmäßig aufladen. Was macht Naomi, um zwischendurch mal abzuschalten? „Da bin ich leider richtig schlecht drin“, gibt sie zu. „Gut essen und schlafen sind zurzeit eigentlich am wichtigsten für mich, um Kraft zu tanken. Und ich schlafe meistens nur fünf Stunden“, lacht Naomi. „Aber Zeit für Kaffee und ein bisschen Sport am Morgen muss schon sein – und ich versuche auch wirklich, mich zu bessern und mir mehr Zeit für Freunde und Freizeit zu nehmen.“

Drei Fragen an Naomi

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde in jedem Fall wieder neben dem Job gründen – einfach aus finanziellen Gründen. Und ich würde jederzeit wieder zusammen mit Katrin gründen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Wenn ich neu starten könnte, würde ich wahrscheinlich erst mal einen Realschulabschluss machen, statt mich durchs Gymnasium zu quälen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Möglichkeit des Dualen Studiums: So konnte ich schon währendes der Ausbildung mit dem Studium beginnen – das hat viel Zeit gespart.

Die Kombination aus Praxis und Theorie: Ich bin ein „Hands-On“-Typ und lerne leichter, was ich gleich anwenden kann.

Die Flexibilität: Ich konnte mir die Studieninhalte selbst zusammenstellen.

Mit Sicherheit in eine erfolgreiche Zukunft

Sina über den Schritt in die Selbstverwirklichung

Nicht mal ein Jahr ist es her, dass Sina es gewagt hat. Dass sie über ihren Schatten gesprungen ist, ihre Zweifel zur Seite geschoben und ihre Vision in die Tat umgesetzt hat. Nicht mal ein Jahr ist es her, dass sie gemeinsam mit einem Arbeitskollegen gegründet hat – und so zur aktiven Gestalterin ihrer eigenen Zukunft wurde. Nun führt sie mit 26 Jahren ihr eigenes Start-Up – und könnte darüber nicht glücklicher sein. Woher Sina die Kraft genommen hat, diesen großen Schritt zu gehen, wieso sie selbst von sich überrascht ist und was sie für ihre Zukunft plant, das hat sie uns im Gespräch verraten.

Sinas Plan war es eigentlich nie, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. „Viel zu unsicher“, dachte sie sich. Stattdessen startet sie ihre berufliche Laufbahn mit einem dualen Studium bei einer Versicherung in Köln. Eine zukunftssichere Wahl, wie sie findet. Der Job interessiert Sina, sie lernt viel und trotzdem weiß sie, dass sie hier langfristig nicht bleiben will. „Ich habe ständig neuen Input gesucht und auch die Arbeit am Menschen hat mir gefehlt“, so Sina. Nach einem kurzen Auslandsaufenthalt entscheidet sie sich deshalb für etwas Neues. Sie beginnt berufsbegleitend den Master "Wirtschaftspsychologie" an der FOM zu studieren und arbeitet nebenbei als Marketing-Managerin. In ihrem neuen Job trifft sie auf ihren Kollegen und späteren Mitgründer. Gemeinsam entwickeln sie ein E-Learning-Angebot für Fahrerunterweisung und bemerken schon bald, dass sie hier auf eine Marktlücke gestoßen sind. Denn „während große Unternehmen keine Probleme haben, Lernmanagementsysteme für ihre Mitarbeitenden zu bezahlen, sind diese für kleine oder mittelgroße Unternehmen häufig zu teuer“, erklärt uns Sina. Die Idee für „VINYA“ ist geboren, eine digitale Plattform, die Schulungsmanagement und E-Learning-Kurse in einer Lösung vereint und die Vorteile komplexer Lernmanagementsysteme kleinen und mittleren Unternehmen zugänglich macht.

Zukunft wagen

Doch Sina hadert mit sich. Sie möchte später einmal eine Familie haben, das wird bestimmt total schwer. Und auch die Tatsache, dass sie keine andere Frau in ihrem Alter kennt, die schon selbstständig ist, hält sie zurück. Doch der Gedanke lässt sie nicht los. „Ich habe das Internet nach Erfolgsgeschichten von Gründerinnen, die auch Mütter sind durchstöbert und gesehen `hey, das scheint ja doch zu klappen´. Und das hat mich nochmal in meinem Vorhaben bestärkt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen“.

Einfach machen!

Schließlich wagen ihr Kollege und sie den Sprung ins kalte Wasser, bewerben sich kurzerhand auf ein Start-up-Stipendium und – sind erfolgreich. Im September 2020 wird Sina Mitgründerin eines Unternehmens, dass Mitarbeiterschulungen auf das nächste Level hebt: Digitale e-Learning-Systeme. Insbesondere Mittelständler, die häufig nicht die Mittel haben mit der erforderlichen Geschwindigkeit der Digitalisierung standzuhalten, sollen davon profitieren.

„Ich war schon sehr aufgeregt“, schmunzelt sie rückblickend. „habe mir aber immer versucht zu sagen `Eigentlich kann doch gar nichts schlimmes passieren´. Ich habe ja immer noch das Stipendium, das mich mit Lebenserhaltungskosten unterstützt, und außerdem eine tolle Ausbildung. Eine gute Zukunft ist mir sicher“.

