Vom Quereinsteiger zum Firmenchef

Ole findet seine Erfüllung in der Pflege

Ole Knoblich in seinem Büro

Ole ist Steuerfachgehilfe und arbeitet bei einem Steuerberater. Trotz seines soliden, sicheren Jobs bleibt er weiterhin auf der Suche – danach, was er im Leben eigentlich wirklich machen will. Er ist Ende Zwanzig, als seine Mutter, eine gelernte Pflegefachkraft, mit der Idee auf ihn zukommt, gemeinsam einen Pflegedienst aufzubauen. Privat befindet sich Ole da bereits in einer Umbruchsphase – wieso also nicht gleich einmal das komplette Leben umkrempeln? Er ergreift die Gelegenheit und lässt sich auf das Experiment ein. Einen Schritt, den er nicht bereuen soll: Heute leitet der 46-Jährige erfolgreich einen ambulanten Pflegedienst in Hamburg mit rund 30 Mitarbeitern und hat sowohl privat als auch beruflich sein Glück gefunden.

 

Dass es im Leben oft anders kommt, als man denkt – das weiß Ole nur zu gut. Der Hamburger ist 28 als seine Mutter ihm den Vorschlag unterbreitet, gemeinsam einen ambulanten Pflegedienst zu gründen. Von der Pflege hat Ole bis dato keinerlei Ahnung – er arbeitet bei einem Steuerberater und beschäftigt sich täglich mit Zahlen, statt mit Menschen. Wie soll das also funktionieren? Ole denkt gar nicht groß darüber nach – er macht einfach mal. „Im Nachhinein kann man schon sagen, dass ich das Ganze etwas blauäugig angegangen bin. Das war aber auch gut so! Manchmal ist es besser, die Dinge nicht zu zerdenken und bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Das hält einen sonst nur davon ab, etwas Neues zu tun, was gut werden könnte.“ Die gesunde Naivität, die Ole zu diesem Zeitpunkt an den Tag legt, hat nicht zuletzt auch mit seiner aktuellen Lebenssituation zu tun. „Ich befand mich zu diesem Moment in einer echten Findungsphase. Ich hatte gerade eine Trennung hinter mir und auch beruflich war ich nicht wirklich zufrieden. Ich habe mich oft gefragt, ob es wirklich das ist, was ich die nächsten Jahre oder Jahrzehnte machen will“, erinnert er sich. Ole entscheidet sich für den Cut in seinem Leben – und einen bewussten Quereinstieg.

„Mein Bauchgefühl hat gesagt: ‚Das passt zu dir‘.“

„Der Anfang war natürlich schwer“, so Ole. „Es gibt unzählige administrative Dinge, die es zu beachten gibt und auch finanziell geht man erst mal Risiken ein. Klar, macht das einem auch Angst.“ Während Ole sich erstmal um das Kaufmännische kümmert, ist seine Mutter die fachliche Kompetenz im Pflegebereich.  Auch wenn seine Aufgaben zunächst, wie auch bei seinem vorherigen Job, eher in der Verwaltung liegen, erlebt Ole seine Arbeit gleich sehr viel bedeutsamer: „Ich war schon immer sehr sozial eingestellt und konnte gut mit Menschen. Wenn man jahrelang Mannschaftssport betreibt, bekommt man automatisch auch einen Blick für den Nächsten. Das Wohl des Anderen liegt mir am Herzen – sonst könnte man so einen Job auch nicht machen.“ Die Arbeit im Pflegebereich hätte er sich dennoch höchstwahrscheinlich nicht ohne Einfluss von außen ausgesucht. „Es war wirklich mein Bauchgefühl. Manchmal weiß das Unterbewusstsein am besten, was gut für einen ist.“

 

Ole hat seine Entscheidung nie bereut. Der Umgang sowohl mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als auch mit seinen Patientinnen und Patienten geben ihm viel Energie und Freude. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht auch mal schwierige Situationen zu meistern gibt. Nach fast 20 Jahren Erfahrung im Beruf weiß Ole um die besonderen Herausforderungen in der Pflege und hat seinen Führungsstil entsprechend angepasst. Eine gute Unternehmenskultur, offene Kommunikation und viel Wertschätzung für seine Angestellten sind dem 46-Jährigen sehr wichtig. Zum Thema Herausforderungen im Leben hat er mittlerweile eine eigene Sichtweise entwickelt: „Es gibt immer Ups and Downs, aber es ist wichtig am Ball zu bleiben. Das gilt im Job, als auch im Privaten.“

