New Work

Individualität und Kreativität im Arbeitsmarkt der Zukunft

Die Arbeitswelt verändert sich unaufhörlich, besonders im Zeitalter der Digitalisierung. Flache Hierarchiestrukturen, agile Arbeitsmethoden und die Möglichkeit ortsunabhängig flexibel arbeiten zu können, sind Vorboten der sogenannten „New Work“. Wie begegnest du diesen Veränderungen der Arbeitswelt? Wir verraten Dir, was es mit dem Konzept auf sich hat und wie du davon profitieren kannst!

The only way to do great work is to love what you do.

Steve Jobs

Moderner Coworking Space

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob dein Job dich wirklich erfüllt oder warum du täglich zur Arbeit gehst? Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen sowie das Ausüben einer spannenden Tätigkeit sorgen laut einer Studie von Statista aus dem Jahr 2015 für die höchste berufliche Motivation. Und wer motiviert ist, der erzielt auch bessere Resultate. Die Tatsache, dass das Ausüben einer sinnstiftenden Tätigkeit die eigene Leistung und somit schlussendlich die Wirtschaft fördert, ist eine Grundannahme im Konzept „New Work“.

Dieses Konzept wurde in den 1970er Jahren vom Sozialphilosophen Frithjof Bergmann begründet, der eine Theorie zur neuen Arbeit aufstellte. Im Kern geht es darum, dass der Mensch Arbeit als Mittel verwendet, um sich selbst verwirklichen zu können. Werte wie Freiheit und Selbstständigkeit sind dabei von höchster Bedeutung. Die Idee der neuen Arbeit ist zwar also nicht neu, in der Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft aber äußerst relevant.

Mensch oder Maschine?

Fachwissen ist in der modernen Arbeitswelt schnell überholt, vielmehr wird die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, vorausgesetzt. Laut einer Befragung des Graduate Management Admission Council sind bei der Einstellung von Absolventen gerade Punkte wie individuelle Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit oder analytisches Know-how von besonderer Bedeutung. Fachspezifische Zertifizierungen erhalten dabei eine eher untergeordnete Rolle – was sich mit den Annahmen des New Work-Konzepts zur Bedeutung der Individualität deckt.

Man setzt also auf kleine Teams und Arbeitsweisen, die es ermöglichen, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Beim Design Thinking werden beispielsweise Ideen vom Reißbrett bis zur Umsetzung von interdisziplinären Teams verwirklicht. Hier kommen bewusst verschiedenste Kompetenzen zusammen. Die Projektorganisation kann dabei durch agile Methoden wie Scrum erfolgen. Dadurch wird unproduktives Multitasking verhindert und der Fokus auf die erfolgreiche Umsetzung bestimmter Projekte gelegt. Betrachtet man eine Organisation als Ganzes, so kann sich agiles Arbeiten beispielsweise in einer Führung ohne jegliche Hierarchien widerspiegeln – der Holokratie.

Während am Ende des 19. Jahrhunderts noch über 20.000 Arbeiter im Hamburger Hafen für das Verladen von Gütern zuständig waren, waren es rund 100 Jahre nicht einmal mehr die Hälfte. Mittlerweile wird die Arbeit fast ausschließlich von Maschinen verrichtet und die Kinder und Enkel der Dockarbeiter üben Tätigkeiten aus, die es zur Zeit ihrer Großeltern noch gar nicht gab.

In der Wissensarbeit werden in Zukunft ebenfalls viele Routinetätigkeiten von Künstlicher Intelligenz übernommen, auch das ist Teil von New Work. So verschiebt sich der Arbeitsmarkt in Richtung Kreativität und Spezialisierung. In den Fokus rücken die Einzigartigkeit einer Person, ihre individuellen Erfahrungen und damit die Diversität von Teams, was letztlich alternative Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen begünstigt.

Scrum, Design Thinking und Holocracy

Fachwissen ist in der modernen Arbeitswelt schnell überholt, vielmehr wird die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, vorausgesetzt. Laut einer Befragung des Graduate Management Admission Council sind bei der Einstellung von Absolventen gerade Punkte wie individuelle Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit oder analytisches Know-how von besonderer Bedeutung. Fachspezifische Zertifizierungen erhalten dabei eine eher untergeordnete Rolle – was sich mit den Annahmen des New Work-Konzepts zur Bedeutung der Individualität deckt.

Man setzt also auf kleine Teams und Arbeitsweisen, die es ermöglichen, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Beim Design Thinking werden beispielsweise Ideen vom Reißbrett bis zur Umsetzung von interdisziplinären Teams verwirklicht. Hier kommen bewusst verschiedenste Kompetenzen zusammen. Die Projektorganisation kann dabei durch agile Methoden wie Scrum erfolgen. Dadurch wird unproduktives Multitasking verhindert und der Fokus auf die erfolgreiche Umsetzung bestimmter Projekte gelegt. Betrachtet man eine Organisation als Ganzes, so kann sich agiles Arbeiten beispielsweise in einer Führung ohne jegliche Hierarchien widerspiegeln – der Holokratie.

Von der Organisation zum Einzelnen

Derartige Arbeitsweisen passen natürlich nicht in jede Art von Organisation. Hier gilt es für Führungskräfte herauszufinden, wie ihre Teams ticken und wie das Beste aus ihnen herauszuholen ist. Dasselbe gilt auch für die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle. Einige  skandinavische Unternehmen gehen als Beispiel voran und führten eine 4-Tage-Woche oder einen 6-Stunden-Tag ein. Das überraschende Ergebnis: In vielen Fällen stiegen Umsatz und Produktivität und die Krankmeldungen gingen zurück.

Auch flexible Arbeitszeitmodelle wie Vertrauensarbeitszeit und Home Office sind Teil des New Work-Konzepts. Diese gehen in eine ähnliche Richtung wie die generelle Verkürzung der Arbeitszeit, lassen dem Arbeitnehmer jedoch mehr Freiheiten, seine Zeit selbst zu gestalten. Das führt zur Verschmelzung von Arbeits- und Freizeit und erfordert eine recht hohe Disziplin, kann jedoch die Zufriedenheit erheblich steigern. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zur Work-Life-Balance.

Nomaden in der modernen Arbeitswelt

Dieses sogenannte Work-Life-Blending ermöglicht auch den Lifestyle digitaler Nomaden: Freelancer, die für ihren Beruf lediglich einen Laptop und eine schnelle Internetverbindung benötigen. Dazu gehören beispielsweise Informatiker, Designer oder Texter – allesamt Berufe, die ein gewisses Maß an Kreativität in der Lösung von Problemen erfordern. Die Weltenbummler können sich ihre Zeit komplett selbst einteilen und treffen in Coworking-Spaces auf der ganzen Welt auf Gleichgesinnte – egal ob in New York oder Singapur. Von einem Strand in Bali aus zu arbeiten, klingt erstmal wie ein Traum, oder? Doch zu diesem Lebensstil gehört auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin, zudem verzichtet man auf ein beständiges soziales Umfeld.

Wie sieht die Zukunft aus?

Natürlich ist dieser Lebensstil neben dem Aspekt der Selbstverwirklichung auch mit Unsicherheit verbunden. Aber genau hier sind wir wieder beim Grundgedanken der New Work: Die Individualität und Vorliebe des Einzelnen steht im Vordergrund. Auch wenn das der klassische 9-to-5-Job in einem Großraumbüro sein sollte. Denn das wichtigste ist, dass dich die Arbeit, der du tagtäglich eine Menge Zeit widmest, erfüllt und glücklich macht.