Und so beginnt für Sina eine herausfordernde und spannende Zeit. Denn neben unzähligen Höhen ist es eben nicht immer einfach ein eigenes Unternehmen zu führen.

„Gründer:innen, die nie zweifeln, habe ich noch nicht kennengelernt“, gibt Sina zu. „Vor Weihnachten war eine Zeit, wo so viel los war, dass wir dachten `jetzt können wir nicht mehr´. Aber die Situation hat sich Stück für Stück normalisiert. Wir sind routinierter geworden und haben mit jedem bewältigtem Problem auch neue Erfahrung gesammelt“.

„Ich denke viel über meine Zukunft nach“

In diesen stressigen Zeiten ist Sina besonders froh, auf ihr Umfeld zählen zu können. „Dass meine Familie und Freunde mir zeigen, dass das cool ist, was ich da auf die Beine stelle, das gibt mir viel Kraft“, erzählt sie. Doch auch auf die eigene innere Stärke kommt es an. „Es hilft mir sehr, bewusst Pausen einzulegen. Dann meditiere ich oder reflektiere meine aktuelle Situation. Andernfalls bin ich oft in meinem Tunnel und realisiere gar nicht, was alles passiert ist. In Momenten der Ruhe gucke ich dann manchmal nach einer ganzen Weile zurück und denke mir `wow, ich habe ja schon viel gemacht´. Das gibt mir Energie, meinen Weg weiter zu beschreiten.“

 

Neben dem, was war, interessiert Sina jedoch vor allem, was noch sein wird. „Ich denke viel über die Zukunft nach und hole mich dann bewusst wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. `Schritt für Schritt, schau was passiert und wenn‘s nicht passiert, dann ist es auch nicht so schlimm´, sage ich mir immer. Generell möchten wir unser Angebot bei VINYA gerne um Microlearnings erweitern, um die Mitarbeitenden auch einzeln an die Hand zu nehmen. Also neben den Pflichtunterweisungen auch Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung anbieten. Mehr mit dem Menschen per se arbeiten“, erzählt sie uns begeistert. „Lernen und Entwicklung - das sind für mich Herzensthemen. Die Welt befindet sich in einem permanenten Wandel. Wenn man da selbst stillsteht, verpasst man nicht nur unheimlich viel, sondern auch den Anschluss.“

Drei Fragen an Sina

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Eigentlich alles.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich wäre gerne mutiger gewesen. Hätte mich gerne schon eher Dinge getraut. Vielleicht hätte ich dann schon früher das Gefühl gehabt, dass ich etwas mache, das mich begeistert und mir Kraft gibt.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die FOM Hochschule gibt es deutschlandweit: Das war mir sehr wichtig, da ich anfangs noch unschlüssig war, wo genau es mich hinzieht.

Die Studieninhalte: Dass der Master so flexibel war, dass ich für den Master in "Wirtschaftspsychologie" nicht zwingend auch den Bachelor in "Wirtschaftspsychologie" brauchte

Die Praxisnähe: Das wurde mir vorab schon von Freunden bestätigt, die auch bereits an der FOM studiert haben.

Female Leadership

FOM Professorin Dr. Anja Seng über Führung, Zukunft und Vielfalt

Prof. Dr. Anja Seng ist eine beeindruckende Frau. Sie ist nicht nur theoretisch Expertin auf dem Gebiet Female Leadership – in ihren zahlreichen Rollen und Funktionen ist die FOM Professorin für Personalmanagement selbst Führungskraft und weiß, wovon sie spricht. Als Rektoratsbeauftragte für Diversity Management setzt sie sich aktiv für den Umgang mit Vielfalt an der Hochschule ein. Sie weiß um den Nutzen von unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven.  Kein Wunder also, dass auch sie selbst vielseitig interessiert und engagiert ist. Am Institut für Public Management forscht Anja Seng zum Thema Führung in der öffentlichen Verwaltung, wo digitales und agiles Arbeiten zu den Schwerpunkten zählen. Neben ihrer Arbeit an der Hochschule in Lehre und Forschung ist sie beratend tätig, hält Vorträge und setzt sich in unterschiedlichen Organisationen für das Thema Gleichberechtigung und Stärkung der Frau ein. Als Mutter von zwei Söhnen und Führungskraft hat sie geschafft, was sich viele Frauen wünschen: sich in Karriere und Familie gleichermaßen zu verwirklichen. Wieso das leider immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, woran das liegt und was wir dagegen tun können, hat sie uns im Interview erzählt:

 

Was versteht man unter „Female Leadership“?

Unter Female Leadership verstehe ich eigentlich eher allgemein Frauen in Führungspositionen. Der Begriff ist auch nur deshalb relevant, weil Frauen in Führungspositionen aktuell noch selten sind. Deswegen das spezielle Wording, das wir hoffentlich nicht mehr allzu lange brauchen.

Mir selbst ist es dabei wichtig, ein Vorbild zu sein und selbst vorzuleben, wovon ich anderen erzähle. Ich möchte andere Frauen ermutigen und sagen „Hey, probier’s doch!“. Ich möchte andere Frauen auf ihrem Weg unterstützen, indem ich beispielweise versuche, jeden Tag eine 'gute Frau' zu empfehlen – sei es für einen Job oder in Form einer Buchempfehlung einer Autorin. Es ist mir wichtig, meine eigene Stimme zu erheben und meine Meinung offen zu vertreten.

