Don’t quit, do it!

Für Lela ist jedes Hindernis im Leben auch eine neue Chance

Wenn Personaler Lelas Lebenslauf lesen, kommen viele Fragen auf. Denn nur auf dem Papier ist es schwer, die Wendungen, Kreuzungen und Abbiegungen in ihrem CV nachzuvollziehen. Lelas Leben ist alles andere als 0-8-15: Viele Dinge liefen nicht so gradlinig, wie sie es sich damals vielleicht gewünscht hätte. Dennoch haben genau diese Erfahrungen sie zu dem Menschen gemacht, der sie heute ist: Stark, unabhängig und erfolgreich. –Was zunächst wie ein Hindernis erschien, entpuppte sich als neue Perspektive in Lelas Leben.

 „In meiner Heimat habe ich keine Perspektiven für mich gesehen“

Lelas Lebenslauf ist alles andere als durchgeplant: In ihrem beruflichen Leben sind viele Dinge spontan passiert und waren mit Hindernissen verbunden. Aber die gebürtige Georgierin lässt sich von den Rückschlägen nicht unterkriegen – ganz im Gegenteil. Ihr Credo: Aufstehen und weitermachen! Denn jeder Rückschlag birgt auch neue Perspektiven. Mit gerade einmal 23 Jahren beschließt Lela nach ihrem abgeschlossenen Journalistik- und Musik-Studium auszuwandern– und zwar nach Deutschland! Innerhalb von drei Monaten lernt sie die Sprache und arbeitet als Au-Pair bei einer deutschen Familie. Hier baut sie ihre Sprachkenntnisse aus, lernt die Werte und die Kultur des Landes kennen und beginnt, sich in das Land zu verlieben: „Ich habe gemerkt: Deutschland ist das Land, in dem ich meine Träume verwirklichen kann. Hier kann ich meine Fähigkeiten endlich umsetzen – in Georgien habe ich mich immer eingeschränkt gefühlt.“ Sie beschließt, in Deutschland zu bleiben und sich beruflich weiterzuentwickeln - doch die deutsche Bürokratie legt ihr erst einmal Steine in den Weg: Weder ihr Schul- noch ihr Studienabschluss werden anerkannt - sie muss nochmal ganz von vorne anfangen. Ein kleiner Rückschlag, von dem sich Lela jedoch nicht aus der Bahn werfen lässt. Obwohl sie in Georgien bereits ein Studium abgeschlossen hat, sieht sie die Ausbildung am Studienkolleg zur Erlangung der Fachhochschulreife als Chance an: „Ich habe mich aufgrund der Sprachbarriere noch nicht bereit gefühlt, einen Job in Deutschland zu beginnen. Deshalb war das einjährige Programm eine ideale Chance, mich auf das Arbeitsleben vorzubereiten.“

 Neues Land, neue Möglichkeiten

Mit dem anerkannten Schulabschluss in der Tasche eröffnen sich für Lela ganz neue Möglichkeiten. Sie stellt ihren vorherigen Werdegang in Frage: Waren Journalismus und Musik die richtige Wahl für mich? Oder liegen meine Skills nicht in einem ganz anderen Bereich? Lela hat vor allem eines gelernt – mit genug Mut und Fleiß kann man alles erreichen. Diese Erkenntnis bringt sie zu einem zweiten Wendepunkt im Leben: Sie beginnt ein Studium der Wirtschafskommunikation in der Hauptstadt. Und dann kommt alles Schlag auf Schlag: Bachelor-Abschluss, Vollzeitjob und die erste Beförderung. Sie ist mittlerweile Ende zwanzig – ein Alter, in dem die meisten Menschen mit der Ausbildung durch sind und sich auf die berufliche Karriere konzentrieren. Für Lela ist aber noch lange nicht Schluss, ihr Wissensdurst ist noch nicht gestillt. Zwar gefällt ihr der Job in einem internationalen Beratungsunternehmen, aber innerlich hadert sie damit „nur“ einen Bachelor-Abschluss zu haben. Auf die Vorzüge eines Vollzeitjobs wollte Lela dennoch nicht verzichten, ebenso wenig auf ein Präsenzstudium. Von einer Arbeitskollegin erfährt sie von den Studienmöglichkeiten an der FOM und beschließt: Das mache ich!

Am I enough?

