Start your business right

Pinar gibt Tipps zur Unternehmensgründung

Ob ganz plötzlich oder schon seit längerer Zeit – sie ist da: die zündende Geschäftsidee. So euphorisch man über diese Entwicklung ist, so viele Risiken sieht man auch beim Schritt in die Selbstständigkeit. Und es kommen wohl die üblichen Fragen auf: Wie und wo fange ich an? Was muss ich beachten? Und wer kann mir dabei helfen? Pinar hat diese Phase bereits erfolgreich gemeistert. Sie hat sich selbständig gemacht, und zwar mit der Herstellung und dem Verkauf von Infinity-Rosen – und das sehr erfolgreich. Hier gibt sie einige Tipps, die ihr bei der Unternehmensgründung geholfen haben.

Willenskraft ist das wichtigste Attribut für die Unternehmensgründung

Pinar Gürsoy Sinanoglu

Pinar Gürsoy Sinanoglu in ihrem Büro

Der Start in das selbständige Unternehmertum ist nicht leicht – denn man muss aus seiner Comfort-Zone herauskommen und einiges wagen. Möglicherweise muss man seinen Job kündigen, um sich voll und ganz auf seine Idee zu konzentrieren. Oder an seine Rücklagen gehen, um sein Vorhaben zu finanzieren. Aber vor allem muss man das Ganze mit den richtigen Schritten angehen, damit aus der Idee auch wirklich das sichere eigene Standbein im Leben wird. Pinar hat ihr eigenes Business bereits erfolgreich auf- und mittlerweile auch ausgebaut. Wie sie sich mit dem Verkauf von Infity-Rosen selbständig gemacht hat und dabei sowohl Studium als auch ihre Verantwortung als Mutter gemanagt hat, könnt ihr hier nachlesen. Ihre Tipps für dein Business:

1. Zeitliche Zielsetzung und auf das Unternehmertum einstellen

„Bis ich 40 bin, werde ich mein eigenes Unternehmen gründen, denn ‚irgendwann‘ ist nur ein besseres Wort für ‚nie‘“, hat sich Pinar immer gesagt und bringt mit diesem Satz ihre zeitliche Zielsetzung auf den Punkt. Jeder, der ein Unternehmen gründen möchte, sollte sich selbst einen Zeitpunkt setzen, bis wann er diesen Schritt wirklich umgesetzt haben möchte. Denn nur so wird man den Schritt aus der eigenen Komfortzone auch wirklich wagen. Und mit diesem Gedanken setzt man sich gleichzeitig direkt damit auseinander, was es bedeutet, Unternehmerin oder Unternehmer zu sein:„Dir wird klar, dass man sich als Unternehmensgründer um Planung, Termine, Buchhaltung, Auftragsakquise und Kontaktpflege kümmern muss und das fordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und Willenskraft“, fasst Pinar zusammen. Arbeitswochen von 70 Stunden gehören zur Unternehmensgründung einfach dazu und darüber muss man sich vorher bewusst werden.

2. Nichts geht ohne einen richtigen Businessplan

Businessplan, Business-Plan, Unternehmenskonzept oder Geschäftsplan – wie auch immer man es schreibt oder nennen mag – ohne die richtige Vorbereitung funktioniert die Unternehmensgründung nicht. Hier müssen Unternehmensidee, Ziele, Finanzierungsmöglichkeiten und alle weiteren relevanten Angaben zum geplanten Unternehmen kleinteilig aufgeschlüsselt werden. „Für das Erstellen meines Businessplans habe ich alles Wichtige in meinem BWL-Studium an der FOM gelernt“, erinnert sich Pinar. „Es gibt zwar auch viele Anleitungen und Vorlagen im Internet, aber erst durch das gemeinsame Erarbeiten an der FOM kam das volle Verständnis, um die Theorie auch wirklich in die Praxis umzusetzen.“

3. Kontakte zu anderen Startup-Gründern knüpfen

Hat man den Entschluss zur Gründung eines Unternehmens gefasst, tauchen nach und nach immer mehr Fragen auf: Wie gehe ich eine bestimmte Sache an? Worauf muss ich in einer bestimmten Situation achten? Gibt es eine schnellere Lösung für dieses Problem? Pinar hat einen Tipp, der so offensichtlich wie einfach ist: Gleichgesinnte fragen! So kommt man manchmal schneller zu einer Antwort, als sich selbst stunden- oder tagelang mit einem Problem herumzuschlagen. „Ich habe mein Studium fast zeitgleich mit meiner Unternehmensgründung angefangen – und das machen mittlerweile viele Studierende an der FOM. So hatte ich genug Gleichgesinnte direkt um mich herum, mit denen ich mich regelmäßig austauschen konnte“, erklärt Pinar. Und auf diese Weise fallen einem vielleicht sogar Dinge auf, über die man zuvor noch gar nicht nachgedacht hat, die man aber beachten sollte.