Ich möchte andere Frauen ermutigen und sagen „Hey, probier’s doch!“

Inwieweit würde die Gesellschaft von mehr Frauen an der Spitze profitieren?

Ganz kurz gesagt: Der Talentpool wird so komplett ausgeschöpft. Aktuell wird nur die Hälfte der Bevölkerung für Führungspositionen in Erwägung gezogen. Obwohl Frauen die gleiche Schulbildung erhalten, in den Vorlesungssälen gemeinsam mit männlichen Kommilitonen sitzen und ihren Abschluss machen, tauchen sie später nicht mehr in den relevanten Positionen auf. Das ist schlichtweg volkswirtschaftliche Verschwendung. Es wird für eine Ausbildung bezahlt, die aktuell nicht wirklich genutzt wird, weil die Frauen heutzutage häufig noch mit den Kindern zuhause bleiben. Außerdem ist es schon allein aus moralischer und ethischer Perspektive geboten, gleiche Chancen für alle anzubieten. Es gibt auch immer mal wieder Studien, die versuchen zu belegen, dass Unternehmen mit Frauen an der Spitze wirtschaftlich erfolgreicher sind. Solche Studien sind aus wissenschaftlicher Sicht – leider - mit Vorsicht zu genießen, da es keine Kontrollgruppe gibt, sprich die Vergleichbarkeit der Bedingungen nicht wirklich gegeben ist. Das Argument ungenutzter Ressourcen jedoch ist wasserdicht.

 

Was ist mit der Annahme, Frauen führen „menschlicher“?

Auch das finde ich schwierig, denn es wird das Stereotyp „Frauen sind irgendwie netter“ impliziert. Als Argument ist das wenig tragfähig. Was man jedoch tatsächlich sagen kann, ist – vor dem Hintergrund einer aktuellen qualitativen Studie des DIW - dass in gemischten Gremien, also Aufsichtsräten, in denen sowohl Frauen als auch Männer vertreten sind, sich die Arbeitsatmosphäre und Arbeitsergebnisse positiv verändern. Das liegt nicht etwa daran, dass Frauen so wunderbar sind – denn auch ein Team nur aus Frauen trifft auf eine ähnliche Problematik wie ein Team, das ausschließlich aus Männern besteht. Die Mischung macht den Unterschied.

 

Mit welchen Hürden haben Frauen immer noch zu kämpfen?

Frauen sind im Studium zum Teil sogar überproportional vertreten – tauchen später in den Führungsetagen jedoch kaum noch auf. Das liegt vor allem an den bestehenden Strukturen – gesellschaftlich, politisch, individuell und auch betrieblich. Iris Bohnet beschreibt es in ihrem Buch „What works“ sehr gut, indem sie sagt: „Nicht die Frauen müssen sich ändern, sondern die Spielregeln.“ Die Rahmenbedingungen legen ihnen viele Steine in den Weg – das beginnt schon bei der Personalauswahl. Hier fehlt es oftmals an validen Auswahlverfahren, die die tatsächliche Eignung der Person für den Job prüfen. Auch die aktuelle Feedback-Kultur hat maßgeblichen Einfluss auf die Chancengleichheit. Man hat herausgefunden, dass Männer Männern anders Feedback erteilen als Frauen, nämlich viel häufiger und direkter. Das hat zur Folge, dass es für Frauen schwieriger ist, die aktuelle Position – und damit auch ihre Verhandlungsposition – zu bestimmen. Der Zugang zu Informationen und Netzwerken spielt ebenfalls eine große Rolle. So werden offene Positionen oft schon informell kommuniziert, so dass dann bei der offiziellen Besetzung ein Vorsprung entsteht. Auch das Thema Familienplanung ist natürlich relevant. Fragen Sie sich einmal, wer in Deutschland Kinder bekommt. Statistisch gesehen sind es 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen – die Eltern eben. „Die Torte der Wahrheit“ vom 12. Februar dieses Jahres (das ist ein Tortendiagramm mit alltäglichen Fakten, das Autorin und Kabarettistin Katja Berlin regelmäßig auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht) zeigt etwas anderes: Demnach bekommen nach Einschätzung von Unternehmen 80 – 90 Prozent der Frauen Kinder, aber nur 10 Prozent der Männer. Die Erwerbstätigkeit ist bei Frauen zwar insgesamt deutlich gestiegen – allerdings bei gleichbleibendem Anteil an der sogenannten Care-Arbeit. Wir sehen also: Es sind vielfältige Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen.

Und hier möchte ich noch die Gelegenheit nutzen, mit zwei typischen Annahmen „aufzuräumen“: Zum einen mit der Unterstellung, „es gäbe sie nicht“. Die Pipeline an qualifizierten Frauen ist bestens gefüllt. Auch die Vermutung, dass Frauen keine Lust auf Führungspositionen hätten, hat sich als unhaltbar erwiesen. Es gibt Studien, die zeigen, dass Männer und Frauen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn gleichermaßen Karriere machen möchten. Bei Frauen bricht diese Zahl jedoch nach drei bis vier Jahren ein, was maßgeblich auf die oben genannten Strukturen zurückzuführen ist.