Lela beginnt das Master-Studium „Sales Management“ und lernt sofort die Vorzüge des berufsbegleitenden Studiums kennen, denn sie kann das Gelernte direkt im Job anwenden. Bei ihrer Projektmanagement-Tätigkeit übernimmt Lela mehr und mehr Aufgaben aus dem Sales-Bereich und kann sich so sowohl fachlich als auch beruflich weiterentwickeln. Dabei empfindet sie die Doppelbelastung aus Studium und Vollzeitjob gar nicht mal als so nervenaufreibend: „Dadurch, dass ich schon neben meinem Bachelor-Studium 20 Stunden gearbeitet habe, war der Sprung zum Vollzeitjob nicht mehr so groß“. Ihr Zeitmanagement hat Lela im Griff, anders sieht es aber manchmal mit dem Selbstvertrauen aus: „Zu Beginn des Studiums war ich mir unsicher, ob ich den Master überhaupt packe. Da war natürlich wieder die Sprachbarriere und neue Fächer, die mich gechallenged haben. Ich habe mich aber auch oft mit anderen Studierenden verglichen und mich gefragt: „Bin ich gut genug?“ Statt sich von der eigenen Unsicherheit ausbremsen zu lassen, lässt sie sich von ihr antreiben: Sie kniet sich richtig rein ins Studium, lernt ununterbrochen, gibt immer 100% - und das zahlt sich aus. Ihre Master-Thesis über die georgische Weinkultur und dessen Etablierung auf dem deutschen Markt erntet viel Lob und wird sogar auf der „9th Academy of Wine Business Research Conference“ in Australien vorgestellt. Lela erkennt, dass sie definitiv gut genug ist – sie will eine wissenschaftliche Karriere einschlagen und promovieren. Und dieses Ziel erfüllt sich auch!

„Ich will Expertin im Bereich Woman‘s Entrepreneurship werden!“

Bevor sie diesen Plan jedoch weiterverfolgt, nimmt das Leben erneut eine weitere schöne Wendung: Lela wird Mutter und geht in Elternzeit. Heute arbeitet sie im Vertrieb eines mittelständischen IT-Unternehmens und gibt am Wochenende in einem Verein eingewanderten Frauen interkulturelle Trainings und Businesskurse – insbesondere in Bezug auf Unternehmensgründung. Und auch ihre Promotion nimmt Fahrt auf: An der Universität Siegen promoviert sie mittlerweile zum Thema „Woman‘s Entrepreneurship“. In Georgien gibt es bislang kaum Untersuchungen zum Thema Gender, Frauen und Unternehmensgründungen – eine Lücke, die Lela mit ihrer Promotion füllen möchte. Das Thema Frauen und Gründung liegt ihr sehr am Herzen, denn schon in ihrer Kindheit in Georgien kommt sie damit in Berührung: „Nach dem Ende des Kommunismus in meiner Heimat waren meine Eltern, so wie 80 % der Menschen, arbeitslos und mussten erfinderisch werden. Mein großes Vorbild ist meine Mutter, die in der Krise schnell reagiert und ihr eigenes Business aufgebaut hat. Sie hat ein eigenes Geschäft gegründet und alles verkauft, was zu Geld gemacht werden konnte. Diese Einstellung hat mich sehr geprägt und inspiriert“. Aber auch ihre Arbeit bei der Initiative Selbständiger Immigrantinnen in Berlin hat ihr gezeigt, dass Frauen, vor allem mit Migrationshintergrund vor speziellen Herausforderungen bei der Unternehmensgründung stehen. Egal wie viele unerwartete Wendungen noch auf Lelas Weg warten – letztendlich sind sie die Basis für neue Perspektiven und damit für die wunderbare Chance über sich selbst hinauszuwachsen, das weiß sie jetzt.

Drei Fragen an Lela

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde alles genauso machen. Ich bin sehr glücklich, wie sich mein Leben entwickelt hat. Mir ist bewusst, dass mein Lebenslauf etwas „extraordinary“ ist, aber jede Entscheidung hat mich weitergebracht.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich am Anfang meines Werdegangs viel Zeit verloren habe. Wäre ich früher, beispielsweise direkt nach der Schule, nach Deutschland gekommen, wäre ich jetzt vielleicht schon an einem anderen Punkt. Aber trotzdem bereue ich natürlich keine meiner Entscheidungen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

  • Die Flexibilität und die Vereinbarkeit von Job und Studium
  • Der gute Standort meines Hochschulzentrums – so musste ich nicht pendeln
  • Die Möglichkeit, sich neben dem Beruf weiterzuentwickeln und viele Praxisbeispiele zu bekommen

Du kannst     
glücklich
   sein

#allessein

INSTAGRAM