„Ich würde jederzeit wieder einen Quereinstieg wagen“

 

Stillstand ist auch noch heute ein Fremdwort für den Firmenchef. Ole ist endlich zufrieden mit seiner Arbeit und seinem Tätigkeitsfeld, aber: Da geht noch was! Er beschließt neben seiner Verantwortung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter „Gesundheits- und Sozialmanagement“ an der FOM zu studieren. „Ich habe mich aus zwei Gründen dafür entschieden: Zum einen wollte ich einfach noch mehr Fachkompetenz im Gesundheitsbereich erlangen. Zum anderen wollte ich auch einfach mal wieder etwas FÜR MICH tun.“ Bewusste Herausforderung als Wellness-Programm? An seiner Karriere würde ein zusätzlicher akademischen Titel schließlich nichts mehr ändern. Was genau steckt also hinter Oles Motivation? „Ich genieße es einfach sehr, meinen Horizont zu erweitern und mich weiterzubilden. Man kann fast schon sagen, neues Wissen zu generieren, ist mein Hobby“, schmunzelt er. „Mich mit Kommilitonen und Dozenten aus anderen Fachbereichen auszutauschen, macht mir Freude und gibt mir viel neue Inspiration für mein eigenes Leben.“ Unter seinen Mitstudierenden ist Ole einer der ältesten. Darin sieht er jedoch einen großen Vorteil: „Mit fortgeschrittenen Alter entscheidet man sich ganz bewusst für das Studium. Man zieht sich bewusst raus, nimmt sich bewusst die Zeit zum Lernen - für sich und die eigene Weiterentwicklung.“

Jetzt mehr über Ole im Video-Podcast erfahren

By the way: Ole war auch zu Gast im FOM Podcast #allessein. Hier spricht er mit Markus Tirok über das Thema „Lebenslange Lernen“. Denn für Ole ist noch lange nicht Schluss: Er hat gleich den Master drangehangen und ist sogar Mentor bei der FOM... Was sind die Herausforderungen – gerade mit Vierzig Plus? Diese Folge solltest du nicht verpassen!

Studieren kennt kein Alter

Studium mit 40 Plus

Du stehst mit beiden Beinen fest im Leben, hast einen Job und eine Familie, die dich fordert. Aber tief im Inneren verspürst du das Gefühl, dass da noch mehr geht. Dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Du möchtest weniger Stillstand und mehr Fortschritt in deinem Alltag und vor allem im Beruf. Du bist auf der Suche nach neuen Herausforderungen und beruflichen Chancen. Das ist gut! Du darfst alles wollen! Denn mit 40 Plus musst du nicht aufhören, anzufangen. Du darfst auch weiterhin nach den Sternen greifen, dir neue Ziele setzen und deine Träume verfolgen. Warte nicht bis du alles bereust, was du nicht getan hast. Mach‘s einfach!

Zum steten Lernen bleibt auch das Alter jung.

Aischylos

Lachende Frau mit Handy notiert etwas
Studium mit 40 Plus – verrückt?

Ein Schritt in eine neue Richtung ist nicht wirklich verrückt. Er ist zwar ein Wagnis, aber wenn alles gut durchdacht ist, birgt er mehr Chancen als Risiken. Studieren können nur die 20- bis 25-Jährigen? Nein! Um mithalten zu können, ist lebenslanges Lernen gefordert. Alter spielt dabei überhaupt keine Rolle. Vielleicht hast du Angst, im Alter zu versagen und solch ein Studium nicht mehr stemmen zu können. Von diesen Gedanken darfst du dich nicht kontrollieren lassen. Nur wenn du dich bewegst, entwickelst du dich auch weiter. Wenn du dich also in deiner Lebensmitte für ein Studium entscheidest, ist es egal, ob du deine Karriere ausbauen möchtest, eine Neuorientierung im Beruf suchst, einen Branchenwechsel anstrebst oder deinen beruflichen Horizont erweitern möchtest. Das steht dir nicht nur zu, es ist dein gutes Recht! Andere finden ein Studium mit 40 Plus verrückt? Dann sei verrückt! Halt dich nicht klein.