 

Was ist ein konkretes Beispiel, um mehr Chancengerechtigkeit in den Strukturen zu schaffen?

Unbewusste Vorurteile zu haben, ist menschlich – dagegen können wir nicht viel tun. Wichtig ist es daher, sich das bewusst zu machen und Strukturen und Prozesse zu schaffen, die eine objektivere Beurteilung ermöglichen. Strukturierte Interviews mit klaren Anforderungsprofile sind zum Beispiel ein Instrument. Dafür müssen die Interviewenden im Vorhinein geschult werden und für unbewusste Stereotypen sensibilisiert werden. Auch das Mehraugenprinzip bei der Auswahl durch eine gemischte Jury wäre einfach umzusetzen und sorgt dafür, dass wir die Vielfalt unserer Gesellschaft besser nutzen können - und das gilt nicht nur für Frauen.

„Glaube an dich und trau dir etwas zu!“

Wieso liegt Ihnen das Thema Female Leadership so am Herzen?

Ich habe lange Zeit selbst gedacht, dass ich alles erreichen kann und eine gewisse Zeit lang war das auch so. Irgendwann bin ich im Rahmen meiner Schwangerschaft dann selbst an Grenzen gestoßen, die ich zwar bemerkt habe, in denen ich jedoch noch keinen systematischen Zusammenhang gesehen habe. Später ergab sich die Möglichkeit, in einem Forschungsprojekt zum Thema Genderforschung tätig zu sein. Es ging um die Rolle der Frau in der chemischen Forschung und Entwicklung. Ich habe erst mal mit den Augen gerollt und dachte mir „Das ist doch alles Quatsch. Frauen müssen sich eben nur richtig anstrengen – das werden wir jetzt belegen.“ Drei Jahre lang habe ich mich empirisch mit dem Thema auseinandergesetzt, um festzustellen, dass es das, was andere bereits vorher herausgefunden haben, wirklich gibt. Dass der Weg für Frauen eben nicht so einfach ist. Wir denken, wir leben in einem fortschrittlichen Land: Die Hälfte der Einwohner sind Frauen und wir haben alle die gleichen Chancen - dem ist aber nicht so. Als ich das begriffen habe, wusste ich, dass sich hier etwas ändern muss und ich dazu beitragen möchte.

 

Wie wichtig ist Ihnen insbesondere Ihre Rolle als Mentorin?

Mentoring ist etwas, das ich sehr gerne mache. Nicht nur in meiner Funktion bei der Initiative Women into Leadership (IWiL), sondern auch bei anderen Gelegenheiten, die sich mir bieten. Sei es meine Praktikantinnen in der Beratung oder die Babysitterinnen unserer Jungs, die mittlerweile Mitte 20 sind und tolle Karrieren machen- ich unterstütze gerne mit Ratschlägen und habe auch schon einigen Frauen den Weg in den Job geebnet. Ich selbst hatte zwar keine Mentorin im klassischen Sinne, habe mir aber in den verschiedenen Phasen meines Lebens auch unterschiedliche Vorbilder gesucht und mir dort Impulse geholt.

 

Was würden Sie ihrem 20-Jährigen Ich raten oder was möchten Sie jungen Frauen auf den Weg geben?

Ich würde immer sagen: „Glaub an dich und trau dir etwas zu! Überleg dir, worauf du Lust hast, such‘ dir Leute, die sowas schon mal gemacht haben und sprich mit denen!“ Auch aktiv Feedback einfordern und Einschätzungen zur eigenen Person von anderen einholen ist hilfreich. Generell ist es wichtig, sich gut zu informieren. Bei allen Entscheidungen im Leben gilt:  Es gibt immer zwei Seiten - alles hat was Gutes und auch was weniger Gutes gleichermaßen. Deswegen gilt es abzuwägen.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist: Augen auf bei der Partnerwahl! Wenn erst bei der Kinderplanung auffällt, dass der Mann, den ich vor drei Jahren geheiratet habe, das patriarchalische Modell verfolgt, ist das schlecht. Und auch wenn das Thema mit 30 Jahren noch weit weg zu sein scheint: Altersvorsorge ist wichtig. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass mittlerweile die Hälfte aller Ehen in Deutschland nicht mehr richtig funktionieren. Wenn ich dann die letzten zehn Jahre zuhause war – was mache ich dann? Auch aus der mütterlichen Perspektive: Wenn die Kinder nach 18 Jahren das Haus verlassen – bin ich weiterhin zufrieden mit meinem Leben, wie es gelaufen ist? Und abschließend möchte ich unbedingt noch sagen, dass natürlich nicht alle Frauen Karriere machen sollen oder müssen, darum geht es nicht. Es sollte jedoch die Freiheit herrschen, dass denen, die es wollen, keine Steine in den Weg gelegt werden.

 

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Alles, was wir tun, wird ein Teil von uns!

WARUM ÜBERHAUPT STUDIEREN?

Ein Studium kann dir dabei helfen, deine Karriere aufs nächste Level zu heben. Rund 85 % aller Führungskräfte in der Wirtschaft verfügen über einen akademischen Abschluss – Tendenz steigend.

