Vom Hauptschüler zum Brand-Manager

Marcos Karriere auf dem zweiten Bildungsweg

Marco Manzo hat es allen gezeigt. Mit einer Empfehlung für die Hauptschule scheint sein Lebensweg schon früh vorbestimmt. Doch statt nach Gründen zu suchen, findet der 25-jährige Heilbronner Wege: Heute lebt und arbeitet er als Brand-Manager für die Pernod Ricard Swiss SA in der Schweiz.

Wer die letzten Etappen seines Lebenslaufs liest, würde niemals erwarten, dass Marco Manzos Karriere bei Weitem nicht so selbstverständlich war wie es zunächst scheint. Gut bezahlte Anstellungen in namhaften Großkonzernen lassen eine reibungslose Schullaufbahn vermuten: Abitur, Studium – das Übliche. Tatsächlich jedoch hat die Karriere des 25-Jährigen auf der Hauptschule begonnen.

Nach der Grundschule erteilen ihm die Lehrer das von vielen Eltern gefürchtete Urteil: keine Empfehlung fürs Gymnasium. Nein, auch nicht für die Realschule. Der Junge soll auf die Hauptschule – für mehr reiche es nicht. Eine Fehleinschätzung wie sich später herausstellen soll. Marco folgt zunächst dem Anraten seiner Lehrer und besucht eine Hauptschule in seiner Heimatstadt Oedheim bei Heilbronn. „Nicht alles daran war schlecht“, betont er. „Eigentlich bin ich sogar sehr dankbar für diese Erfahrung – ich habe dort viel fürs Leben gelernt. Hauptschulen sind im Allgemeinen auch gar nicht so schlecht wie ihr Ruf – tatsächlich lernt man viele praktische Dinge, die man im Alltag wirklich gebrauchen kann.“.

Obwohl Marco die Zeit an der Hauptschule heute nicht missen möchte, wird ihm als junger Schüler schnell klar, dass seine Karrierechancen einmal stark begrenzt sein werden, wenn es bei diesem Abschluss bleiben sollte. „Ich habe zwei linke Hände. Etwas Handwerkliches wäre daher für mich nie in Frage gekommen“, erzählt Marco.

Ziel: Aufstieg durch Bildung

Früh stand fest, dass er ins Büro will – Industriekaufmann sollte es sein. Um seine Chancen auf einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu erhöhen, besucht er nach dem Hauptschulabschluss eine Wirtschaftsschule, um dort seinen Realschulabschluss zu machen. „Die Wirtschaftsschule war für mich persönlich eine harte Zeit. Ich musste sehr viel dafür lernen.“

Seine Disziplin macht sich bezahlt: Nachdem er sich bei den unterschiedlichsten Firmen um einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann beworben hatte, wird Marco beim international bekannten Markenunternehmen Unilever fündig. „Die Ausmaße des Konzerns wurden mir ehrlich gesagt erst beim Vorstellungstermin bewusst“, erinnert er sich. „Ich habe mich damals einfach mit ein paar Klicks über das Online-Portal beworben.“ Der damals 17-Jährige ist ganz beflügelt von seiner neuen Arbeitsumgebung, dem schicken Büro und seinen neuen Kollegen. Als sich ihm die Chance bietet, parallel zum Berufsschulunterricht die Fachhochschulreife nachzuholen, überlegt er nicht lange – auch wenn das bedeutet, dass er nun an drei Abenden pro Wochen zusätzlich die Schulbank drücken muss.

Studieren ohne Abitur?

Während der dreijährigen Ausbildung, die er um ein halbes Jahr verkürzen konnte, darf Marco in verschiedene Bereiche des Unternehmens schnuppern und entdeckt seine Leidenschaft fürs Marketing. Das soll es sein – da will er hin! Eine Stelle in seinem Wunschbereich scheint jedoch zunächst aussichtslos: „In der Marketing-Abteilung gab es bis dato niemanden, der nicht studiert hatte. Mir war klar, dass ich ohne Studium kaum Chancen habe“, erklärt der einstige Hauptschüler. Doch Marcos Ehrgeiz ist schnell gepackt: „Ich glaube, die Empfehlung für die Hauptschule damals hat mich für mein Leben geprägt. Ich dachte mir seitdem einfach immer „euch zeig ich’s“ und „das schaffe ich auch noch“. Mit dieser Motivation und dem Ziel eines Tages in seinem Traumjob zu arbeiten, fest vor Augen, überlegt er welche Optionen er hat.