4. Gutes Zeitmanagement ist alles

Um neben allen Alltagsaufgaben trotzdem eine organisierte Unternehmensgründung voranzutreiben, gehört ein gutes Zeitmanagement zu den wichtigsten Voraussetzungen. Das bedeutet konkret: Man muss sich seine Zeit jeden Tag von morgens bis abends effektiv einteilen. Dazu gehört die Zeit mit Familie und Freunden genauso wie die Zeit für die einzelnen Schritte in der Unternehmensgründung – und in Pinars Fall war natürlich auch die Zeit an der FOM fester Bestandteil ihrer Planung. „Nur wer seine Tage strukturiert angeht, kann am Ende auch alle seine gesteckten Ziele erreichen“, fasst Pinar zusammen.

5. Durchhaltevermögen beweisen – auch wenn es manchmal schwierig ist

Auch wenn es eigentlich das ist, was man wirklich will und von dem man absolut überzeugt ist, ist es nicht immer leicht, an sich und seine Idee zu glauben. Denn Rückschläge bleiben bei der Unternehmensgründung meist nicht aus und oftmals sind viele Leute aus dem Umfeld skeptisch gegenüber dem Schritt in die Selbständigkeit. Doch das alles ist ganz normal – und erst recht kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! „Man muss einfach ein unheimliches Durchhaltevermögen an den Tag legen, an sich selbst und sein Vorhaben glauben, aus Rückschlägen lernen und sich immer wieder motivieren“, versichert Pinar. Auf diese Weise ist es auch ihr gelungen, ihr Unternehmen erfolgreich zu gründen und es stetig weiterzuentwickeln.

 

 

Jetzt mehr über Pinar im Video-Podcast erfahren

Pinar hat es geschafft und ihr eigenes Business gestartet. Doch auch für sie ist jeder Tag weiterhin eine zu meisternde Aufgabe – denn als Unternehmerin trägt sie jetzt die gesamte Verantwortung für sich, ihre Mitarbeiter und natürlich die Zufriedenheit ihrer Kunden. Wie sie das schafft, welche Aufgaben sie noch bewältigt und welche Ziele sie vor Augen hat, erfahrt ihr im neuen Video-Podcast #ALLESSEIN der FOM Hochschule.

Von der Bankberaterin zur Erfolgsberaterin

Wie Miriam Familie, Selbstständigkeit und Studium zeitlich managt

Foto: Marina Chigeliman

Die Idee von der Selbstständigkeit hat Miriam eigentlich schon immer vor Augen. Doch der Sprung in die berufliche Unabhängigkeit kommt früher als ursprünglich geplant. Denn die Geburt ihrer Tochter bringt sie dazu, etwas in ihrem Leben umzustellen. Sie macht sich als Erfolgscoach selbstständig und muss eine Herausforderung - zu der sie ihre Kunden täglich coacht- für sich selbst herausfinden: Wie manage ich Familie, Selbstständigkeit und mein berufsbegleitendes Studium?

 

Miriams berufliche Karriere beginnt bei einer Bank. Als Kundenberaterin stellt das Unternehmen ihr ab Tag eins einen Coach zur Seite, der sie sowohl bei ihrem Betriebserfolg, als auch bei ihrem persönlichen Erfolg supported. „Er hat mich dabei unterstützt, mich schnellstmöglich in dieses Unternehmen einzufinden und dort gleich erfolgreich zu agieren“. Diese Arbeitsweise imponiert ihr und motiviert sie schließlich dazu, sich beruflich auch in Richtung Coaching und Training innerhalb der Bank weiterzubilden. Auch, wenn sie es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, kann sie jetzt sagen: „Das war mein erster Schritt in Richtung Selbständigkeit.“

Coaching als Herzensprojekt

Während ihrer täglichen Arbeit als Coach häufen sich jedoch Fragen, auf die sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Antworten hat: Wie funktionieren Menschen psychologisch? Was motiviert sie? Was ist wichtig, damit sie erfüllt und zufrieden sind? Miriam wird klar, dass nur die Psychologie Antworten auf ihre Fragen hat und entscheidet sich für ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftspsychologie. „Gerade diese Verbindung von Wirtschaftskontext und psychologischen Elementen passte zu diesem Zeitpunkt sehr gut in mein Berufsleben“.

Familie und Karriere? Geht doch!

Mit der Geburt ihrer Tochter verändert sich ihr berufliches Leben. Miriam entscheidet sich dazu, ihren Arbeitsalltag an ihre Tochter anzupassen – und dabei ihren persönlichen Erfolg trotzdem nicht zurückzustellen. Die Lösung für ihren Konflikt schlummert schon lange in ihr: „Ich hatte die Selbstständigkeit schon immer vor Augen – doch eigentlich wollte ich diesen Schritt erst mit 40 wagen.“ Miriam macht sich, neben Kind und Studium, als Coach selbstständig.