Umgangssprachlich bezeichnet man ein abgeschlossenes Studium auch gern als „beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit“. Die Arbeitslosenquote bei Hochschulabsolventen lag 2017 bei lediglich 2,6 % und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund sechs Prozent.

Warum sollte man studieren?

Vom Laufsteg in den Hörsaal

Erst Topmodel, dann Bachelor-Studentin – Sayana Ranjan lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. 2019 erreichte sie als erste Tamilin den zweiten Platz beim Finale von Germany's Next Topmodel. Ein Jahr später begann sie ihr Bachelor-Studium an der FOM in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Eine junge Frau, die weiß was sie will und nicht vorhat, auf einen ihrer zahlreichen Träume zu verzichten.

Ich bin zielstrebig und ehrgeizig; auch in meinen jungen Jahren habe ich meine Ziele immer sehr hoch gesetzt.

Wenn es eine Sache gibt, von der Sayana Ranjan keine Ahnung hat, dann ist es aufgeben. Als sie sich nach ihrem Abitur bei Germany’s Next Topmodel bewarb, tat sie das mit einer klaren Mission: „Mein Ziel war immer, bis zum Finale zu kommen und natürlich dann auch Germany’s Next Topmodel 2019 zu werden.“ Nun hat das leider nicht ganz gereicht. Am Ende machte Simone Kowalski das Rennen auf dem Laufsteg. Aber sieht sie sich als Verliererin? Kein bisschen. „Das Ding ist: Ich habe jede Sekunde mitbekommen. Bis zuletzt habe ich alles miterlebt. Es ist schade, dass es nicht ganz gereicht hat, aber es hat mich nicht fertiggemacht.“ Dafür hätte es auch keinen Grund gegeben – nach der Staffel war sie nicht nur als Gewinnerin der Herzen bekannt, sondern konnte durch die mediale Aufmerksamkeit einen Fuß in die Modelbusiness-Tür setzen. Sayana wird regelmäßig für Auftritte gebucht: Mit gerade mal Anfang 20 hat sie es geschafft, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Meine Energiesäule ist meine Mutter. Sie ist die Person, die mich runterbringt, egal wie ich gerade drauf bin.

Als Tochter einer Sri-Lankerin und eines Inders wurde Sayana in die tamilische Community geboren. Das Volk der Tamilen ist größtenteils in diesen zwei Ländern ansässig und lebt ortsunabhängig seine eigenen Traditionen aus. Mit dem Weg, den sie einschlug, stellt sie für viele junge Tamilinnen ein Vorbild dar. Ihre Religion, den Hinduismus, würde sie niemals für ihren Beruf zurückstellen – aber das muss sie auch nicht. Dennoch gibt es viele kulturelle Erwartungen, mit denen Frauen dieser Kultur immer wieder zu kämpfen haben. So strebte sie nicht ganz ohne Bedenken ihren Traumberuf an, aber sie wurde dabei immer von ihren Eltern unterstützt. Sie sind die größten Befürworter für ihren Weg in die Modelbranche. Heute muss sie lachen, wenn sie sich daran erinnert, wie ihr Vater sie schon damals motivierte: „Er war derjenige, der meinte: 'Melde dich bei Germany’s Next Topmodel an.' Aber da war ich erst 14!“ Weil sie ihre Bildung immer ernst genommen hat, ließ ihre Teilnahme noch ein bisschen auf sich warten. Dennoch merkt man, dass der Ehrgeiz, für ihre Träume zu kämpfen, ihr in die Wiege gelegt worden ist. Vor allem ihre Mutter hat sie inspiriert: „Meine Mutter hat damals auch gemodelt. Sie war die Erste in ihrer Stadt, die eine Jeanshose getragen hat.“ Heute zählen zu ihren Vorbildern neben ihrer Mutter und Heidi Klum auch die indischen Schauspielerinnen Priyanka Chopra und Deepika Padukone, die international bekannt sind.

Mit Lehrbuch unterm Arm zum Shooting

Bei all der Arbeit, die sie in das Modelbusiness gesteckt hat, mag sich der ein oder andere fragen, warum Studieren überhaupt noch auf Sayanas To-Do-Liste steht. Dazu sollte man wissen, dass sie ihr damaliges Studium für die Castingshow unterbrochen hatte. Ihr war aber immer klar, dass Weiterbildung und Job sich niemals ausschließen sollten. Eine Ansicht, die sie mit der FOM teilt. Über ihren Freundeskreis hörte sie von dem berufsbegleitenden Studienangebot und den Strukturen der Hochschule und war nach ein wenig Recherchearbeit überzeugt. 2020 begann sie ihr Bachelor-Studium in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Die Entscheidung ließ nicht wenige in ihrem Umfeld stauen: „Viele waren tatsächlich sehr überrascht und meinten: 'Wie schaffst du das alles?' Aber irgendwann haben sie es akzeptiert.“ Und auch wenn sie trotz ihres Jobs viel unterwegs ist, hat sie felsenfest vor, das Studium durchzuziehen. Auch, wenn wegen der Corona-Pandemie aktuell alle Vorlesungen nur online stattfinden, geht das Studium doch ohne Probleme weiter. Sayana berichtet begeistert von der schnellen Reaktion der Hochschule auf die neuen Umstände: „Die FOM hat wirklich rasch reagiert und auf ein digitales Studium umgestellt. Als andere Hochschulen noch im Umstellungsprozess waren, hatte ich schon meine erste Klausurenphase durch.“