Weil du es kannst!

Besonders im Alter blickt man irgendwann auf sein Leben zurück und stellt gewisse Dinge in Frage. Einige Entscheidungen hast du aus Vernunft getroffen, für andere fehlte dir eventuell der Mut. Dadurch ist deine Arbeit möglicherweise zur reinen Pflichterfüllung oder Existenzsicherung geworden. Das ist auf Dauer jedoch nicht erfüllend. Arbeit sollte auch Spaß machen. Kein Wunder, wenn du dir die Frage stellst: „Warum hab ich nicht früher studiert?“ oder „Wieso studiere ich nicht nochmal?“.
Doch statt zu bereuen, früher nicht studiert zu haben oder es heute nicht zu wagen, solltest du dir eins klar machen: Es ist nie zu spät Neues zu lernen, sich neue Perspektiven zu erarbeiten und den Traum eines Studiums zu erfüllen. Warum? Schlichtweg, weil du es kannst! Du hast es in der Hand, in der Welt nicht stehen zu bleiben. Wenn du selbst deinen Kompetenzbereich stets erweiterst, handelst du für all deine Lebensphasen vorausblickend.

 

Keine Angst vor Gegenwind

Doch auch wenn sich die Sicht auf deinen Beruf geändert hat, bist du eventuell noch nicht 100 prozentig überzeugt, den Schritt zu gehen. Du siehst weitere Hindernisse. Die größte Hürde ist vermutlich die Finanzierung. Da gilt es natürlich genau zu überprüfen, ob sich die zeitliche und die finanzielle Investition am Ende auszahlen. Das ist eine reine Rechenaufgabe, die du für dich persönlich einmal durchgehen musst. Sollte dich jedoch die Aufgabe abschrecken, Studium, Job und Familie unter einen Hut zu bringen, dann steck den Kopf nicht in den Sand. Auf den ersten Blick mag dies kein Kinderspiel sein und dich vor eine große Herausforderung stellen. Zumal gleichzeitig auch Gegenwind aus dem Umfeld kommen kann. Das schürt eventuell deine Angst und Unsicherheit: Ist das der richtige Weg? Sollte ich wirklich studieren? Bin ich dem überhaupt gewachsen? Die Antwort ist ganz klar: JA! Lass dich nicht von anderen und den Umständen entmutigen. Wenn du bereit für die Veränderung bist, trägt dein Umfeld diese schon mit. Letztendlich lernst du nämlich nicht für andere, sondern für dich selbst. Sei einfach mutig! Die Anerkennung für diesen Weg kommt von ganz allein.

 

Vorteil Wissenshunger und Verantwortung

Während andere sich als Opfer des Schicksals betrachten, suchst du nach Lösungen, um deiner beruflichen Unzufriedenheit zu entfliehen oder dich neuen Herausforderung zur Weiterbildung zu stellen. Du übernimmst Verantwortung für dich selbst und dein Leben. Du hast das System des lebenslangen Lernens verstanden. Denn das bedeutet eigenverantwortliches Handeln. Selbst wenn du bereits auf einige Jahre Berufserfahrung und ein ereignisreiches Leben zurückblicken kannst, ist es möglich, neue Interessen im Rahmen eines Studiums zu verfolgen. Deine intrinsische Motivation und dein großer Wissenshunger werden dich leiten. Dein großer Vorteil! Wenn du es dann am Ende geschafft hast, bist du nicht nur zufriedener, sondern auch selbstbewusster. Dafür musst du nur deine Komfortzone verlassen. Diese Erfahrung lässt dich als Person zusätzlich wachsen und reifen. Außerdem überdenkst du eventuell festgefahrene und altgewohnte Einstellungen durch dein neues Wissen und verschaffst dir dadurch eine weitere berufliche Chance.