Wer also stets einen offenen Blick behält und bereit ist, sich beständig weiterzubilden, wird auch in Zukunft rosige Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben. Der Autor und Unternehmensberater Simon Sinek sagte einmal: „People don’t buy what you do, they buy why you do it”. Das gilt für Organisationen genau wie für Einzelpersonen. Vielleicht stellst du dir also an dieser Stelle noch einmal die Frage, warum du zur Arbeit gehen möchtest. Fehlen dir für deinen Traumjob noch bestimmte Skills? An der FOM kannst du dich auch berufsbegleitend weiterbilden und bist perfekt gerüstet für die Arbeitswelt der Zukunft.

DIE GLEICHEN INHALTE WIE IN EINEM VOLLZEITSTUDIUM?

Ein berufsbegleitendes Studium an der FOM vermittelt dir genau die gleichen Inhalte wie ein Vollzeitstudium. Das liegt daran, dass alle Studiengänge der FOM derselben verbindlichen Studienordnung unterliegen wie die Vollzeitstudiengänge staatlicher Hochschulen.

Studierende sammeln pro Semester eine bestimmte Anzahl sogenannter ECTS-Punkte (oder CP – Credit Points). ECTS steht für „European Credit Transfer System“ – ein europaweites System, das dafür sorgt, dass die Studienleistungen in ganz Europa einheitlich bewertet werden. Sind alle notwendigen Credit Points erbracht, gilt das Studium als bestanden.

 

Junger Mann mit Smartphone im Bahnhof

Du möchtest mehr erfahren? Hier findest du weitere wichtige Infos.

WAS IST DIE FOM?

Die FOM ist Deutschlands größte private Hochschule. Sie wurde 1993 auf Initiative der gemeinnützigen Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft gegründet und ist staatlich anerkannt. Heute studieren hier 57.000 Studierende berufs- oder ausbildungsbegleitend. Es gibt insgesamt 33 Hochschulzentren der FOM – 32 in Deutschland und eins in Wien. Der Hauptsitz der FOM ist in Essen, die Hochschule unterliegt daher der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Alle angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge wurden speziell für Berufstätige konzipiert, sodass sie sich gut mit deinem Job oder deiner Ausbildung vereinbaren lassen. Im Fokus steht dabei immer der Bezug zur Praxis. Ein besonderer Vorteil der FOM sind die Präsenzvorlesungen: Wie bei einem Vollzeitstudium besuchst du Vorlesungen an einem Hochschulzentrum (Ort und Zeit sind flexibel) und profitierst so von der direkten Wissensvermittlung erfahrener Professoren und Dozenten sowie von der Nähe zu deinen Mitstudierenden.

Studentin mit Buch im Park

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Krisen als Chance

Wie wir in diesen schwierigen Zeiten zu uns selbst finden können

Die Zeit, die wir aktuell durchleben, wird in die Geschichtsbücher eingehen. Wie die Geschichte aber ausgehen wird, ist dabei noch vollkommen offen. Klingt bedrohlich und hoffnungsvoll zugleich? Ist es auch! Denn Krisen sind immer ein Risiko, aber auch eine Chance. Wie Licht und Schatten – das eine geht nicht ohne das andere. Auch wenn gerade keine globale Pandemie ausgebrochen ist, geraten wir alle immer mal wieder in schwierige Situationen, die unser Leben komplett auf den Kopf stellen. Oft sind es genau diese Momente, die wir brauchen, um zu erkennen, was uns wirklich wichtig ist – was wir WIRKLICH wollen im Leben. Es gibt Dinge, die kannst du nicht ändern – du kannst aber immer das Beste daraus machen! Wie du das Beste aus der aktuellen Krise macht, verraten wir dir hier.

Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Max Frisch

Das Wort „Krise“ stammt ursprünglich aus dem Griechischen und meint so viel wie Beurteilung oder Entscheidung. Erst später wird damit eine schwierige Lage oder eine kritische Situation bezeichnet. Ob eine Finanzkrise, eine Wirtschaftskrise oder eine Pandemie: In Krisenzeiten fühlen wir uns oft hilflos und überfordert. Sie werfen uns meist komplett aus der Bahn und geben uns ein Gefühl von Kontrollverlust. Diese Unsicherheit macht erstmal Angst. Womöglich müssen wir mit Gewohnheiten und alt-vertrauten Verhaltensmustern brechen. Krisen bedeuten vor allem Veränderung. Die Perspektive, die wir dabei selbst einnehmen ist entscheidend, wenn es darum geht, ob es eine Veränderung zum Positiven oder Negativen ist.

Eine Frage der Perspektive

Hast du schon mal von Resilienz gehört? Damit bezeichnet man die Fähigkeit, in Krisen oder bei Rückschlägen nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern immer auch die Chance für etwas Neues zu erkennen. Resiliente Menschen haben also eine ausgeprägte Widerstandskraft gegenüber schwierigen Lebenssituationen, indem sie diese akzeptieren und ihnen optimistisch entgegentreten. Das kannst auch du! Die ganze Welt steht gerade still – welchen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang kann es geben? Trotz all dem Negativen, das uns durch diese Krise begleitet: Die Zeichen positiver Veränderungen sind da. Nutze sie!

1. Focus on you!

Der Ausbruch des Corona-Virus hat für eine Zwangsentschleunigung gesorgt. Wir verbringen mehr Zeit Zuhause, mit dem Partner und der Familie. Plötzlich ist man nicht mehr „zu busy“ für den Spiele-Abend. Traditionelle Hobbys, wie Brot backen, im Garten werkeln oder endlich mal wieder ein Buch lesen, sind plötzlich ganz hoch im Kurs. Spazierengehen wird zur ultimativen Freizeitaktivität erkoren und Yoga sowie Meditation sind massentauglich und keine esoterische Nischen-Beschäftigungen mehr. Und wer einen Hund hat, freut sich fast mehr über den Ausgang als der vierbeinige Freund selbst. Wir alle scheinen uns auf das Wesentliche zurückzubesinnen. Jetzt, wo das „Draußen“ nicht mehr so laut schreit, ist der perfekte Moment dem „Innen“ etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist deine Chance, das Hamsterrad für einen Moment hinter dir zu lassen, tief durchzuatmen und in dich hineinzuhorchen. Was willst du wirklich?