 

Sayana ist nicht zu bremsen. Bei den Anforderungen, die ein Studium mit sich bringt und den Erwartungen, denen sie in ihrem Beruf gerecht werden muss, holt sie sich ihren Ausgleich über ihre Religion und durch Sport. Sie ist ein Beispiel dafür, dass jeder, der bereit ist hart zu arbeiten, seine Träume verwirklichen kann. Nach dem Studium will sie erst recht durchstarten. In zehn Jahren sieht sich die Grevenbroicherin mit Kindern auf dem Schoß ihr eigenes Unternehmen führen. Sie denkt nicht daran, dafür ihr Leben vor der Kamera zu opfern: „Ich glaube, ich würde nebenbei trotzdem modeln. Das könnte ich mir schon vorstellen, weil das Modeln einfach meine Leidenschaft ist.“ Und auch wenn noch nicht genau feststeht, wo sie ihr Leben noch hinführt, ist eines sicher: Mit dem Studienabschluss an der FOM, stehen ihr viele Türen offen!

One day or day one. It’s your decision!

DIE GLEICHEN INHALTE WIE IN EINEM VOLLZEITSTUDIUM?

Ein berufsbegleitendes Studium an der FOM vermittelt dir genau die gleichen Inhalte wie ein Vollzeitstudium. Das liegt daran, dass alle Studiengänge der FOM derselben verbindlichen Studienordnung unterliegen wie die Vollzeitstudiengänge staatlicher Hochschulen.

Studierende sammeln pro Semester eine bestimmte Anzahl sogenannter ECTS-Punkte (oder CP – Credit Points). ECTS steht für „European Credit Transfer System“ – ein europaweites System, das dafür sorgt, dass die Studienleistungen in ganz Europa einheitlich bewertet werden. Sind alle notwendigen Credit Points erbracht, gilt das Studium als bestanden.

 

Junger Mann mit Smartphone im Bahnhof

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Ausbildung oder Studium?

Nina zieht einfach beides durch

„Eine Ausbildung machen? Dafür braucht man doch kein Abitur!“ So oder so ähnlich ist die Reaktion vieler Mitschüler auf Ninas Entscheidung, sich nach dem Abi zur Industriekauffrau ausbilden zu lassen. Die Sorge sei groß, man würde sich „unter Wert verkaufen“. Nina sieht das ganz anders: Eine Ausbildung sei schließlich ein wichtiges Fundament im Berufsleben – darauf möchte sie nicht verzichten. Auf ein Studium allerdings auch nicht. Wieso die Lehre zur Industriekauffrau nur der erste Schritt in Ninas Karriere ist und wieso sich die Dual-Studentin eine Promotion für ihre Zukunft vorstellen kann, hat sie uns erzählt.

Was mache ich nach dem Abitur? Das fragen sich jährlich viele Schülerinnen und Schüler und stehen damit vor einer großen Entscheidung. Für die damals 17-jährige Nina war die Wahl jedoch schnell getroffen – selbständige Psychologin möchte sie werden, da ist sie sich ganz sicher. Doch dann kommt alles anders: „Ich hatte leider nicht den NC, um zum Psychologie-Studium zugelassen zu werden. Also habe ich überlegt, was ich stattdessen machen könnte – wie ich die Wartezeit aufs Studium nutzen könnte.“ Nina entscheidet sich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau, denn kaufmännisches Grundwissen kann man als Selbständige ja immer gut gebrauchen. Schnell wird jedoch klar: Eigentlich gefällt es Nina ganz gut in der Wirtschaft. So gut sogar, dass sie dabei bleiben möchte. „Bis vor ein paar Jahren hätte ich mir das selbst nie vorstellen können“, gibt Nina zu. „Ich habe mal ein Tagespraktikum in einem Betrieb absolviert und fand es super langweilig“, schmunzelt sie. „Sobald man dann aber wirklich Teil des Unternehmens ist und im Berufsalltag angekommen, macht es richtig Spaß.“ Die 19-Jährige absolviert aber nicht nur eine Ausbildung zur Industriekauffrau – sie studiert parallel an der FOM. „Duales Studium“ nennt sich diese Ausbildungsform und bringt für Nina einige Vorteile mit sich, die schon bei der Fächerwahl beginnen: „Ich studiere 'Betriebswirtschaftslehre & Wirtschaftspsychologie' - quasi das Beste aus beiden Welten. Ich möchte in meiner Karriere vorankommen – gleichzeitig kann ich meinem Interesse nach Psychologie nachgehen – und das am besten noch in Kombination mit einer Ausbildung.“