Marcos Eltern sind zunächst wenig begeistert als er verkündet, er wolle studieren – damit wäre er der Erste in der Familie und entsprechend skeptisch sind die Blicke, die er erntet. „Meine Eltern wussten nicht wirklich etwas mit meinem Studienwunsch anzufangen. Für sie war das alles sehr abstrakt. Ich glaube sie hatten die Befürchtung ich würde danach als Taxifahrer enden oder so“, lacht der Brand-Manager. Um seine Eltern milde zu stimmen und nicht „nur“ zu studieren, fasst Marco anfangs ein duales Studium ins Auge. Als er erfährt, dass dieses Modell bei Unilever nicht mehr angeboten wird, spielt er mit dem Gedanken das Unternehmen zu wechseln.

Kurz bevor Marco die Stelle bei einem anderen Handelsunternehmen annimmt, winkt Unilever mit einem unbefristeten Vertrag. „Damit stand fest: Es muss eine andere Lösung her. Ich wollte meinen sicheren Arbeitsplatz nicht verlieren, aber gleichzeitig war mir klar, dass ich dieses Studium brauche, um weiterzukommen.“

Im Internet stößt er auf die FOM und lässt sich unverbindlich beraten. Das Modell des berufsbegleitenden Studiums und die Bestätigung, dass die Abschlüsse staatlich anerkannt sind, überzeugen den ambitionierten Heilbronner und er schreibt sich für den Studiengang Bachelor of Business Administration ein.

Mit Disziplin durchs Studium

Anfänglich hat Marco mit der Doppelbelastung ziemlich zu kämpfen. „Neben Arbeit, Vorlesung und Lernen bleibt einem eigentlich nur noch der Sonntag zur Erholung. Man muss sich schon gut selbst organisieren, um alles unter einen Hut zu bekommen.“ Sich ganz bewusst Auszeiten nehmen und auch mal abzuschalten, findet er dabei mindestens genauso wichtig.

Marco reist gerne und erkundet neue Länder und Kulturen. Als die FOM eine „Spring School“ in San Diego anbietet, zögert er nicht lange. Die Zeit in den USA begeistert ihn so sehr, dass er spontan beschließt sich eine Auszeit zu nehmen und weitere zwei Monate Aufenthalt anzuhängen. Für ein paar Wochen erlebt er, wie es sich anfühlt „Vollzeit-Student“ zu sein. Seine Tage bestehen aus Vorlesungen und Parties – Kontrastprogramm zu seinem sonst so strukturierten Alltag in Deutschland. „Es war wirklich schön auch mal diese Seite des Studentenlebens erleben zu dürfen, aber ich muss sagen: das hat mir dann auch gereicht. Ich bin nicht so gut im Nichtstun“, gesteht er.

Der Wille zum Erfolg

Mit dem festen Vorsatz etwas aus seinem Leben zu machen, beißt sich der Heilbronner durch und gibt sich nicht zufrieden. Früh hat er gelernt, wie wichtig es ist, sich persönlich weiterzuentwickeln und weiterzubilden, wenn man etwas erreichen möchte.

Heute arbeitet er erfolgreich in seinem Traumjob: als Brand Manager für Pernod Ricard Swiss. Im Schweizer Büro tüftelt er an Markenstrategien und Werbekampagnen für weltweit bekannte Brands und freut sich jedes Mal aufs Neue, wenn seine Maßnahmen gut ankommen. Sei es das Festival, das er selbst schweißtreibend organisiert hat oder das gelungene Werbeplakat, das er mitgestaltet hat – Marco genießt seine neue Arbeit. „Der Job muss Spaß machen – das ist die größte Motivation.“

Auch seine Eltern sind stolz auf ihn und froh, dass er diesen Weg gegangen ist. Marco möchte anderen Mut machen ihre Träume zu verwirklich, egal wie gut oder schlecht die Voraussetzungen auch zu sein scheinen. Am Ende ist es doch immer das, was du selbst daraus machst: Auch mit Hauptschulabschluss sind einem die Türen in Deutschland nicht verschlossen. Mit dem Ziel fest vor Augen kann man alles schaffen.

Drei Fragen an Marco

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Auf meine eigene Stärke vertrauen und mich nicht von anderen beeinflussen lassen. Wenn du den Willen hast, kannst du alles schaffen – egal was andere sagen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Ein Auslandsjahr einlegen. Das ist eine Erfahrung, die ich trotz meines fast dreimonatigen Aufenthaltes in den USA ein bisschen vermisse.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Das Studium ist perfekt auf die Bedürfnisse von Studenten, die parallel arbeiten abgestimmt.

Absolventen der FOM werden von Arbeitgebern sehr geschätzt: Wer ein berufsbegleitendes Studium schafft, gilt als belastbar und ist geübt in Selbstorganisation.

Die Möglichkeit Auslandserfahrung zu sammeln.

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