2. New Work – schon jetzt

Es ist noch nicht lange her, da klang Homeoffice in Deutschland nach etwas völlig Utopischem. Etwas, in dessen Genuss allenfalls die Mitarbeiter von Google und Co. kamen. Ein flächendeckender Umstieg auf diese moderne und familienfreundliche Art des Arbeitens: Undenkbar! Zu groß die Angst des Kontrollverlusts, zu groß die Sorge, ob die Technik mitspielt. Seit Corona ist Homeoffice für Viele zum neuen Alltag geworden. Die unvorhersehbare Notsituation hat auch in unserem Berufsleben einiges durcheinandergebracht. Aber ebenso hat es den Weg für Veränderungen geebnet, die sich die meisten Arbeitnehmer schon viel früher gewünscht hätten. Neben der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat das Arbeiten von Zuhause noch einen weiteren Vorteil: Die ungeliebte Pendelei wird überflüssig –Geschäftsreisen können problemlos auf ein Minimum reduziert werden: Videokonferenzen helfen uns nicht nur, den Kontakt zu unseren Freunden und Familie, sondern auch mit unseren Business Partnern zu halten. Viele Unternehmen berichten, dass die Zusammenarbeit in den Teams viel effektiver geworden sei. Meetings finden nur dann statt, wenn es auch wirklich sein muss und die Teilnehmer verhalten sich rücksichtsvoller – lassen den anderen ausreden und reißen nicht einfach das Wort an sich. Eins ist sicher: Bei all den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Krise doch für einige, längst überfällige Veränderungen in unserer Arbeitswelt gesorgt. Von der neu gewonnenen Flexibilität kannst du heute schon profitieren. Denn wenn du deinen Tag selbst strukturierst, finden plötzlich auch andere Aktivitäten Platz, die dir am Herzen liegen. Das kann die Quality-Time mit der Familie sein – das kann aber auch deine persönliche Weiterbildung sein. An der FOM kannst du berufsbegleitend in flexiblen Zeitmodellen aus einer Vielzahl an Studiengängen wählen. Wie gehst du aus dieser Krise? Vielleicht ja als MBA?

3. Neue Routinen

Statt die neue gewonnene Zeit auf der Couch mit dem nächsten Serienmarathon auf Netflix zu verbringen, kannst du sie bewusst nutzen. Hinterfrage deine Alltags-Routinen und eigne dir neue Skills an. Die 30 Minuten, die du sonst für den Weg zur Arbeit brauchst, kannst du z. B. zur Yoga-Session umfunktionieren. Das Internet bietet dir ein schier unendliches Angebot an kostenlosen Home-Work-Outs, das nur darauf wartet, von dir entdeckt zu werden. Du kannst jetzt wunderbar neue Hobbys und Routinen entwickeln, die du auch nach Krise gerne weiterführst. Dabei geht es nicht um übertriebene Selbstoptimierung, sondern darum, herauszufinden, was dir Spaß macht und was dein Leben auch nach Corona bereichern kann.

Was uns diese Krise jetzt schon gelehrt hat: Veränderungen sind nicht nur möglich, sondern sogar notwendig im Leben. Manchmal brauchen wir einen starken Anreiz von außen, der uns wachrüttelt und uns dabei hilft, unsere Prioritäten neu zu sortieren. Jede Herausforderung, so unüberwindbar sie im ersten Moment scheinen mag, hat die Kraft, etwas loszutreten, das dich zu nie geglaubten Höchstleistungen führt. Welche Veränderung braucht dein Leben gerade? Ist es der Sport, der Hochschulabschluss, das eigene Business oder sogar alles drei?  Höre in dich hinein und werde aktiv!

Study smarter – not harder

Tipps für effektives Lernen

Der Mensch ist von Natur aus wissbegierig und lernt gerne Neues dazu. Anders ist die rasante gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit wohl auch kaum zu erklären. Wenn wir vor einer wichtigen Klausur stehen oder auch nur vor der Aufgabe unsere Spanisch-Kenntnisse vor dem nächsten Barcelona-Urlaub etwas aufzubessern, sieht die Sache leider oft anders aus. Fühlen wir uns unter Druck gesetzt, widerstrebt uns häufig nichts mehr als die unliebsame Aufgabe etwas Bestimmtes zu lernen. Aber das muss nicht sein. Mit diesen fünf ultimativen Lerntipps sparst du Zeit, Nerven und kommst dennoch zum Erfolg.

Learning never exhausts the mind

Leonardo da Vinci

Studenten beim Lernen
1. You got it!

Bestimmt hast du auch schon mal festgestellt: Dinge, die man nicht verstanden hat, sind nur schwer zu merken. Grund dafür ist, dass wir Sachverhalte zusammenhangslos und stupide auswendig lernen müssen – eine Methode mit sehr mäßigem Erfolg. Besser ist es, das große Ganze einmal verstanden zu haben. Beschäftige dich daher im ersten Schritt ausführlich mit der Materie. Du kannst handschriftliche Notizen während der Vorlesungen nutzen, eigene Zusammenfassungen oder Mindmaps anfertigen. Ebenfalls hilfreich ist es, sich die Dinge immer wieder selbst zu erklären. So merkst du ziemlich schnell, wo noch Lücken sind und was du vielleicht doch noch nicht ganz verstanden hast. Wenn Selbstgespräche nicht so dein Ding sind, kannst du auch Lerngruppen beitreten. In einer Gruppe mit Gleichgesinnten herrscht oft eine größere Motivation – alle kämpfen für das gleiche Ziel und unterstützen sich gegenseitig. Wichtig ist hier vor allem Abwechslung – indem du deine Lerntechnik immer mal wieder wechselst, beleuchtest du das Thema von mehreren Seiten und vertiefest so am stärksten dein Verständnis.

2. Time to plan

Insbesondere, wenn du dich auf eine umfangreiche Prüfung vorbereitest, z. B. Abitur und Semester-Klausuren, ist die Zeitplanung ein entscheidender Faktor. Du selbst bist gefragt, um dir die richtige Struktur und Kontinuität zu schaffen. Ein Zeitplan kann dir dabei helfen, wichtige Deadlines im Blick zu behalten und dir persönliche Meilensteine festzulegen. Auch der umfangreichste Lernstoff lässt sich in kleine, machbare Portionen unterteilen. Eine Faustregel aus dem Projektmanagement besagt, dass man häufig doppelt so viel Zeit für eine Aufgabe braucht, als man glaubt. Rechne also mit großzügigen Pufferzeiten, die dir genug Freiheit lassen, den Lernstoff am Ende in Ruhe zu wiederholen. Sich jeden Tag kontinuierlich eine Stunde zu nehmen, um ein bestimmtes Thema zu erarbeiten hat den Vorteil, dass du dein Wissen vor der Klausur nur noch aufzufrischen brauchst, statt bei Null anzufangen. Außerdem gelangen Informationen erst dann ins Langzeitgedächtnis, wenn wir sie oft wiederholen.

3. How do you like it?

Auch das Umfeld, in dem du lernst, hat einen großen Einfluss auf den Erfolg. Hier gibt es jedoch kein Patentrezept – du entscheidest selbst, wo, wann und wie du am besten vorankommst. Manche lernen am liebsten zuhause - andere bevorzugen öffentliche Orte wie die Bibliothek. Beides hat Vorteile: Während du zuhause alleine und ungestört bist und sogar die Schlafanzughose anlassen kannst, kann dich die Anwesenheit weiterer Personen beim Lernen motivieren. Auch die Frage, wann du lernst, gilt es zu beantworten. Es gibt Menschen, die früh morgens besonders produktiv sind. Andere funktionieren nicht vor dem 5fünften Kaffee und am allerbesten ohnehin mitten in Nacht. Erst dann haben sie das Gefühl vollkommen ungestört zu sein und nichts zu verpassen. Dein Lernumfeld kannst du auch aktiv gestalten, indem du beispielsweise für einen angenehmen Raumduft sorgst (Zitrusdüften wird eine konzentrationsfördernde Wirkung nachgesagt) oder beruhigender Hintergrundmusik (viele Streamingportale bieten spezielle Konzentrations-Playlists an). Probiere aus, was sich für dich gut anfühlt. Eine Sache jedoch solltest du in jedem Fall vermeiden – und zwar Ablenkung. Das Smartphone parkst du am besten außer Reichweite, denn nichts ist unproduktiver als ständig aus den Gedankengängen gerissen zu werden.