Erfolgsrezept Zeitmanagement

Was ihr hilft: ein gut ausgearbeitetes Zeitmanagement-System. „Das Erfolgsrezept von Zeitmanagement ist die eigene Persönlichkeit. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich abends produktiver bin. Früher habe ich versucht, alles in den Tag zu quetschen: Arbeit, Studium und Kinderbetreuung, um dann zu merken, dass ich gar nicht der Typ dafür bin – aber diese Erkenntnis war auch eine Eigenlernkurve“. Ihre Erkenntnisse fließen direkt in ihre Arbeit und gibt ihre Erfahrungen an ihre Kunden weiter. Miriams Tipp in puncto Zeitmanagement: Mit kleinen Schritten zufrieden sein und Erfolge feiern. Ein großes und scheinbar unerreichbares Ziel immer in so kleine Blöcke wie möglich gliedern, damit diese einzelnen „Mini-Ziele“, angepasst an die jeweilige Lebenssituation auch erreichbar werden. Mit diesem Erfolgsrezept schafft sie alles, was sie sich vorgenommen hat: Den Abschluss in Wirtschaftspsychologie, ihr eigenes Business und genug Zeit für ihr Kind. Step-by-Step werden mit dem Älterwerden ihrer Tochter aber auch ihre Ziele größer. Ihre Pläne: Eine eigene Seminarreihe zu launchen, um dann auf einer Bühne als Speaker mehr Menschen zu erreichen – denn es erfüllt Miriam, Menschen auf ihrem persönlichen Erfolgsweg zu begleiten.

Drei Fragen an Miriam

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde alles wieder so tun. In dem Moment, in dem Dinge passieren, fühlen sie sich vielleicht nicht immer gut an – aber rückwirkend hat alles in meinem Leben Sinn gemacht. Die Puzzleteile haben sich gefügt.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Nichts.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die FOM Hochschule war eine der ersten, die das Fach Wirtschaftspsychologie ins Leben gerufen haben.

Die zeitliche und örtliche Flexibilität: Man ist sowohl in der Wahl des Studienmodells als auch des Standorts frei.

Die praxisnahen Erfahrungen der Dozenten. Auf meine praktischen Fragen habe ich von ihnen oft berufsnahe Antworten bekommen.

 

 

 

Kind und Karriere

Nadine lässt sich nicht aufhalten

Schwangere Frau bei der Arbeit

Ihr Berufswunsch stand schon lange fest: Juristin. Und dann die Nachricht, die Nadines gesamte Karriereplanung auf den Kopf stellte: Schwanger mit 16. Um Juristin zu werden, muss man doch studieren – und sie hatte doch gerade erst die Realschule beendet. Geht das jetzt überhaupt noch? Ja, das geht! Und Nadine zeigt wie:

„Schon als Kind wollte ich immer genau wissen, wieso etwas ist, wie es ist und nicht anders. Ich wollte die Regeln dahinter kennen und verstehen“, erinnert sich die 33-Jährige. Seit sie denken kann, träumt sie davon Juristin zu werden. Als sie mit 16 erfährt, dass sie schwanger ist, bricht eine kleine Welt für sie zusammen. Von einem auf den anderen Moment scheint ihr Traum in unerreichbare Ferne zu rücken. „Mir war sofort klar, dass ein Studium erstmal nicht möglich sein wird“, erinnert sich Nadine. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass sie nun noch mehr Verantwortung trägt  - nicht nur für sich, sondern auch für ihre Tochter. Als junge Alleinerziehende ist sie plötzlich mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert: „Ich war gerade mal 17 Jahre alt, als ich Mutter wurde. Man muss sich ganz neu strukturieren und den Alltag planen. Das Kind gibt den Takt vor. Ohne die Unterstützung meiner Eltern, hätte ich das nicht geschafft – ich bin den beiden unfassbar dankbar.“

Den Stein ins Rollen bringen

Ihr Leben nahm mit der Schwangerschaft zwar zunächst eine unerwartete Wendung – das hielt Nadine aber längst nicht davon ab, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie wollte schnell selbständig werden, um sich und ihrer Tochter ein gutes Leben zu ermöglichen. Noch während sie schwanger war, begann sie mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Ich habe mich dann entschieden, Rechtsanwaltsfachangestellte zu werden. „So konnte ich zumindest im juristischen Umfeld arbeiten.“ Eine wohlüberlegte Entscheidung und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für die junge Mutter: „Mein Ziel irgendwann als Juristin tätig zu sein, habe ich ehrlich gesagt, nie wirklich aufgegeben. Ich wusste, es geht nicht sofort und es wird viel Energie kosten – aber ich kann das schaffen.“ Nadine brachte Talent und Willensstärke mit. Das machte Eindruck in der Kanzlei: Nach und nach übernahm Nadine immer anspruchsvollere Tätigkeiten und knüpfte Kontakte, die sie fordern und fördern.

Porträt Nadine Göthe
Man lernt nie aus.

Zu ihrem beruflichen Glück fehlte ihr nun eigentlich nur noch der offizielle Abschluss. Sie beschloss, den finalen Schritt zu wagen und schrieb sich zum Wirtschaftsrechts-Studium an der FOM ein. „Für mich kam nur ein berufsbegleitendes Studium in Frage. Den Job wollte und konnte ich nicht aufgeben. Gleichzeitig war mir wichtig, dass ich mir meine Zeit flexibel einteilen kann, um möglichst viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen.“ Nadines Tage sind fest durchgetaktet: Unter der Woche arbeitet sie Vollzeit, am Wochenende besucht sie Vorlesungen und schreibt Klausuren. Die gemeinsame Zeit mit der Familie ist ihr heilig. „Ich habe immer darauf geachtet, mir bewusst Freiräume und geplante Auszeiten zu schaffen. Das ist enorm wichtig, um die Batterien wieder aufzuladen. Nichts gibt mir so viel Kraft und Energie wie die Zeit mit meiner Tochter.“

Heute ist Nadine 33 Jahre, Wirtschaftsjuristin und erfolgreiche Contract-Managerin in einem Projektunternehmen. Sie ist da, wo sie immer hin wollte. Der kleine Umweg hat sie etwas mehr Zeit gekostet - doch das, was sie dabei gewonnen hat, ist unbezahlbar.

