Happy Fail

Vom Scheitern und neu anfangen

Hast du schon einmal einen richtigen Rückschlag erlebt? Eine wichtige Deadline verpasst, weil wieder zu viel anstand, die Klausur verhauen, weil der Stoff nicht zu bewältigen war oder sogar das eigene Start-Up gegen die Wand gefahren? Wenn ja, ist das kein Grund sich verrückt zu machen. Scheitern passiert nicht nur den Besten – viele sind erst zu den Besten geworden, gerade WEIL sie gescheitert sind. Wir verraten dir, wie du etwas Positives aus deiner vermeintlichen Niederlage ziehen kannst!

Wer noch nie enen Misserfolg hatte, hat noch nie etwas Neues versucht.

Albert Einstein

Wer kennt ihn nicht? Den Visionär Steve Jobs, der das Silicon Valley revolutioniert hat und unter dessen Führung das Unternehmen Apple ungeahnte Größen erreicht hat. Doch auch in seinem Leben gab es Momente, in denen der schillernde Unternehmer mit schweren Niederlagen zu kämpfen hatte. So entwickelte er in den frühen 80ern beispielsweise ein Computersystem, das finanziell ein absoluter Misserfolg war. Kurz darauf wurde er entlassen. Ein herber Rückschlag, von dem sich Jobs jedoch nicht in die Schranken weisen ließ. Er glaubte weiterhin an seine Visionen und Träume und schaffte durch harte Arbeit und persönliches Engagement zahlreiche Innovationen, mit denen er letztlich berühmt und erfolgreich wurde. Seine Geschichte ist sicherlich außergewöhnlich - dennoch zeigt sie, dass Niederlagen die Grundlage für etwas Großartiges sein können. Und Steve Jobs ist nur ein Beispiel dafür, dass Scheitern keine Schande ist: Bekannt Namen wie die Modedesignerin Vera Wang oder Amazon-Chef Jeff Bezos reihen sich ebenfalls in die Liste derer ein, die gescheitert sind, bevor sie den großen Durchbruch schafften.

Hinfallen – Aufstehen – Weitermachen

Besonders im Zuge der Digitalisierung wird das Scheitern alltäglich, weil viele Geschäftsziele und Unternehmensgründungen in Innovationsfeldern stattfinden. Gerade dort werden tagtäglich Dinge versucht, die vorher niemand ausprobiert hat. Wer Innovation erreichen will, muss also neue Herangehensweisen austesten. Wenn dabei etwas im ersten Anlauf nicht funktioniert, ist das kein Grund gleich den Kopf in den Sand zu stecken. Nur aus Fehlern lernt man – das gilt für berufliche Angelegenheiten, ebenso wie für Privates. Erst, wenn etwas nicht so gut läuft, können wir es besser machen. Erst, wenn wir an unsere eigenen Grenzen stoßen, können wir über uns hinauswachsen. Fehlschläge sind ein unabdingbarer Teil von Entwicklung und verdienen daher Akzeptanz in der Gesellschaft.

In Deutschland geht man bislang noch relativ verhalten mit dem Thema Scheitern um. Dabei ist eine offene Fehlerkultur, die Fähigkeit, ehrlich über eigene Fehler und Misserfolge zu sprechen, oft der entscheidende Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Leider ist Scheitern für viele immer noch ein Tabuthema. Wer einen Rückschlag erleidet, schämt sich und fühlt sich damit schnell allein – auch wenn es vielen anderen vermutlich ähnlich erging. Langsam jedoch findet ein Umdenken statt - wir nähern uns etwas mehr der amerikanischen Sichtweise an, dass Scheitern keine Schande ist, sondern ein elementarer Teil des Lernprozesses. Wer gescheitert ist, hat etwas gewagt und verdient daher Respekt. Dass sich das Weltbild in Bezug auf Scheitern langsam zum Positiven verändert, zeigt sich auch in der Entstehung von Formaten wie den sogenannten „Fuck Up Nights“. Bei diesen Events berichten Entrepreneure von ihren größten Fails, von geplatzten Deals oder erfolglosen Geschäftsmodellen. Sie teilen ihre Erfahrungen und persönlichen Tiefpunkte mit dem Publikum und werden für ihren Mut gefeiert!