„Ich nutze meine Freizeit gerne, um schneller an mein Ziel zu kommen“

Wieso ist das Thema Ausbildung so wichtig für die junge Frau? „Ich finde eine Ausbildung ist für alles die Basis. Wenn man gleich studieren geht, weiß man ja gar nicht, was einen später im Arbeitsleben überhaupt erwartet.“ Berufserfahrung zu sammeln, steht für Nina also ganz oben auf der Liste. Zeit verlieren, möchte sie dadurch aber nicht. „Mir würde das alles etwas zu lange dauern“, gibt sie zu und lächelt. „Drei Jahre Ausbildung, dann drei Jahre Bachelor und nochmal zwei Jahre Master…Puh! Mein Bruder hat damals auch schon parallel zum Job studiert an der FOM und ich dachte mir ‚das kann ich auch‘. Klar geht dafür einiges an Freizeit drauf, aber das nehme ich gerne in Kauf, um schneller an mein Ziel zu kommen.“ Klingt nach einem ambitionierten Plan! Mittlerweile ist Nina bald im dritten Semester. Und ist sie immer noch happy mit ihrer Wahl? „Ja, ich bin immer noch sehr zufrieden. Ich habe in dieser kurzen Zeit schon so viel gelernt, was ich im Job dann auch direkt anwenden kann. Zu merken, dass ich so schnell Fortschritte mache, motiviert mich auf jeden Fall. Außerdem merke ich, wie ich aus jedem Bereich etwas für den anderen mitnehmen kann.“

„Innerhalb von vier Tagen hatte ich meine Ausbildungsstelle“

Arbeit, Berufsschule und Studium gleichzeitig zu wuppen – das funktioniert natürlich nicht immer ganz stressfrei. Aber auch den unangenehmeren Phasen kann Nina etwas Positives abgewinnen: „Man lernt, sich zu organisieren - mein Zeitmanagement ist schon viel besser geworden.“ Dass sie strukturiert und selbständig handeln kann - das hat Nina gleich zu Beginn des Dualen Studiums schon unter Beweis gestellt. Zwar bietet die FOM umfangreiche Untertstützung bei der Ausbildungsplatzsuche an – Nina sichert sich ihre Arbeitsstelle jedoch ganz allein. „Das ging damals wahnsinnig schnell: Zwischen Bewerbung und Zusage lagen am Ende gerade mal vier Tage“, erzählt sie stolz.

„Man weiß, worfür man es macht“

Worin sieht Nina eigentlich den größten Unterschied zwischen „normalen“ Vollzeitstudium und einem dualen Studium? „Man wächst und entwickelt sich wahnsinnig schnell weiter: Die praktische Arbeitserfahrung ist einfach durch nichts zu ersetzen. Gleichzeitig lernt man, strukturiert an Dinge heranzugehen und gut zu planen – das bringt einen nicht nur beruflich, sondern auch generell im Leben besser voran. Zu wissen, WOFÜR man lernt, macht außerdem einen großen Unterschied. Wenn man nur den theoretischen Hintergrund kennt – sein Wissen, aber noch nie in der Praxis angwandt hat, kann man ja gar nicht wissen, was einem überhaupt Spaß macht, wo man mal hin möchte.“ Wo Nina mal hin möchte - das weiß die 19-Jährige schon ganz genau: Nachdem sie in nicht mal zwei Jahren einen international anerkannten Bachelor- sowie den IHK-Abschluss als Industriekauffrau inkl. absolvierter Ausbildung im Unternehmen in der Tasche haben wird, möchte sie weitermachen: mit einem Master oder sogar Doktortitel.

Jetzt mehr über Nina im Video-Podcast erfahren

Wenn du erfahren möchtest, wie Nina Ausbildung und Studium unter einen Hut bringt, dann hör mal in den Video-Podcast #allessein der FOM rein. Hier erzählt sie außerdem, welche Belastungen aber auch  Vorteile dieser Wegmit sich bringt – und wie glücklich sie diese Entscheidung macht. Lass dich von Ninas spannender Geschichte inspirieren!

Jung, talentiert und motiviert

Lindas Weg zur Führungskraft

„Ist doch auch nur ein Stück Papier“ – denkt Linda noch bis vor ein paar Jahren über einen Hochschulabschluss. Die Einstellung der jungen Stuttgarterin ändert sich, als sie merkt, dass sie im Beruf an Grenzen stößt. Sie möchte weiterkommen und den nächsten Schritt gehen – eine Position mit Personalverantwortung. Dafür braucht sie einen akademischen Titel im Lebenslauf. Wieso sie heute happy mit der Entscheidung für ein Studium ist und sich sogar wünscht, sie hätte früher damit angefangen, hat sie uns erzählt.

Vor ein paar Monaten feiert Linda ihr 10-jähriges Jubiläum bei der Kreissparkasse Ludwigsburg. Dabei ist sie gerade mal 27 Jahre alt. Die ehrgeizige Stuttgarterin weiß früh, was sie will: Nach einem Schüler-Praktikum bei der Bank entdeckt sie ihre Leidenschaft für Finanzen und beginnt direkt nach der Realschule dort ihre Ausbildung. Mit 19 ist sie ausgebildete Bankkauffrau und fängt in der Beratung an. Um sich für höhere Stellen zu qualifizieren, absolviert sie berufsbegleitend ihren Fachwirt an der Sparkassenakademie. Doch es bleibt bei dem Beraterjob. „Ich habe relativ schnell gemerkt, dass mich das dauerhaft nicht glücklich machen wird. Der Job macht mir Spaß, aber langfristig wäre ich damit einfach unterfordert.“ Was sie dauerhaft glücklich machen würde – das weiß Linda schon: Eine Führungsposition soll es sein – sie möchte Personalverantwortung. Und weil Linda gut organisiert ist, hat sie schnell einen Weg gefunden, wie sie ihr neues Ziel erreicht: An der FOM studiert sie seit knapp zwei Jahren BWL im Bachelor – berufsbegleitend, neben ihrem Vollzeitjob bei der Bank.