Dein Weg ins Abenteuer Studium

Du bist bereit, das Abenteuer Studium mit 40 Plus zu starten? Die FOM kann diesen Weg mit dir gemeinsam gehen. Sie bietet dir ein großes Angebot an Studiengängen, die du neben deiner beruflichen Tätigkeit abschließen kannst. Deinem Traum und deiner Weiterentwicklung steht so nichts mehr im Wege! Behalte dein Ziel einfach vor Augen und vergleich dich nicht mit anderen. Solltest du dir daher noch Sorgen machen, dass dich jüngere Studierende belächeln könnten – vergiss es! Der Austausch mit Jüngeren kann dir sogar zusätzlich Impulse geben. Also, trau dich! Denn denk dran: Du kannst alles sein - auch wieder Studentin oder Student! Du musste es nur wollen!

Positiver Stress zwischen Familie und Firmengründung

Halima erfüllt sich ihren Traum vom „Ort der Kulinarik“

Halima in der Küche

„Es ist nie zu spät, etwas anderes zu machen, neue Wege zu gehen und seine Träume zu verwirklichen.“, Das sagt Halima, 38, aus Düsseldorf. Mit der Eröffnung von TASTE MOROCCO, Deutschlands erster marokkanischer Kochschule, erfüllt sich die zweifache Mutter einen Lebenstraum. Täglich meistert sie den Spagat zwischen Familie und Firmengründung und erzählt, wieso Stress nicht unbedingt negativ sein muss.

Diszipliniert, willensstark und gut organisiert – das ist Halima. Inbesondere letzteres hat sie sich mit der Zeit angeeignet: „Mich selbst zu organisieren habe ich während meines Studiums gelernt. Und als junge Mutter lernt man das zwangsweise sowieso!“, lacht die Düsseldorferin mit marokkanischen Wurzeln. Noch zu Beginn der Elternzeit schrieb sie sich für den Bachelor in Business Administration an der FOM ein – eine Entscheidung, die in ihrem Bekanntenkreis für Bewunderung sorgte. Sich neben den neuen Herausforderungen als frischgebackene Mutter auch noch freiwillig mit einem Studium zu „belasten“, das war für viele nicht nachvollziehbar. Für Halima aber ein logischer Schritt: „Die Umstände haben einfach gepasst“, sagt die 38-Jährige heute. „Bevor ich in Elternzeit gegangen bin, habe ich das BWL-Studium begonnen, um mich beruflich weiterzuentwickeln. Durch Hochzeit und Schwangerschaft hatten sich meine Prioritäten im Leben kurzzeitig geändert und ich habe das Studium unterbrochen . Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch – der Gedanke, dieses Studium  noch nicht beendet zu haben, hat mich nicht losgelassen.“

Gelegenheiten nutzen
Halima in ihrer Kochschule

Der feste Betreuungsplatz im Betriebskindergarten ihres Mannes und die Zustimmung und Motivation ihrer Familie führten schließlich dazu, dass Halima ihr Studium wiederaufnahm. Die Wahl der richtigen Hochschule war dabei entscheidend: „Bei der FOM war ich mir sicher, dass ich flexibel bin, was sowohl Zeit als auch Ort angeht. Ich konnte meine Vorlesungszeiten so legen, wie es am besten passt und sogar in anderen Städten Vorlesungen besuchen, wenn es sich gerade ergeben hat“, erzählt Halima. Die Doppelbelastung aus Baby und Studium verlangte ihr natürlich trotzdem einiges ab. Als sie nach erfolgreich bestandener Prüfung wieder in den Konzern zurückkehrte – diesmal in den Bereich Marketing und Nachhaltigkeit – begann sie, zukünftige Entscheidungen mehr und mehr zu hinterfragen. „Ich glaube, die Geburt meiner beiden Kinder hat mich nachdenklich gemacht. Man stellt sich plötzlich Fragen wie „Was sind meine wahren Prioritäten im Leben? Möchte ich wirklich mein Leben lang im Büro arbeiten oder nutze ich die Gelegenheiten, die sich mir bieten?“