4. Take break!

Neben all der Disziplin wollen auch die Pausen gut geplant sein. Damit dein Gehirn aufnahmefähig bleibt, ist es wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen. Wechsel dazu auch gerne die Location, geh an die frische Luft und bewege dich. Selbst wenn keine offizielle Pausenzeit ist, du aber gerade einfach nicht weiterkommst, kann es hilfreich sein, den Fokus bewusst auf etwas anderes zu lenken. Das bringt neue Energie und paradoxerweise kommen wir genau dann auf die Lösung, die uns vor lauter Druck nicht einfallen wollte, wenn wir Abstand nehmen und etwas ganz anderes machen. Zu viel Stress ist ein echter Leistungskiller. Daher sind ausreichend Schlaf, körperliche Fitness und gesundes Essen eine gute Unterstützung – auch außerhalb von akuten Lernphasen.

5. Study what you love

Nicht nur Dinge, die wir verstehen, lernen wir leichter – wir verstehen auch Dinge besonders schnell und gut, wenn wir uns für sie interessieren. Daher fällt es manch einem leicht, sich physikalische Gesetze anzueignen – andere können sich besonders gut in die kognitiven Prozesse unserer Psyche reindenken. In der Schulzeit haben wir den Luxus nicht, uns nur die Themenfelder rauszupicken, die uns auch wirklich interessieren. Anders sieht es aus, wenn wir älter sind – dann können wir selbst entscheiden in welche Richtung wir uns entwickeln möchten. Und dafür ist es nie zu spät! Wenn du merkst, dass du den Spaß am Lernen verloren hast, könnte es also auch an deinem beruflichen Umfeld liegen. Vielleicht fehlt dir die Herausforderung oder du bist einfach im falschen Bereich gelandet. Dann ist es Zeit, etwas zu ändern und deinen natürlichen Wissensdurst wiederzuentdecken! An der FOM kannst du berufsbegleitend studieren und dich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln – ohne dabei auf dein Gehalt und gewohnten Lebensstandard zu verzichten. Was ist deine Leidenschaft? Was wolltest du schon immer einmal lernen oder vertiefen?

Ausgelernt sein, gibt es nicht

Versicherung, Verein, IT-Branche: Self-Starter Andreas geht seinen Weg

Porträt Andreas Schindler

„Mit selbstlernenden Algorithmen Prozesse revolutionieren, für die das menschliche Gehirn zu schade ist“ – daran arbeitet das Berliner Start-Up des Jung-Gründers und FOM Absolventen Andreas. Dabei kommt er ursprünglich aus der Versicherungswirtschaft und gar nicht aus der IT-Branche. Programmieren kann er aber trotzdem – das hat er sich mal eben selbst beigebracht. Der 31-Jährige entwickelt nicht nur sein Unternehmen stetig weiter, sondern auch sich selbst.

Als diszipliniert würde er sich dennoch nicht beschreiben. „Disziplin fordern ja nur Dinge, die man nicht gerne macht“, so der 31-Jährige. Der sympathische Halb-Grieche hat etwas gefunden, das er definitiv gerne macht: Sein Start-Up „Deep Neuron Lab“  beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und der Frage wie monotone Prozesse revolutioniert werden können.

Persönlichkeitsentwicklung als Schlüsselkompetenz

Angefangen hat Andreas Karriere aber in einem ganz anderen Bereich. „Ich komme eigentlich aus der Versicherungsbranche. Ich fand den Gedanken dahinter immer super: Menschen legen Geld weg, um sich gegenseitig in einer Notlage zu unterstützen. Ein bisschen wie die kapitalistische Form eines ur-gesellschaftlichen Gedankens.“ Der Gesellschaft etwas zurückzugeben – das ist etwas, das Andreas schon sehr früh am Herzen lag. Ihm wurde schnell klar, dass er damit nicht warten möchte, bis er alt ist und hat schon früh angefangen sein eigenes Ding zu machen. 2014 gründet er den gemeinnützigen Verein „nepia“, was so viel bedeutet wie „Netzwerk für Persönlichkeitsentwicklung in außerschulischen Aktivitäten". „Mir ist früh aufgefallen, dass Persönlichkeit eine wichtige Schlüsselkompetenz ist – sei es im Beruflichen oder Privaten. Im Leben trifft man immer wieder auf ungewohnte Situationen – mit einer gefestigten Persönlichkeit kann man damit besser umgehen. Leider kommt Persönlichkeitsentwicklung in der Schule häufig zu kurz. Mit dem Verein wollen wir einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten.“

„Im auswendig Lernen bin ich nicht gut – ich muss die Dinge verstehen.“

Seine Thesis im Master Finance ist schließlich das Bindeglied, das ihn zur Artificial Intelligence, kurz „AI“, bringt. „Als ich das erste Mal von selbstlernenden Algorithmen erfahren habe, dachte ich: „Ok, das ist es. Das wird die Welt verändern. Da will ich Teil von sein.“ Seit diesem Moment verbringt er jede freie Minute damit, sich in die Thematik einzulesen, bringt sich sogar selbst das Programmieren bei. „Ich bin nicht gut im Lernen. Früher habe ich nicht mal 30 Latein-Vokabeln in den Kopf bekommen“, erinnert sich Andreas. „Ich kann nicht stoisch auswendig lernen – ich muss die Dinge verstehen. Künstliche Intelligenz war schon immer ein Gebiet, das mich sehr interessiert hat. Und Programmieren wurde für mich zum Hobby – so wie für andere Fußball. Ich habe sehr viel Zeit investiert, ohne es überhaupt zu merken“.

Immer wieder etwas Neues lernen 

So eine Start-Up-Gründung ist natürlich nicht ohne. Jeden Tag ist Andreas mit Aufgaben konfrontiert, die er vorher noch nie gemacht hat. „Das ist definitiv eine große Herausforderung, aber eben auch sehr reizvoll und spannend.“ Inspiration holt sich der 31-Jährige nicht nur bei seinen Freunden und Businesspartnern, sondern auch bei der Lektüre von Biografien. „Gerade lese ich sehr viel über Start-Up Gründer. Es ist eigentlich egal, welches Problem man gerade hat – es gibt mit Sicherheit jemanden, der schon mal ein ähnliches hatte.“, schmunzelt Andreas. Neben dem Lesen, helfen dem Self-Starter auch Sport und Meditation beim Abschalten – dafür plant er sich morgens feste Zeiten ein. Das Gefühl antriebslos zu sein, kennt er eigentlich nicht.

Seine Tipps für Momente, in denen man sich mal nicht so aufraffen kann:

„1. Verhindern, dass dieser Moment überhaupt eintritt. Mein persönliches Glück ist es, dass ich eng mit meinen Freunden zusammenarbeite und etwas tue, das mir Spaß macht.