Drei Fragen an Nadine

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde alles exakt so wieder machen. Natürlich wünscht man sich nicht unbedingt so früh Mutter zu werden. Aber wenn ich zurückblicke, bin ich sooo froh, meine Tochter zu haben. Ich könnte es mir gar nicht anders vorstellen.

 

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Nichts.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Das Studium an der FOM ist berufsbegleitend.

Die flexiblen Zeitmodelle: Ich habe beispielsweise immer freitags und samstags Vorlesungen besucht – so konnte ich das Studium gut mit dem Familienleben vereinbaren.

Es gibt Präsenz-Vorlesungen an der FOM. Es besteht zwar keine Anwesenheitspflicht, aber mir persönlich hat es sehr geholfen. Mit einigen Kommilitoninnen von damals bin ich immer noch befreundet.

 

 

 

Positiver Stress zwischen Familie und Firmengründung

Halima erfüllt sich ihren Traum vom „Ort der Kulinarik“

Halima in der Küche

„Es ist nie zu spät, etwas anderes zu machen, neue Wege zu gehen und seine Träume zu verwirklichen.“, Das sagt Halima, 38, aus Düsseldorf. Mit der Eröffnung von TASTE MOROCCO, Deutschlands erster marokkanischer Kochschule, erfüllt sich die zweifache Mutter einen Lebenstraum. Täglich meistert sie den Spagat zwischen Familie und Firmengründung und erzählt, wieso Stress nicht unbedingt negativ sein muss.

Diszipliniert, willensstark und gut organisiert – das ist Halima. Inbesondere letzteres hat sie sich mit der Zeit angeeignet: „Mich selbst zu organisieren habe ich während meines Studiums gelernt. Und als junge Mutter lernt man das zwangsweise sowieso!“, lacht die Düsseldorferin mit marokkanischen Wurzeln. Noch zu Beginn der Elternzeit schrieb sie sich für den Bachelor in Business Administration an der FOM ein – eine Entscheidung, die in ihrem Bekanntenkreis für Bewunderung sorgte. Sich neben den neuen Herausforderungen als frischgebackene Mutter auch noch freiwillig mit einem Studium zu „belasten“, das war für viele nicht nachvollziehbar. Für Halima aber ein logischer Schritt: „Die Umstände haben einfach gepasst“, sagt die 38-Jährige heute. „Bevor ich in Elternzeit gegangen bin, habe ich das BWL-Studium begonnen, um mich beruflich weiterzuentwickeln. Durch Hochzeit und Schwangerschaft hatten sich meine Prioritäten im Leben kurzzeitig geändert und ich habe das Studium unterbrochen . Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch – der Gedanke, dieses Studium  noch nicht beendet zu haben, hat mich nicht losgelassen.“

Gelegenheiten nutzen
Halima in ihrer Kochschule

Der feste Betreuungsplatz im Betriebskindergarten ihres Mannes und die Zustimmung und Motivation ihrer Familie führten schließlich dazu, dass Halima ihr Studium wiederaufnahm. Die Wahl der richtigen Hochschule war dabei entscheidend: „Bei der FOM war ich mir sicher, dass ich flexibel bin, was sowohl Zeit als auch Ort angeht. Ich konnte meine Vorlesungszeiten so legen, wie es am besten passt und sogar in anderen Städten Vorlesungen besuchen, wenn es sich gerade ergeben hat“, erzählt Halima. Die Doppelbelastung aus Baby und Studium verlangte ihr natürlich trotzdem einiges ab. Als sie nach erfolgreich bestandener Prüfung wieder in den Konzern zurückkehrte – diesmal in den Bereich Marketing und Nachhaltigkeit – begann sie, zukünftige Entscheidungen mehr und mehr zu hinterfragen. „Ich glaube, die Geburt meiner beiden Kinder hat mich nachdenklich gemacht. Man stellt sich plötzlich Fragen wie „Was sind meine wahren Prioritäten im Leben? Möchte ich wirklich mein Leben lang im Büro arbeiten oder nutze ich die Gelegenheiten, die sich mir bieten?“

Die Gelegenheit, die sich Halima geboten hat, ist eine ganz besondere Geschäftsidee - eine Idee, die sie zurückführt in ihre eigene Kindheit. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Südosten Marokkos, umgeben von blühenden Organgenbäumen und dem Duft von frischgebackenem Fladenbrot in der Nase, war die marokkanische Küche für Halima schon immer verbunden mit wunderbaren Kindheitserinnerungen. Ein besonderes Verständnis von Gastfreundschaft wurden ihr als Teil einer marokkanischen Großfamilie mit in die Wiege gelegt. Auch in den nun mehr als 20 Jahren in Deutschland hat sie sich ihre Leidenschaft fürs Kochen, insbesondere für traditionell marokkanischer Gerichte, bewahrt und genau diese Leidenschaft und ihrer Herzwunsch einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten waren es, die letztendlich zur Eröffnung von TASTE MOROCCO führten. Hier können Gäste im Rahmen von Kochevents die Gastfreundschaft und die kulinarische Welt Marokkos erleben - ohne dafür weit reisen zu müssen.