Von Vorbildern und Mentoren

Ein Vorgesetzter erkennt Lindas Potential und bestätigt sie in ihrem Wunsch nach einer leitenden Position. Er glaubt an sie und fördert ihre Entwicklung innerhalb des Unternehmens. „Eine gute Beziehung zu den Menschen bei der Arbeit, insbesondere zu den eigenen Vorgesetzten, halte ich für sehr wichtig. Die Vertrauensbasis, die da herrscht, ist letztendlich auch das, was mich hält – monetäre Anreize könnten niemals ausreichen.“

Vorbilder hat Linda nicht nur im beruflichen Umfeld: „Ich komme glaube ich sehr nach meinem Opa. Der ist zwar schon in Rente, hat aber keinen einzigen Tag nicht gearbeitet – er findet einfach immer etwas, was zu tun ist. Meine Eltern sind da viel lockerer. Meine Mutter hat mich neulich noch gefragt, wieso ich überhaupt studiere – mein Leben war doch schließlich auch davor ganz gut.“, erzählt Linda und lacht. Die Meinung von anderen, insbesondere von jemandem, der schon Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet hat, hört sie sich gerne an, trifft am Ende aber ihre eigenen Entscheidungen: „Ich habe meinen eigenen Kopf und weiß schon selbst genau, was ich will.“

Wer ernst genommen werden will, muss sich selbst ernst nehmen

Die Förderung, die Linda im Beruf erfährt, möchte sie auch weitergeben. „Ich habe gemerkt, dass ich andere Mitarbeiter gerne in ihrer Entwicklung unterstütze. Ich bin ein sehr selbständige Person und lege meist direkt los. Wenn ich anderen helfen kann, ihnen Dinge erklären und dann sehe, dass sie jetzt besser zurechtkommen, macht mich das happy.“ Ob sie Sorgen hat, dass sie ernst genommen wird? „Nein. Anfangs war das schon meine Befürchtung, aber ich hatte bisher noch nie Probleme damit. Ich nehme mich selbst ernst – weiß, was ich kann und was ich fordern kann. Ich glaube diese konsequente Art verschafft mir auch Respekt.“

 „Ich gebe nicht auf, sondern Gas!“

Linda war schon immer ein ehrgeiziger Typ. Was sie macht, macht sie richtig – gibt immer 100 Prozent. Dabei fällt auf: Ehrgeiz bedeutet nicht gleich Verbissenheit. Lindas lockere Art fällt sofort auf und ist etwas, das sie sich selbst auch unbedingt bewahren möchte: „Ich sehe die Dinge nicht zu streng. Ich muss auch nicht überall die Beste sein, aber ich will schon vorne mit dabei sein", erklärt Linda mit einem Augenzwinkern. Wie ihre Freunde sie beschreiben würden? „Auf jeden Fall als diszipliniert. Ich gehe gerne auch mal den schweren Weg. In der Vergangenheit hat sich das für mich immer ausgezahlt.“

Ihre Ausbildung hat sie mit Bravour gemeistert und auch das Bachelor-Studium wird Linda sehr wahrscheinlich ein Semester früher abschließen. Dabei kommt ihr eine bestimme Charakter-Eigenschaft zu Gute: Ihr positives Mindset. „Ich sehe eigentlich immer das Positive in jeder Situation. Auch wenn es mal Probleme auf der Arbeit gibt, verharre ich nicht lange in Gedankenschleifen, sondern frage mich stattdessen ‚Was kann ich tun, um es zu ändern?‘ Alles andere bringt mich ja nicht weiter.“ Klingt eigentlich logisch und ist doch eine überraschend weise Einstellung für eine so junge Frau. Selbst der Corona-Situation kann Linda auch etwas Gutes abgewinnen. „Ich schreibe gerne Hausarbeiten, also habe ich einige Module vorgezogen und schon mal abgearbeitet. So spare ich mir ein ganzes Semester! Ich finde es super wie schnell die FOM reagiert und sich entsprechend auf die neue Situation umgestellt hat. Ich kann alle Vorlesungen jetzt online belegen und spare mir den Hin- und Rückweg zur Hochschule.“

Drei Fragen an Linda

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Beruflich würde mich immer wieder für die beiden Bereiche Finance und Führung entscheiden.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich würde wahrscheinlich noch früher mit dem Studium anfangen. Ich finde, da habe ich am Anfang etwas Zeit verloren. Sonst bin ich aber sehr glücklich mit meinem Leben.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

  • Die Möglichkeit, dass ich berufsbegleitend studieren konnte – und das in der Nähe meines Heimatortes.
  • Das positive Feedback von Kollegen, die auch schon an der FOM studiert haben.
  • Die große Auswahl an Studiengängen. Und es kommen ja sogar immer mehr dazu. Da denke ich oft „Oh, das hätte mich auch noch interessiert!“