Die Gelegenheit, die sich Halima geboten hat, ist eine ganz besondere Geschäftsidee - eine Idee, die sie zurückführt in ihre eigene Kindheit. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Südosten Marokkos, umgeben von blühenden Organgenbäumen und dem Duft von frischgebackenem Fladenbrot in der Nase, war die marokkanische Küche für Halima schon immer verbunden mit wunderbaren Kindheitserinnerungen. Ein besonderes Verständnis von Gastfreundschaft wurden ihr als Teil einer marokkanischen Großfamilie mit in die Wiege gelegt. Auch in den nun mehr als 20 Jahren in Deutschland hat sie sich ihre Leidenschaft fürs Kochen, insbesondere für traditionell marokkanischer Gerichte, bewahrt und genau diese Leidenschaft und ihrer Herzwunsch einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten waren es, die letztendlich zur Eröffnung von TASTE MOROCCO führten. Hier können Gäste im Rahmen von Kochevents die Gastfreundschaft und die kulinarische Welt Marokkos erleben - ohne dafür weit reisen zu müssen.

Mit Herz und Businessplan

Mit der marokkanischen Kochschule, die sich langfristig zu einem „Ort der Kulinarik“ entwickeln soll, an dem sich Menschen verschiedener Kulturen austauschen und gemeinsam speisen, hat sich Halima einen echten Herzenswunsch erfüllt: ein Stück marokkanische Gastfreundschaft nach Deutschland zu holen. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung verging nicht mal ein Jahr – da hat die FOM Absolventin ein ganz schönes Tempo vorgelegt: „Natürlich steckt viel Herzblut in diesem Projekt, aber blauäugig an die Sache herangegangen bin ich nicht. Die Zahlen müssen stimmen – daher geht nichts ohne Struktur. Ich habe einen Businessplan geschrieben und mir für bestimmte Dinge, wie Texte und Bilder für die Internetseite , von Anfang an Profis an Bord geholt. Das sind wichtige Entscheidungen, die man als Gründer gleich zu Beginn treffen muss: Mache ich es selbst und spare Geld, habe dafür, aber auch nur ein semi-professionelles Ergebnis – oder investiere ich in etwas, das langfristig wichtig für den Erfolg meines Business ist.“ Halima ist von Anfang an in so gut wie jeden Schritt ihres Unternehmens involviert. „Ich mache eigentlich alles. Vom Einkauf über die Logistik bis hin zu Marketing und Social Media. Langfristig möchte ich natürlich mehr Mitarbeiter einstellen, die mich auch bei den administrativen Aufgaben unterstützen.“

Marokkanisches Essen
Halima am gedeckten Tisch

Was für Außenstehende nach purem Stress klingt, nimmt Halima gar nicht so stressig wahr. „Klar gibt es immer viel zu tun und man muss sich seine Zeit gut einteilen. Aber ich glaube, dass es eher positiver Stress ist: Meine Arbeit macht mir Spaß und ich weiß, wofür ich es tue.“ Aber auch wenn der Stress nicht zwangsläufig als unangenehm empfunden wird, ist es wichtig, auf sich zu achten, sagt Halima. „Regelmäßig Pausen machen, zu Mittag essen und eine Runde spazieren gehen – als Selbständiger vergisst man das gerne mal vor lauter To-Dos. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man aber auch körperlich und mental fit bleiben – und das gelingt nur, wenn man ab und zu mal abschaltet.“ Abschalten – das kann Halima am besten bei gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie. Sie zieht auch viel Kraft aus dem positiven Feedback ihrer Gäste. „Wenn jemand nach einem Kochevent bei mir eine Reise nach Marokko bucht, ist das das schönste Kompliment“, strahlt sie.

Drei Fragen an Halima

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Nicht auf andere hören – einfach machen! Als ich meinem Freundes- und Bekanntenkreis von meinen Plänen erzählt habe, waren viele skeptisch: „Du hast doch studiert – wieso eröffnest du jetzt eine Kochschule?“ Niemand kann in deinen Kopf sehen – solange du selbst, es dir vorstellen kannst, kannst du es auch tun. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen oder gar erst dein komplettes Umfeld von deiner Idee überzeugen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich würde, glaube ich, nichts anders machen. Es ist mit Sicherheit nicht immer einfach, aber meine Vision von TASTE MOROCCO umzusetzen, zu sehen, wie es jeden Tag mehr und mehr Gestalt annimmt – das ist eine sehr spannende Zeit und ich würde es gegen nichts eintauschen wollen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium

Die Vereinbarkeit von Studium und Familie

Die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten

 

„Es ist nie zu spät, sich zu entwickeln“

Nicole glaubt an sich

Lächelnde Nicole

Abitur machen und studieren kam Nicole immer ziemlich abstrakt vor. Aus ihrer Familie kannte sie den klassischen Weg: Mittlere Reife und danach eine Ausbildung. Das ist sicher - und greifbar. Heute steckt die 30-Jährige ausgebildete Ergotherapeutin in den letzten Zügen ihres Bachelor-Studiums Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in München – der Master könnte folgen. Ganz anders als ursprünglich gedacht. Wer hätte auch gedacht, dass man nicht unbedingt Abitur braucht, um eine akademische Karriere einzuschlagen. Dass auch kleine Umwege ans Ziel führen. Und, dass die eigene Entwicklung am Ende hauptsächlich von einer einzigen Person abhängt: dir selbst.

„Ich komme nicht aus einer Akademiker-Familie – Abitur oder Studium waren für mich daher immer sehr abstrakte Begriffe, mit denen ich nicht viel anfangen konnte“, erinnert sich Nicole an ihre Schulzeit. „Ich hatte zwar ganz gute Noten und hätte auch aufs Gymnasium gehen können – meine Eltern haben mich aber nie unter Druck gesetzt, was das anging. Ich habe mich dann aber für die Mittlere Reife und eine Ausbildung entschieden – einfach, weil es das Nächstliegende für mich war. Vor dem Abschluss habe ich verschiedene Praktika ausprobiert und fand den Bereich Ergotherapie sehr spannend. Mir hat gleich gefallen, dass die Aktivität im Vordergrund steht und nicht die Funktion: Man arbeitet gemeinsam mit Menschen auf ein bestimmtes Ergebnis hin und unterstützt sie dabei es zu erreichen. Um an der staatlichen Ergotherapie-Schule genommen zu werden – die private kam nicht in Frage – hatte man bessere Chancen, wenn man schon eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen konnte. Daher habe ich nach der Realschule erstmal Arzthelferin gelernt – mit verkürzter Ausbildungszeit und immer mit meinem eigentlichen Ziel im Blick.“

Schließt sich eine Türe – öffnet sich dafür eine andere

Seit acht Jahren ist Nicole nun als ausgebildete Ergotherapeutin tätig. Sie arbeitet vorwiegend mit Menschen zusammen, die nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder einer sonstigen Krankheit unter Schädel-Hirnverletzungen leiden und viele Dinge wieder neu erlernen müssen. Die meisten ihrer Patienten sind erst zwischen 20 und 50 Jahren alt und waren vor dem Unfall oder der Krankheit voll berufstätig bzw. in einer Ausbildung. Sie hilft den Betroffenen dabei wieder „teilzuhaben“: an bestimmten Aktivitäten, am Berufsleben, an der Gesellschaft. Nicole begleitet den kompletten Prozess der beruflichen Reha. Nicht immer läuft das problemlos. „Je nach Schwere und Komplexität der Verletzung, kann man leider nicht immer wieder den Ausgangszustand herstellen – was sich natürlich die meisten meiner Patienten erhoffen. Ist zu viel kaputt gegangen, kann es auf dem Arbeitsmarkt schwierig werden. Eine Hirnverletzung ist etwas anderes als z.B. einfach „nur“ nicht mehr laufen zu können.“

Ob sie es als Niederlage empfindet, wenn die Eingliederung in den alten Job nicht gelingt? „Nicht unbedingt“, sagt Nicole. „Ich versuche den Menschen immer zu vermitteln, dass sich durch so einen Schicksalsschlag zwar einige Türen schließen – sich dafür aber andere öffnen können. Man kann vielleicht nicht mehr die alte Position ausüben – aber vielleicht etwas Neues. Das Leben zeigt nochmal völlig neue Facetten – und das kann auch etwas Schönes sein. Aber natürlich ist es frustrierend, wenn man den Menschen nicht so helfen kann, wie sie es sich vorgestellt haben. Oft ist die größte Hilfe aber tatsächlich schon sie bei dem Prozess zu begleiten – das höre ich auch immer wieder von Angehörigen.“