Mit Herz und Businessplan

Mit der marokkanischen Kochschule, die sich langfristig zu einem „Ort der Kulinarik“ entwickeln soll, an dem sich Menschen verschiedener Kulturen austauschen und gemeinsam speisen, hat sich Halima einen echten Herzenswunsch erfüllt: ein Stück marokkanische Gastfreundschaft nach Deutschland zu holen. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung verging nicht mal ein Jahr – da hat die FOM Absolventin ein ganz schönes Tempo vorgelegt: „Natürlich steckt viel Herzblut in diesem Projekt, aber blauäugig an die Sache herangegangen bin ich nicht. Die Zahlen müssen stimmen – daher geht nichts ohne Struktur. Ich habe einen Businessplan geschrieben und mir für bestimmte Dinge, wie Texte und Bilder für die Internetseite , von Anfang an Profis an Bord geholt. Das sind wichtige Entscheidungen, die man als Gründer gleich zu Beginn treffen muss: Mache ich es selbst und spare Geld, habe dafür, aber auch nur ein semi-professionelles Ergebnis – oder investiere ich in etwas, das langfristig wichtig für den Erfolg meines Business ist.“ Halima ist von Anfang an in so gut wie jeden Schritt ihres Unternehmens involviert. „Ich mache eigentlich alles. Vom Einkauf über die Logistik bis hin zu Marketing und Social Media. Langfristig möchte ich natürlich mehr Mitarbeiter einstellen, die mich auch bei den administrativen Aufgaben unterstützen.“

Marokkanisches Essen
Halima am gedeckten Tisch

Was für Außenstehende nach purem Stress klingt, nimmt Halima gar nicht so stressig wahr. „Klar gibt es immer viel zu tun und man muss sich seine Zeit gut einteilen. Aber ich glaube, dass es eher positiver Stress ist: Meine Arbeit macht mir Spaß und ich weiß, wofür ich es tue.“ Aber auch wenn der Stress nicht zwangsläufig als unangenehm empfunden wird, ist es wichtig, auf sich zu achten, sagt Halima. „Regelmäßig Pausen machen, zu Mittag essen und eine Runde spazieren gehen – als Selbständiger vergisst man das gerne mal vor lauter To-Dos. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man aber auch körperlich und mental fit bleiben – und das gelingt nur, wenn man ab und zu mal abschaltet.“ Abschalten – das kann Halima am besten bei gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie. Sie zieht auch viel Kraft aus dem positiven Feedback ihrer Gäste. „Wenn jemand nach einem Kochevent bei mir eine Reise nach Marokko bucht, ist das das schönste Kompliment“, strahlt sie.

Drei Fragen an Halima

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Nicht auf andere hören – einfach machen! Als ich meinem Freundes- und Bekanntenkreis von meinen Plänen erzählt habe, waren viele skeptisch: „Du hast doch studiert – wieso eröffnest du jetzt eine Kochschule?“ Niemand kann in deinen Kopf sehen – solange du selbst, es dir vorstellen kannst, kannst du es auch tun. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen oder gar erst dein komplettes Umfeld von deiner Idee überzeugen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich würde, glaube ich, nichts anders machen. Es ist mit Sicherheit nicht immer einfach, aber meine Vision von TASTE MOROCCO umzusetzen, zu sehen, wie es jeden Tag mehr und mehr Gestalt annimmt – das ist eine sehr spannende Zeit und ich würde es gegen nichts eintauschen wollen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium

Die Vereinbarkeit von Studium und Familie

Die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten

 

Mit Selbstmotivation zur Selbständigkeit

Pinar ist ihr eigener Chef

Portrait von Pinar G. Sinanoglu

Gute Laune versprühen, networken und offen auf Menschen zugehen – das konnte die 36-jährige Firmengründerin schon immer. Neugierig und wissensdurstig hinterfragt sie gerne den Status Quo und sucht nach neuen Methoden, Dinge anzugehen. Fähigkeiten, die ihr auf dem Weg zum Erfolg geholfen haben. Neben den Soft Skills war es aber vor allem eins, das sie dorthin brachte, wo sie heute ist: harte Arbeit. Heute ist Pinar erfolgreiche Unternehmerin, Ehefrau, Mutter und Studentin an der FOM.

„Schon damals in der Schule haben meine Lehrer immer gesagt: ‚Also die Pinar, die muss in den Vertrieb!“, lacht die herzliche Siegenerin. Mit ihrer quirligen, positiven Art knüpft sie leicht Kontakte und fällt durch ihre angeborene Neugierde immer wieder auf. Und tatsächlich landet Pinar einige Jahre und ein paar Umwege später in leitender Vertriebsposition eines internationalen Bauunternehmens. „In meinem Leben hat schon immer eins das andere ergeben. Ich habe angefangen mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin und mich immer weiter hochgearbeitet. Mir war früh klar, dass ich Karriere machen will – also hab ich mich ins Zeug gelegt.“, erinnert sich die sympathische Gründerin. Und ihr Engagement bleibt nicht unentdeckt: Fürsprecher im Unternehmen und Headhunter werden auf sie aufmerksam und ebnen ihr den Weg in die Führungsetage. Als internationale Vertriebsleiterin trägt sie viel Verantwortung und ist beruflich oft im Ausland unterwegs. Auf einer ihrer Reisen kommt ihr schließlich die alles verändernde Idee.