"Ich habe versagt, aber ich bin kein Versager."

Der offenen Umgang mit den eigenen Fehlschlägen und eine ehrliche Analyse der Gründe sind die Voraussetzung für wunderbare Lektionen. Wer seine Probleme stets schnell beiseite wischt und sich keine Zeit dafür nimmt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, ist anfälliger dafür, dieselben Fehler nochmal zu machen. Bei all dem kritischen Hinterfragen ist es dennoch wichtig, sich selbst nicht fertigzumachen. Nur weil etwas nicht geklappt hat, ist das kein Grund gleich alles in Frage zu stellen. Halte dir immer deine Fähigkeiten vor Augen – was du kannst und was dich auszeichnet – auch fernab von deiner beruflichen Funktion. Karriere, Job und akademische Errungenschaften nehmen oft einen sehr hohen Stellenwert ein, dabei besteht das Leben aus so viel mehr: Freundschaften, Leidenschaften, Hobbies  - es gibt unzählige Aspekte, die dich als Menschen ausmachen. Definiere dich daher nicht ausschließlich über Leistung. In fordernden Situationen hilft es, sich klar zu machen, dass man beispielsweise gut kochen kann, ein geduldiger Zuhörer oder eine talentierte Sportlerin ist. Das steigert das Selbstbewusstsein.

Wenn du dich dennoch in Grübeleien oder Selbstzweifeln verlierst, kann es helfen, aktiv das Gespräch mit Freunden oder Kollegen zu suchen. Oft bekommst du so einen anderen Blickwinkel auf die eigene Situation. Mit einer Niederlage gehen meist negative Gefühle einer – diese zu verarbeiten ist essentiell für das „nach vorne fallen“. So seltsam es klingt, seine Firma gegen die Wand zu fahren, kann sich für den betroffenen Unternehmer ähnlich anfüllen wie der Todesfall eines geliebten Menschen. Damit die Entwicklung nicht von den eigenen Emotionen blockiert wird, ist es wichtig sich mit dem Verlust erst einmal bewusst auseinanderzusetzen.

Die Schönheit der Chance

Jeder Misserfolg ist die Chance für einen neuen Anfang. Die Karten sind wieder neu gemischt – alles ist möglich.  Analysiere die Gründe wieso etwas nicht geklappt hat, optimiere deinen Plan entsprechend an und weiter geht’s! Du hast eine wichtige Prüfung nicht bestanden? Woran hat es gelegen? Hast du den Stoff nicht verstanden, zu wenig gelernt oder die Nacht davor keinen Schlaf bekommen, weil du zu lange feiern warst? Für all diese Gründe gibt es Lösungen: Du kannst dir eine Lerngruppe suchen, rechtzeitig mit dem Wiederholen beginnen und am Tag vor der Prüfung früh ins Bett gehen, damit du ausgeschlafen bist.

Aber natürlich ist es nicht immer ganz so einfach. Selbst mit dem perfekten Plan sind wir nicht gegen Rückschläge gefeilt. Es kann immer wieder externe Faktoren geben, die wir auch bei bester Planung einfach nicht vorhersehen konnten. Die Summe all dieser Höhen und Tiefen ist das, was wir Leben nennen – darum ist der richtige Umgang mit vermeintlichen Niederlagen umso wichtiger. Die eigene Imperfektion anzuerkennen und offen damit umzugehen, hilft uns selbst und anderen den Leistungsdruck zu nehmen. Sei nicht zu hart zu dir selbst, sondern nimm lieber die Perspektive eines wohlwollenen Freundes ein. Nach einer verhauenen Klausur, würde ein guter Freund dir sicherlich nicht sagen was für ein Loser du bist. Er oder sie würde dir gut zureden, dich an deine Fähigkeiten und Talente erinnern und dich motivieren es bei nächsten Mal besser zu machen.

Du kannst     
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