2. Nur der Anfang ist schwer: Einfach schnell aufstehen und in die Bibliothek oder ins Fitnessstudio fahren – wenn man da ist, ist die Hälfte schon geschafft.“

Andreas Schindler mit Freunden
Drei Fragen an Andreas

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Neugierig sein und offen für Neues bleiben

Sich auch außerhalb von institutionellem Wissen informieren und weiterbilden

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Nichts. All meine Entscheidungen haben mich auf den Weg gebracht, auf dem ich mich heute befinde.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Berufsbegleitend

Präsenzstudium

Gesamtstudium ist auf einen absehbaren Zeitraum ausgelegt

 

 

 

Lebenslanges Lernen

Es ist nie zu spät neue Wege zu gehen

Neue Technologien, neue Berufsfelder, Globalisierung, der demografische Wandel, das Leben und Arbeiten in fremden Ländern oder Kulturen – die Welt entwickelt sich unabdingbar weiter. Während deine Eltern ihre Jobs häufig 30, 40 oder sogar 50 Jahre ausüben, schreckt dich dieser Gedanke vielleicht eher ab und du kannst dir eine immer gleichbleibende Tätigkeit nicht vorstellen.

You can never be overdressed or overeducated

Oscar Wilde

Du bist auf der Suche nach Abwechslung sowie neuen Herausforderungen und Chancen – immerhin bieten sich doch an zahlreichen Stellen neue Möglichkeiten und Wege, sich selbst zu verwirklichen oder neu zu orientieren. Diese Flexibilität kannst du dir ganz einfach bewahren: Höre nicht auf wissbegierig zu sein! Nur durch einen fortwährenden Lernprozess ist es dir überhaupt möglich, die zahlreichen Chancen zu ergreifen und deine Träume und Ziele richtungsweisend zu verfolgen.

Lebenslanges Lernen
Lebenslanges Lernen statt Stagnation

Die Redewendung „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist deshalb in der heutigen Zeit absolut überholt. Der Lernprozess hört nicht mit dem Schul- oder Studienabschluss oder gar der Ausbildung schlagartig auf – ganz im Gegenteil. Du kannst alles und zu jeder Zeit lernen. Es ist nie zu spät! Genau darauf zielt das Konzept des „Lebenslangen Lernens“ ab. Denn die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung eines jeden Einzelnen sind immer breiter gefächert und nehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Die Anforderungen, die du dabei an deinen Beruf und nicht zuletzt auch an dein Privatleben stellst, erfordern die bereits angesprochene Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sowie den Willen zur Fort- und Weiterbildung – egal ob du als Quereinsteiger Fuß fassen möchtest, eine Neuorientierung im Beruf suchst oder einen Branchenwechsel anstrebst. Viele Erwachsene widmen sich zum Beispiel der Erwachsenenbildung und beginnen im Alter noch ein Studium, um ihren Geist zu fordern und trainieren. Letztendlich hast du es in der Hand, in der sich drehenden Welt nicht stehen zu bleiben und immer Neues zu lernen.

Lebenslanges Lernen – Ja, ich will!

Das Wörtchen „lebenslang“ mag im ersten Moment etwas bedrohlich klingen. Allerdings liegt das wohl an der negativen Assoziation, die du mit dem Begriff Lernen verbindest: Schulbank drücken, viel Anstrengung, langweilige und ellenlange Texte lesen, Aufsätze schreiben oder Prüfungen bestehen. Doch Lernen ist mehr als das. Es hilft dir stetig neues Wissen anzueignen, deine eigenen Kompetenzen auszubauen, neue Qualifikationen anzueignen und bisher Gelerntes anzuwenden und zu reflektieren. In der schnelllebigen und sich immer wandelnden Gesellschaft gibt Lernen dir die Möglichkeit am Puls der Zeit zu bleiben. Dieses lebenslange Bündnis ist dein Impuls zur Selbstverwirklichung.

Aha-Erlebnisse für Glück und Erfolg

Insbesondere der zweite Bildungsweg bietet dir darüber hinaus die Möglichkeit, deine beruflichen Wünsche und Träume anzugehen und umzusetzen. Dein Vorteil: Als Erwachsener lernst du intrinsisch motiviert, da dich Themengebiete persönlich interessieren, du dich auf das Wesentliche konzentrierst und Lösungsstrategien selbst entwickeln und erarbeiten kannst. In diesem Prozess stellst du einen emotionalen Bezug zum Erlernten her, sodass ein sogenanntes Aha-Erlebnis entsteht. Dieses Aha-Erlebnis aktiviert wiederum – ähnlich wie der Verzehr von Schokolade – unser körpereigenes Belohnungssystem und ruft ein positives Gefühl hervor. Kurzum: Lernen macht dich auch noch glücklich!

Glück und Erfolg
Mit dem Lernerfolg über Grenzen hinaus

Dein persönlicher Lernerfolg eröffnet dir allerdings noch weitere Möglichkeiten. Denn deine Träume begrenzen sich vielleicht nicht mehr nur auf Deutschland. Stattdessen träumst du davon, noch einmal ein neues Land und seine Kultur kennenzulernen und dort sogar zu arbeiten. Dabei ist immer öfter nicht mehr nur von europäischen Ländern die Rede, sondern auch Amerika und weitere Kontinente wecken den Wunsch, neue Wege einzuschlagen und neue Herausforderungen zu suchen.

Ja zum lebenslangen Lernen
Sei mutig, verlass deine Komfortzone

Um immer Neues zu lernen, solltest du allerdings auch deine Komfortzone verlassen. Das kostet womöglich einiges an Überwindung, steigert jedoch nicht nur dein Wissen, sondern lässt sich als Person wachsen. Heutzutage musst du nicht mehr denken „Das schaffe ich nicht!“, „Wie soll das klappen?“ oder „Ich habe dazu ja gar nicht die Möglichkeit!“. Es gibt viele Angebote und Anlaufstellen, die es dir auch neben dem Beruf ermöglichen, sich weiterzubilden und die Idee vom lifelong learning in die Tat umzusetzen, damit dein Traum kein Traum bleiben muss. Du spielst zum Beispiel auch mit dem Gedanken, dich neu zu orientieren, die Branche zu wechseln oder einen zweiten Bildungsweg einzuschlagen? Du möchtest neue Chancen nutzen und unter Umständen berufsbegleitend Studieren? Die FOM kann auf diesem Wege dein Lern-Buddy sein. Sie bietet dir ein großes Angebot an Studiengängen, die du auch neben deiner beruflichen Tätigkeit abschließen kannst. So steht deiner Weiterentwicklung nichts mehr im Wege! Sei einfach mutig – letztendlich lernst du nicht für andere, sondern für dich selbst. Du profitierst am meisten davon!

Stay Focused

Konzentriert durch den Tag

Hast du das Gefühl, dass selbst Orangensaft konzentrierter ist als du? Damit bist du nicht allein! Dieses Gefühl kennen wir wohl alle. Allein 75 Prozent der Schüler haben - laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach - Konzentrationsprobleme. Die Zahl unter Erwachsenen dürfte nicht geringer ausfallen. Im Kopf schwirren einfach immer hunderte To Dos – beruflich wie privat. Meist weißt du vermutlich gar nicht, wo du überhaupt anfangen sollst – besonders, wenn du für ein Studium lernen müsstest. ­Das Resultat: Du versuchst dich im Multitasking, lässt dich schnell ablenken, machst alles ein bisschen, aber nichts wirklich richtig. Haben wir es auf den Punkt gebracht? Du musst aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt einfache Tricks, wie du aus diesem Teufelskreis wieder herauskommst und deiner Unkonzentriertheit entgegenwirken kannst. Kinderleicht sozusagen!

Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

Konfuzius

Frau meditiert
Dein Körper ist ein Tempel

Der erste Weg zu mehr Konzentration geht über deinen Körper. Wenn dieser schlappmacht, macht auch dein Gehirn nicht mehr mit. Deshalb ist es wichtig, dass du ausreichend schläfst. Sechs bis sieben Stunden sind optimal, um konzentriert zu bleiben. Wichtig ist zudem, dass du genügend trinkst, um dein Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Eine vitaminreiche Ernährung tut ihr Übriges. Verzichte deshalb auf ermüdende zuckerhaltige Lebensmittel. Aber keine Panik, ein Schokoriegel – vor allem als Belohnung – ist natürlich drin!

Dein Kaffeekonsum ist in müden Situationen stark erhöht? Verständlich. Allerdings pusht das Koffein dich auch nur in moderaten Dosen. Zu viel Kaffee verursacht eher einen sogenannten „Flattermann“. Dass die Konzentration dann dahin ist, müssen wir dir ja nicht sagen. Also gilt auch bei Kaffee: Know your limits!

 

 

Singletasking statt Multitasking

Zwar hörst du auf deinen Körper, aber du glaubst immer noch, je mehr Aufgaben du parallel abarbeitest, umso mehr schaffst du? Verwirf diesen Gedanken ganz schnell! Multitasking ist absolutes Gift für konsequente Konzentration. Erledige deine Aufgaben deshalb lieber nacheinander oder widme mich dich beim Lernen einem Thema nach dem anderen. Anhand der Ergebnisse wirst du sehen, wie vorteilhaft Singletasking ist.

Hak's ab!

Um Multitasking ebenfalls zu vermeiden, helfen To Do Listen. Nicht gerade ein revolutionärer Tipp? Mag sein, aber sie sind Oldie but Goldie! Warum? Aus Angst, dass du wichtige Aufgaben vergisst, rufst du dir alle To Dos im Laufe des Tages immer wieder ins Bewusstsein. Dadurch reißt du dich jedes Mal aus deiner Fokus-Phase. Wie du also siehst, ist keine To Do Liste auch keine Lösung. Schreibe also lieber alle Termine, Aufgaben und Deadlines auf. Dann herrscht wesentlich mehr Ruhe in deinem Kopf.

Es geht dabei übrigens nicht darum, möglichst viele Punkte auf deiner To Do Liste zu notieren, sondern die wichtigen Aufgaben des Tages für dich zu priorisieren. Diesen Aufgaben solltest du deine ganze Energie widmen. So fokussierst du dich automatisch auf die richtigen Dinge. Netter Nebeneffekt: Das Abhaken der Aufgaben gibt neuen Schwung für mehr.

Variation statt Stagnation

Monotone Arbeit kann ermüdend werden. Du darfst also durchaus Abwechslung ins Spiel bringen. Gerade beim Lernen kommt man irgendwann nicht weiter. Bevor du also stagnierst, knüpfe dir ein anderes Thema zum Lernen vor. Sobald du nämlich leidenschaftslos und roboterhaft lernst, schwindet deine Motivation sowie deine Konzentration. Außerdem wirst du das bereits Gelernte vermutlich weniger gut verinnerlichen. Die Abwechslung gibt dir zudem neue Impulse, durch die du wieder fokussiert einsteigen kannst.

Arbeitsort, wechsle dich

Nicht zuletzt hat unsere Umgebung einen erheblichen Einfluss auf unsere Konzentration. Deshalb solltest du zum Arbeiten oder Lernen definitiv einen Ort wählen, an dem du dich wohlfühlst: die Küche, das Wohnzimmer, den Balkon, den Garten, das Arbeitszimmer, das Schlafzimmer. Es gibt grenzenlose Möglichkeiten. Ein Ortswechsel zwischendurch wirkt besonders belebend. Wichtig ist jedoch, dass du mögliche Störfaktoren ausblendest. Andere Menschen lenken dich schnell ab? Dann ist das Café bei dir in der Nähe vielleicht der falsche Ort, um zu arbeiten oder zu lernen. Eine Ruhe-Oase ist dann wohl die bessere Wahl.

Bitte nicht stören!

Um wirklich ungestört zu arbeiten, ist nicht nur der Ort ausschlaggebend, sondern auch, was du daraus machst. Musik lässt dich zur Ruhe kommen, auch wenn überall Menschen um dich herum sind? Dann nutze Kopfhörer und los geht’s! Nicht nur andere Menschen oder Geräusche können dich ablenken. Vieles läuft auch intrinsisch ab: Du checkst regelmäßig deine Mails, schaust ständig auf dein Handy, nimmst Telefonate entgegen oder scrollst durch deine Social Media Kanäle. Diese ständige Erreichbarkeit fördert Stress und vermeidet, dass dein Kopf wirklich nur bei einer Sache bleibt. Natürlich musst du nicht komplett auf dein Smartphone verzichten. Nutze es jedoch nur zu geplanten Zeiten, um deinen Fokus nicht zu verlieren.

Pausen zum Fokus

Mach auch mal eine Pause. Pause? Ja, du hast richtig gehört. Du musst dich nicht den ganzen Tag einschließen und durcharbeiten oder –lernen. Dein Gehirn braucht diese regelmäßige Erholung. Bei den ganzen Sinnesreizen, mit denen dein Denkapparat bombardiert wird, nimmt deine Konzentration nämlich automatisch ab. Plane deshalb mehrmals 3 bis 5 Minuten, um mal aufzustehen, dich zu strecken, dir die Beine zu vertreten oder dir einen Kaffee zu kochen. Setze dir dazu festgelegte Intervalle von z. B. 45 Minuten, in denen du fokussiert arbeitest. Danach eine kurze Pause und weiter geht’s! Schon alleine die Möglichkeit, Pausen machen zu können, macht dich wesentlich produktiver. Also kleb nicht den ganzen Tag vor dem PC oder Laptop fest!

Das Ziel ist der Weg

Bekanntlich gehen Motivation und Konzentration ebenfalls einher. Möchtest du also deine Konzentration steigern, solltest du dir konkrete Ziele setzen: „Bis heute Abend habe ich die Themen A bis F gelernt“ oder „die Aufgaben 1 und 2 erledige ich bis zum Mittagessen“. Für jedes erreichte Ziel darfst du dich selbstverständlich auch belohnen. Triff Freunde, schau deine Lieblingsserie oder koch dir etwas Leckeres. Durch diese Form der Belohnung vereinsamst du nicht oder verfällst gar in eine Art Lern-Depression. Die Verknüpfung von Ziel und Belohnung ist dabei also wesentlich effektiver als stundenlanges Durchpowern. Sie motiviert dich auch für die weiteren Aufgaben. Gleichzeitig beugst du Dauermüdigkeit vor. Du bleibst konstant konzentriert und du verspürst zwischendurch Glücksgefühle. Ziel erreicht, oder?