Das kann ich besser!
Portrait von Pinar G. Sinanoglu

„Während eines Business-Trips habe ich damals eine Box mit sogenannten ‚Infinity Rosen‘ gesehen. Das sind Rosen, die durch ein spezielles Verfahren jahrelang haltbar sind. Das fand ich super und habe gleich begeistert zugeschlagen.“, erzählt Pinar. Ihre Enttäuschung ist groß, als die Blumen bereits nach nur drei Wochen zu trocknen beginnen. „Ich habe mich geärgert und gleichzeitig bin ich neugierig geworden: Ich wollte wissen, wieso das passiert ist, wo die Rosen herkommen“, erinnert sie sich. Und so stürzt Pinar sich gleich in die Recherche, informiert sich über Rosenanbaugebiete und Konservierungsverfahren. Bald kommt sie zu dem Schluss: „Das kann ich besser!“

Pinar G. Sinanoglu
Selbst ist die Frau

„Den Wunsch was Eigenes zu machen, hatte ich eigentlich schon immer. Mein eigener Chef sein, etwas machen, was mich jeden Tag aufs Neue begeistert – das hat mich schon immer gereizt. Und die Idee mit den Infinity Rosen hat mich einfach nicht mehr losgelassen.“ Auf einem Gründerinformationstag der IHK informiert sie sich über Gründungsformalitäten. Viele Fragen aber bleiben offen und wo fängt man überhaupt an? „Zu Beginn habe ich mir eine „Mind Map“ aufgemalt. Ganz klassisch, wie man es an der Uni lernt. Ich habe mich gefragt ‚Ok, Pinar, was willst du überhaupt erreichen, wie soll deine Marke aussehen, was ist die Message dahinter?‘ So kam auch der Name zu Stande. ‚Beyond‘ steht dafür, dass unser Produkt über das Gewöhnliche hinausgeht. Wir verstehen uns nicht als Floristen, sondern sehen uns im Bereich ‚Luxus-Home-Interior‘ und Gifting. Qualität und außergewöhnliche Designs haben oberste Priorität.“ Dabei überlässt Pinar nichts dem Zufall: Von der Wahl der Rosen-Lieferanten, über die Produktion der Boxen bis hin zur Gestaltung des Logos – alles läuft durch ihre Hände. Für die Produktbilder kauft sie sich eine Profi-Kamera und übt sich im Fotografieren. Als sie keine zufriedenstellende Lösung für die Website findet, bringt sie sich kurzerhand das Programmieren bei.

Die eigene Entwicklung proaktiv vorantreiben

Neben dem eigenen Business ist Pinar verheiratet, stolze Mutter eines vierjährigen Sohnes und steckt in den letzten Zügen ihres BWL-Studiums an der FOM. Klar, dass da nichts ohne das richtige Zeitmanagement läuft. Auf die Frage, ob sie sich schon immer gut organisieren konnte, antwortet sie: „Das habe ich im Job gelernt. Spätestens ab Führungskraft-Ebene braucht man sehr viel Struktur – es geht gar nicht anders. Ich habe zu dem Thema auch spezielle Seminare besucht.“ Die Schulungen hat sie sich teilweise bei ihren ehemaligen Arbeitgebern aktiv eingefordert, um ihre Entwicklung selbst voranzutreiben. Eigeninitiative findet sie wichtig und möchte heute auch ihre eigenen Mitarbeiter dazu ermutigen. Mindestens genauso wichtig seien aber auch Vorbilder, an denen man sich orientieren kann. „Im Job habe ich mir immer bewusst Mentoren gesucht. Das musste nicht zwangsläufig mein Vorgesetzter sein, sondern einfach jemand, von dem ich mir etwas abschauen konnte. Das mache ich auch heute noch so.“ Auch ihre Neugierde hat sich Pinar bewahrt: „Ich habe schon immer gerne gelernt und mir neues Wissen angeeignet. Wenn ich an der Uni in den Vorlesungen sitze, frage ich auch gerne mal nach, denn als Geschäftsführerin interessiert mich eben WIRKLICH wie hoch z. B. der Deckungsbeitrag eines Produktes ist!“, erzählt sie.