 „Ich empfinde meinen Beruf als sehr erdend“

 

Wer täglich mit schwierigen Schicksalen konfrontiert ist, muss sich gut abgrenzen. Das gelingt Nicole meistens ganz gut. „Man relativiert sehr vieles im eigenen Leben, wenn man täglich vor Augen hat, wie schnell etwas passieren kann, das einen völlig aus der Bahn wirft und einmal alles auf den Kopf stellt. Man regt sich nicht mehr so schnell über Kleinigkeiten auf. Und man verteilt seine Energie und Prioritäten sehr viel bedachter.“ Eine der Prioritäten, die Nicole für sich gesetzt hat, ist ihr akademischer Abschluss. Die 30-Jährige studiert Gesundheits- und Sozialmanagement im siebten Semester an der FOM in München und hat vor kurzem ihre Bachelor-Thesis abgegeben. Wie kam es zu dem Wunsch doch noch zu studieren? „Während meiner Arbeit bin ich immer wieder auf die Frage gestoßen: ‚Hätte man die eine oder andere Erkrankung vielleicht verhindern können? Die meisten Firmen sind sehr engagiert, was den Prozess der Wiedereingliederung eines Mitarbeiters angeht. Was die Prävention – insbesondere von Schlaganfällen – angeht, gibt es aber sicherlich einiges, was noch verbessert werden kann. In der heutigen Zeit, in der Arbeit und Privates immer mehr ineinander übergehen, halte ich es für wichtig den Arbeitgeber mehr in die Pflicht zu nehmen und auch vorbeugend aktiv zu werden. Nach meinem Abschluss möchte ich daher im Betrieblichen Gesundheitsmanagement arbeiten und durch meine Erfahrung helfen, die Dinge aktiv voranzutreiben.“

Wer anderen viel gibt, muss auf sich selbst gut achten

 

Nicole treibt regelmäßig Sport: Früher war es Fußball – heute führt der Weg sie zeitbedingt meistens ins Fitnessstudio oder in den Wald zum Laufen. Das Handy lässt sie dabei zuhause. „Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch meinen Partner, meine Familie und meine Freunde – das hat so manche schwierige Situation leichter gemacht.“ Nicole genießt den Austausch, lässt bestimmte Themen aber auch bewusst ruhen, um sich davon zu distanzieren und die Gedanken auf etwas anderes zu lenken. Auch Reisen steht ganz oben auf ihrer Liste an Lieblingsaktivitäten. „Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel. Raus in eine andere Stadt oder ein anderes Land, etwas Neues sehen, sich neue Inspirationen holen.“ Viele neue Sinneseindrücke wird sie mit Sicherheit auch in Neuseeland sammeln können: Nach ihrem Studium wird Nicole dort ein zweimonatiges Praktikum in ihrem Wunschbereich machen: im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Drei Fragen an Nicole

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Einfach loslegen. Manche Risiken muss man einfach eingehen. Ich bin davon überzeugt, dass man so ziemlich alles schaffen kann, wenn man sein Ziel fest im Auge behält und auf sich vertraut. Wichtig ist, dass man es will und es angeht – die Wege entstehen dann im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich glaube, dass man zu gewissen Zeitpunkten im Leben bestimmte Entscheidungen aus ganz bestimmten Gründen trifft. Wenn sich die Entscheidung in diesem Moment richtig angefühlt hat, dann war sie es auch.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Mir war wichtig, dass es ein Präsenzstudium ist. Ich weiß von mir selbst, dass ich besser lerne, wenn ich den direkten Kontakt zu Dozenten und Mitstudierenden habe. Zwei meiner Kommilitoninnen sind mittlerweile gute Freundinnen geworden – wir unterstützen uns gegenseitig und das hilft ungemein.

Da das Studium berufsbegleitend möglich ist, musste ich meine Arbeitszeiten nicht großartig ändern.

Die FOM genießt einen guten Ruf. Die Hochschule ist breit aufgestellt und gut vernetzt. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt – das war mir wichtig.