Du hast es in der Hand

Deine Angst, nicht konzentriert arbeiten zu können, ist weniger geworden? Sehr gut! Wie du siehst, kannst du mit etwas Struktur alles erledigen, was du dir vornimmst – und zwar höchst konzentriert und fokussiert. Solltest du dich also deshalb bisher gegen ein Studium neben dem Beruf entschieden haben, kannst du dich nun trauen! Sei mutig und stell dich der Herausforderung. Denn denk dran: Du kannst alles sein – vor allem fokussiert!

Nie wieder Prüfungsangst

Tipps für starke Nerven

Heute ist es soweit: Tage und Nächte hast du durchgepaukt, um dich auf die Prüfung vorzubereiten. Du kannst den Stoff, das weißt du. Jetzt musst du zeigen, was du drauf hast. Du darfst jetzt keine Fehler machen – musst abliefern. Alles hängt von dieser einen Klausur ab. Dein Herz rast, kalter Schweiß tropft von deiner Stirn. Dein Magen fühlt sich flau an – heute Morgen hast du keinen Bissen runterbekommen. Verkrampft umklammerst du den Kugelschreiber und schlägst die erste Seite des Stapels um, den man gerade ausgeteilt hat. Du überfliegst die erste Aufgabe und willst gerade loslegen, als plötzlich: Nichts. Dein Kopf ist leer - totales Blackout. Was nun? Keine Panik! Wir zeigen dir, wie du deine Prüfungsangst besiegst und Klausuren easy meisterst.

Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt,  beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.

Khalil Gibran

Lächelnder Mann am Laptop

Kommt dir das oben beschriebene Szenario bekannt vor? Da bist du nicht allein. Vor einer Klausur aufgeregt zu sein, passiert so gut wie jedem. Ein gewisser Grad an Nervosität ist nicht nur normal, sondern sogar gut für uns: Unser Körper wird in eine leichte Stresssituation versetzt – die Stresshormone Adrenalin und Cortisol sorgen für erhöhte Leistungsfähigkeit. Ohne Aufregung und Druck also keine Höchstleistung. Problematisch wird es allerdings, wenn das Stresslevel einen bestimmten Grad übersteigt. Dann kann es zu Denkblockaden kommen – dein Kopf macht dicht und du kannst dich an nichts mehr erinnern. Diese sogenannten Blackouts sind im Grunde nichts weiter als uralte, körpereigene Schutzmechanismen: blitzschnelle Reaktionen und Instinkte aus einer Zeit, in der übermäßige Angst meist mit einer lebensbedrohlichen Gefahr einhergingen und uns nur noch zwei Möglichkeiten blieben: Flucht oder Kampf. So wichtig uns das positive Ergebnis einer Klausur in diesem Moment auch vorkommen mag, über Leben und Tod entscheidet es mit Sicherheit nicht. Wie also können wir dieses Erbe aus der Steinzeit austricksen? Wir verraten dir die besten Tipps, wie du in Prüfungssituationen gelassen bleibst.

Die richtige Vorbereitung

Wenn es um die Prüfungsvorbereitung geht, kannst du dir einiges von Spitzensportlern abschauen. Wettkampfsituationen sind für Athleten kein Neuland mehr. Sie sind es gewohnt auf einen bestimmten Tag hin zu trainieren und ihre Leistung punktgenau abrufen zu müssen. Um mit dem hohen Performance-Druck umzugehen, trainieren sie nicht nur physisch, sondern auch mental: Sie gehen die Wettkampfsituation immer und immer wieder in Gedanken durch. Sie visualisieren den Ort des Geschehens, die Bewegungsabläufe und wie sie sich im Moment des Sieges fühlen werden. Der Körper unterscheidet dabei nicht mehr zwischen realer Situation und Vorstellungskraft. Wenn dann der tatsächliche Wettkampf ansteht, weiß der Sportler schon ziemlich genau was ihn erwartet und zeigt daher weniger Stresssymptome. Dieses Konzept lässt sich ganz leicht auf die Prüfungssituationen während des Studiums übertragen: Neben dem eigentlichen Lernen für die Klausur, also dem Äquivalent zum körperlichen Training, kann es helfen, den Moment der Prüfung vor dem inneren Auge zu visualisieren. Stelle dir bildlich vor, wie du die Aufgaben bekommst und sie zügig bearbeitest. Spüre nach, wie es sich anfühlt, alle Fragen beantworten zu können und die Klausur nach Ablauf der Zeit mit einem guten Gefühl im Bauch abzugeben.

Think positive!

Glaubst du an selbsterfüllende Prophezeiungen? Ebenso wie negative Gedanken dich innerlich blockieren, kann positives Denken für einen Motivations- und Leistungsschub sorgen. Eng verbunden mit dem mentalen Training sind daher positive Affirmationen. Hierbei bestärkst du dich selbst mit positiven Glaubenssätzen, wie „Ich bin konzentriert.“, „Ich kann den Stoff.“ „Ich werde bestehen.“. Die positiven Affirmationen unterstützen dich beim akuten Stressabbau und sorgen für eine positive Einstellung. Diese wiederum hilft dabei leistungsfähiger zu sein und dein volles Potenzial auszuschöpfen.

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper

Für deine innere Balance und Ausgeglichenheit ist es daher wichtig, dass du dich ausgewogen ernährst und regelmäßig Sport treibst. Befindet man sich in einer stressigen Phase, sind Termine wie das wöchentliche Fußballtraining oftmals das Erste, das man aus vermeintlichen Zeitmangel absagt. Tatsächlich ist es aber gerade in solchen Moment enorm hilfreich, sich zwischendurch richtig auszupowern. Körperliche Betätigung hilft beim Abschalten und Stressabbau. So hast du den Kopf wieder frei für die Controlling-Formeln oder die Vokabeln für den Englisch-Test. Achte außerdem darauf ausreichend Wasser zu dir zu nehmen und genügend zu schlafen – insbesondere am Abend vor der Klausur.

 

 

Akute Hilfe

Wenn du diese Tipps zur Vorbereitung befolgt hast, dann hast du bereits Einiges getan, um das Risiko eines Blackouts zu minimieren. Natürlich kann es trotzdem passieren, dass du am Tag der Klausur einfach mit dem falschen Fuß aufstehst und dich die Nervosität packt. Aber selbst dann bist du deinem Schicksal nicht ausgeliefert:

Ruhig bleiben

In der Ruhe liegt die Kraft? Ja, wirklich! Wenn du dich von der Situation überfordert fühlst, gibt es verschiedene Methoden in wenigen Minuten zu deiner inneren Mitte zurückzufinden. Nimm dir z.B. Zeit für ein paar tiefe, bewusste Atemzüge. Das hilft dir dabei, das Gefühl der Kontrolle wiederzuerlangen und deine Gedanken ins Hier und Jetzt zurückholen. Alternativ kannst du einzelne Muskeln in deinem Körper nacheinander bewusst an - und wieder entspannen. Du kannst dich auch für einige Momente ganz bewusst auf deine Umgebung konzentrieren. Was hörst, siehst und spürst du? Du merkst schon, Achtsamkeit ist hier das Stichwort. Nach einer bewussten Unterbrechung kannst du dich wieder besser fokussieren. Dafür kannst du einfach mal ein bisschen mit den Zehen wackeln! Klingt komisch, hilft aber tatsächlich.