Keine Zeit für schlechte Stimmung

„Gerade am Anfang gab es viele Skeptiker“, erzählt die junge Unternehmerin. Sie hat gelernt, nichts auf die negativen Kommentare anderer zu geben. Sie konzentriert sich lieber auf sich und ihre Ziele. „Gerade am Anfang habe ich oft den Satz gehört: ‚Ach, ich gebe dir ein halbes Jahr‘. Von solchen missgünstigen Äußerungen darf man sich nicht unterkriegen lassen.“, sagt sie bestimmt. Aber wie schafft man das? Sich immer wieder selbst zu motivieren und am Ball zu bleiben, auch wenn gerade alles aussichtslos scheint? „Als ehemalige Vertrieblerin bin ich es gewohnt, Selbstmotivator zu sein. Da ist man immer der positive Mensch, der das Unternehmen nach außen vertritt. Das ist heute nicht anders. Meine größte Motivation ist, dass ich heute für mich selbst arbeite und ein Produkt auf den Markt gebracht habe, hinter dem ich voll und ganz stehe. Zudem habe ich ein sehr junges, ambitioniertes und talentiertes Team um mich herum. Erholungspausen müssen aber sein. Berufliches und Privates trenne ich strikt. Wenn ich mit meiner Familie bin, schalte ich voll und ganz ab – und zwar auch das Handy.

Pinar G. Sinanoglu und Flowerbox
Flowerboxen
Drei Fragen an Pinar

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Einfach Alles! Meine Ausbildungen zu Anfang, um im Berufsleben meine Stärken zu erkennen und darauf aufzubauen. Ebenso mein Studium im Wochenendmodell, weil das am besten zu meinem schnellen und zeitintensiven Lebensrhythmus passt.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Überhaupt Nichts! Alles, was ich erlebt und auf meinem Weg gelernt habe, ist mir heute eine große Hilfe und macht mich stark. Ich blicke in die Zukunft und erlebe jeden Tag als ein neues Abenteuer als Start-Up Gründerin.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Möglichkeit einen fordernden Job zu haben, aber dennoch auf mein Wissen aufbauen zu können ohne im Beruf oder privat große Abstriche machen zu müssen.

Die Flexibilität meine Prüfungen nicht ortsgebunden schreiben zu müssen. Die FOM bietet uns die Option uns auch an anderen Standorten einzuschreiben, sowohl für Vorlesungen, als auch Klausuren.

Berufserfahrene Dozenten, Professoren und Kommilitonen zu haben. Dies eröffnet uns Studierenden die Möglichkeit aus dem Know-how aller zu schöpfen.

Studieren mit Kind

Zwischen Model-Job, Kita und Hörsaal

Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen. So ähnlich war es auch bei Nina Kirsch. Die 31-Jährige ist schwanger als ihre langjährige Beziehung in die Brüche geht und sie plötzlich auf sich alleine gestellt ist.

Studieren mit Kind

Nach dem ersten Schock fasst sie den alles entscheidenden Entschluss sich von der neuen Lebenssituation nicht unterkriegen zu lassen. Motiviert von dem Gedanken, ihrer Tochter ein gutes Leben ermöglichen zu können, beschließt sie allen Schwierigkeiten zum Trotz ihren Traum vom Studium zu verwirklichen.

Als Nina Kirsch erfährt, dass sie Nachwuchs bekommt, hat sie gemischte Gefühle: Da ist die Vorfreude auf das Baby – da ist aber auch die Angst „Schaffe ich das?“. Als alleinerziehende Mutter steht sie vor der großen Herausforderung, Kind und Job unter einen Hut zu bekommen. Der Wahl-Berlinern wird schnell klar, dass der bis dato lukrative Model-Job keine langfristige Option für die Zukunft ist. Nina kämpft mit dem Dilemma vieler Alleinerziehenden: Man benötigt mehr Geld – hat aber gleichzeitig weniger Zeit. „Natürlich hab ich mir im ersten Moment gedacht, ok, das ist eine schreckliche Situation – das war anders geplant.

Letztendlich möchte ich aber TROTZDEM, auch wenn ich alleinerziehend bin, ein schönes Leben mit meiner Tochter haben und meine Träume verwirklichen. Und ein Traum von mir war, dass ich unbedingt nochmal studieren wollte.“.

Bildung als Investition in die Zukunft

Nicht nur die höhere Qualifikation und damit einhergehend ein höheres Gehalt motivieren Nina: Bildung und persönliche Weiterentwicklung sind der alleinerziehenden Mama sehr wichtig. Schon länger hat sie den Wunsch zu studieren, ist aber berufsbedingt so oft auf Reisen, dass ein reguläres Studium nicht in Frage kommt. Als ihre kleine Tochter auf der Welt ist, ist das Bedürfnis nach finanzieller Unabhängigkeit und Selbstbestimmung stärker denn je. Sie möchte Vorbild sein: „Wenn meine Tochter größer ist, soll sie lernen, dass es im Leben auch mal unvorhergesehene, schwierige Situationen gibt. Aber dass, egal, was passiert, es trotzdem irgendwie weitergeht – dass man sich immer verbessern kann.“

Während die Kleine schläft, recherchiert sie bis tief in die Nacht nach Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Gesundheitsmanagement. So groß die Auswahl an Studienangeboten online auch ist, so groß ist ihre Enttäuschung. Der Spagat zwischen Vorlesungen und Kinderbetreuungszeiten scheint unvereinbar bis sie auf das Angebot der FOM stößt. „Das berufsbegleitende Studium gibt mir die Möglichkeit Geld zu verdienen, das ich brauche, um meine kleine Familie zu finanzieren und gleichzeitig Zeit mit meiner Tochter zu verbringen.“