Work smarter, not harder

Wer kennt es nicht: Du liest die erste Aufgabe, verstehst nur Bahnhof und schon gehst du davon aus, dass die Klausur verloren ist. Um gar nicht erst in diese negative Gedankenspirale zu geraten, solltest du dir vor Augen halten, dass man Prüfungen oft absichtlich so konzipiert, dass sie gar nicht zu 100 % in der vorgegebenen Zeit lösbar sind. Damit möchten die Prüfer testen, ob du unter Druck arbeiten und priorisieren kannst. Dann ist es wichtig, strategisch vorzugehen und sich die Aufgaben mit dem höchsten Impact herauszupicken. In einer Klausur sind das die Aufgaben, für die es die meisten Punkte gibt. Hast du diese gelöst, bewegst du dich bereits in großen Schritten auf ein „Bestanden“ zu. Die Bonus-Punkte sammelst du dann gleich viel gelassener. Wenn du die Antwort auf eine Frage nicht weißt, halte dich nicht zu lange daran auf. Wechsel lieber zu einer Aufgabe, die dir leichter fällt.

Wenn also demnächst mal wieder eine Prüfung ansteht, mach dich nicht verrückt. Sei vorbereitet, bleib ruhig, gehe strategisch vor und wackele ab und zu mal mit den Zehen.

 

 

„Ich möchte die Welt ein kleines bisschen besser machen“

Lyndon weiß, was er will

Portrait von Lyndon Stephan

„Eigentlich wollte ich ja mal Architektur studieren“, erzählt Lyndon. Inspiriert von seinem Vater, der ihm während einer Autofahrt von seinem spannenden Arbeitsalltag als Jugend- und Heimerzieher erzählt, beschließt er es ihm gleich zu tun. Doch bei der Erzieher-Ausbildung ist es nicht geblieben. Heute studiert der 23-jährige Karlsruher mit dem britischen Namen den Studiengang „Soziale Arbeit“, arbeitet in der Kinderbetreuung einer Grundschule und lässt sich parallel dazu zum Erlebnispädagogen ausbilden.

Was möchtest du werden, wenn du mal groß bist?

Nach der Realschule absolviert Lyndon die Fachhochschulreife. Während dieser Zeit arbeitet er im Jugendtreff und beschäftigt sich mit Jugendlichen in der Nachmittagsbetreuung. Die Arbeit mit den Jugendlichen gibt ihm ein gutes Gefühl und er beschließt, genau wie sein Vater, eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher zu beginnen. „Während der Ausbildung bin ich das erste Mal auch mit den theoretischen Inhalten des Jobs in Berührung gekommen. Fächer wie Soziologie und Psychologie fand ich extrem spannend und wollte gerne mehr darüber erfahren. Unsere Schule hatte eines Tages einen ehemaligen Azubi eingeladen, der uns zu seinem Studium der sozialen Arbeit erzählt hat. Das war genau das, wonach ich gesucht hatte.“ Lyndon ist bewusst, dass neben dem theoretischen Wissen, die Praxiserfahrung in seinem Bereich das A und O ist. „Mit dem berufsbegleitenden Studienmodell der FOM konnte ich zum Glück beides vereinbaren. Ich habe parallel dazu sogar noch eine zweite Ausbildung als Erlebnispädagoge begonnen, die ich bald abschließe.“

Alles auf einmal

Studium, Job und Zusatzausbildung – ganz schön viel für einen 23-Jährigen könnte man meinen. Ob er parallel zu Arbeit und Weiterbildung auch noch ein Studium packt, daran hatte Lyndon nie wirklich Zweifel: „ Ich war paralleles Arbeiten und Lernen schon gewohnt und ich kann mich auch ganz gut selbst strukturieren. Um alles unter einen Hut zu bekommen, habe ich mir einen Lernplan erstellt. Wir Kommilitonen unterstützen uns auch gegenseitig – das macht Vieles leichter.“ Auch was die Arbeit betrifft, ist Lyndon überaus positiv: „Teilweise kommt es mir gar nicht vor wie Arbeit. Als Erlebnispädagoge bin ich mit den Kindern viel in der Natur unterwegs – ihnen wird eine außergewöhnliche Herausforderung, wie Klettern oder GPS-Wandern gestellt. Sowohl durch Erfolg als auch Misserfolg erfahren die Kids etwas Neues über sich, die anderen und ihre Umwelt. Meine Aufgabe ist dann, das Erlebte in den Alltag zu übertragen.“ Lyndon nutzt die Zeit in der Natur auch bewusst dazu, runterzukommen: „Wenn ich merke, dass die Energiereserven aufgebraucht sind und ich gerade nicht weiterkomme, mache ich einen Cut und gehe raus in die Natur. Nach so einem Perspektivwechsel ist der Kopf wieder frei und es kann weitergehen.“

Der idealistische Realist
Portrait von Lyndon Stephan

Lyndon erfährt viel Bestätigung in seiner Arbeit, aber es gibt auch schwierige Momente: „Man kann nicht allen helfen – bei manchen Fällen stößt man einfach an seine Grenzen und muss die Person an andere Stellen weiterleiten. Es ist wichtig, das zu erkennen und sich dafür nicht selbst fertig zu machen. Besser ist es, sich vor Augen zu halten, was man schon geschafft hat – wo man etwas bewirken konnte. Abstand nehmen ist auch ein wichtiges Thema: Man darf die Geschichten und Schicksale möglichst nicht mit nach Hause nehmen.“

Einer der Hauptbeweggründe für seine Berufswahl war das gute Gefühl, das ihm die Menschen mit denen er arbeitet, Tag für Tag geben. Mit seiner Arbeit möchte Lyndon „die Welt ein kleines bisschen besser machen“. Als Idealisten würde er sich trotzdem nicht bezeichnen: „Ein Idealist ist für mich jemand, der in seiner eigenen Welt lebt und eine teilweise verklärte Sicht auf die Dinge hat. Ich würde mich eher als ‚idealistischen Realisten‘ bezeichnen“, sagt er lachend. „Ich sehe die Dinge so wie sie sind und möchte im Rahmen meiner Möglichkeiten mein Bestes tun, um einen Beitrag zu leisten.“ Langfristig möchte Lyndon dies tun, indem er sich als Anbieter von Pädagogik-Fortbildungen selbständig macht. „Die Methoden, die ich selbst schon erfolgreich in der Praxis angewandt habe, würde ich gerne an andere Erzieher weitergeben, um die Arbeit am Kind direkt zu verbessern. Ich denke, dass mein Studium mir auch in punkto spätere Selbständigkeit enorm weiterhilft. Gleichzeitig ist die praktische Arbeitserfahrung essentiell -  als junger Pädagoge muss man erst mal seinen eigenen Weg finden. Meinen habe ich gefunden.“.

Drei Fragen an Lyndon

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich bin sehr zufrieden mit meinem beruflichen Werdegang. Ein berufsbegleitendes Studium würde ich immer wieder wählen. Ich lerne gerne und bilde mich gerne weiter, aber das Feld muss mich interessieren.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Da fällt mir (zum Glück) nichts ein.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Es ist berufsbegleitend.

Ich kann parallel zum Studium Praxiserfahrung sammeln – das ist gerade in meinem Bereich sehr wichtig.

Es gibt kleine Lerngruppen: Dadurch kriegt man einfach viel mehr mit und es entstehen interessante Diskussionen, die in größeren Gruppen so unmöglich wären.