Im Alltag angekommen, gibt es für die engagierte Mama dennoch viele Herausforderungen. „Natürlich denkt man sich manchmal: ‚Ich hätte jetzt auch gerne eine perfekt aufgeräumte Wohnung oder wäre perfekt gestylt.‘ Aber den Perfektionismus muss man ablegen.“ Kaum vorstellbar eigentlich als Model. Nina kennt die Vorurteile und schmunzelt: „Ach, so wie auf den Fotos sehe ich doch nie aus! High Heels sind überaus unpraktisch für den Kindergarten“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Nina hat gelernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Priorität Nummer 1 ist immer ihre Tochter. „Wenn die Kleine schläft, konzentriere ich mich aufs Lernen. Egal, wie unordentlich die Wohnung gerade aussieht. Ich komme auch öfters mal zu spät zur Vorlesung, aber ich bin da. In den Klausuren erziele ich selten Bestnoten, aber ich bestehe. Das ist es, was zählt.“ Obwohl die Modeljobs in der Vergangenheit lukrativ für sie waren, möchte Nina ihrer Tochter etwas anderes vorleben. „Ich bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte, aber meine Tochter soll wissen, dass wir unser Geld mit Bildung verdienen und nicht nur durch Oberflächlichkeiten.“

Modeljob und Studieren
Selbstorganisation und Selbstsorge

Effektives Zeitmanagement ist in Ninas Situation goldwert. In ihrem ersten Semester an der FOM hat sie dazu einen Kurs belegt und vieles davon hilft ihr auch im Alltag. Neben einer guten Selbstorganisation achtet sie bewusst auf ihren Körper und gönnt ihm die nötigen Auszeiten. Wenn es zu viel wird, streicht sie ganz bewusst Punkte von ihrer Agenda und nimmt sich Zeit für kurze Ruhepausen. Dazu gehört regelmäßiger Sport, aber auch mal zehn Minuten für einen kurzen Power-Nap oder ein YouTube Meditations-Video. Dafür fährt sie im Auto auch schon mal spontan zehn Minuten rechts ran. „Als Alleinerziehende ist es natürlich sehr schwierig, sich Auszeiten zu nehmen. Paradoxerweise ist es aber umso wichtiger, denn wenn ich nicht auf mich achte und ausgebrannt bin, nutze ich niemandem mehr etwas: weder meinem Kind, noch meinem Arbeitgeber, noch mir selbst. Unbedingte Grundlage dafür ist allerdings die beste Kinderbetreuung. Da meine Familie nicht in der Nähe wohnt, habe ich lange nach einer Kita gesucht, mit der ich rundum zufrieden war. Wenn ich die nicht hätte, wäre es unmöglich für mich abzuschalten.“

Alleinerziehend studieren:

Meine Tochter ist meine grösste Motivation

Ihr Studium empfindet Nina, trotz der Doppelbelastung, als Luxus und Privileg. Etwas für ihren Geist zu tun und sich weiterzubilden, gibt ihr ein gutes Gefühl. Gleichzeitig ist es ihr wichtig, für sich selbst sorgen zu können. Finanzielle Unabhängigkeit ist ihr ein echtes Anliegen und sie möchte anderen Frauen Mut machen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind. „Alleinerziehende werden in unserer Gesellschaft immer noch viel zu oft diskriminiert. Widmet man sich Vollzeit dem Mutter-Dasein gilt man als faul und ungebildet – ist man berufstätig gilt man als Rabenmutter. Von diesen Vorurteilen muss man sich freimachen. Ich kann all den anderen Müttern  da draußen nur raten:

“Gebt eure Träume nicht auf und traut euch! Ihr wollt beruflich eine neue Richtung einschlagen? Macht es! Ihr wollt einen akademischen Titel und eure finanzielle Situation verbessern? Macht es! Ja, es ist schwierig, und ja, es ist chaotisch – aber es geht! Stell dir nur mal vor, wie stolz dein Kind auf dich sein wird, dass du das für euch machst und was du ihm dadurch alles bieten kannst. Drei Jahre Studienzeit sind auf die gesamte Lebenszeit übertragen schnell vorbei – es ist eine Investition in deine Zukunft und die deines Kindes.“

Alleinerziehend studieren

Nina wird nächste Woche 33 und schreibt genau an ihrem Geburtstag eine Klausur. Das Feiern lässt sie sich nicht nehmen und verschiebt die Party zwei Wochen nach hinten. Alles eine Frage des Zeitmanagements. Der Babysitter ist schon organisiert.

Drei Fragen an Nina

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde mich trotz schwieriger Umstände immer wieder für mein Kind entscheiden, und dafür erst zu leben, die Welt zu bereisen und dann erst zu studieren. Die Erfahrungen ermöglichen mir einen besseren Zugang.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Was würdest du auf jeden Fall anders machen? Ich würde mir mehr Zeit fürs Studium lassen und Prüfungsphasen entzerren, indem ich beispielsweise Termine verschiebe. Es ist keine Schande länger für sein Studium zu brauchen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Es gibt keine Anwesenheitspflicht.

Das Studium ist berufsbegleitend.

Das Studium ist in Teilzeit möglich. All das ermöglicht mir mehr Zeit mit meinem Kind, sodass ich Privatleben und Studium besser vereinbaren kann.