Wenn es plötzlich „Klick“ macht:

Merten will mehr – ohne auf sein Gehalt zu verzichten

Merten Mirza arbeitet als IT-Auditor und Prüfungsassistent bei einer großen Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dass der 30-jährige angehende Familienvater mal Karriere machen wird, hat er seinem starken Willen, Durchhaltevermögen und der bewussten Entscheidung zur Weiterbildung zu verdanken.

Hätte man Merten Mirza im Sommer 2007  gefragt, was er mit seinem Leben anfangen will – der frischgebackene Abiturient hätte darauf keine Antwort gewusst. Mit einem Notendurchschnitt von 3,1 beendet er die Schule und ist sich sicher, dass er mit all der Theorie in den Klassenzimmern erstmal nichts mehr am Hut haben will. „Es hat mich gestört, gefühlt Dinge zu lernen, die ich in meinem Leben nie anwenden konnte. Mal ehrlich, wann haben Sie zuletzt Sinus und Cosinus in ihrem Alltag gebraucht?“, sagt der FOM Master-Absolvent lachend. Darum entschied er sich erstmal für den Zivildienst bei einem ambulanten Pflegedienst.

Endlich wusste ich, wofür ich lerne

Mit seinem damaligen Vorgesetzten versteht er sich gut und lässt sich einen weisen Rat geben: „Bevor du irgendetwas Theoretisches studierst, mit dem du später dann doch wieder nichts anfangen kannst, mach doch erst mal was Praktisches und schau was dir liegt.“ Gesagt, getan. Merten beginnt eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann bei einem sogenannten „Hidden Champion“ – ein mittelständischer Betrieb, der Accessoires für bekannte Modemarken herstellt. „Sobald ich im Berufsleben stand, hat es plötzlich Klick gemacht. Endlich wusste ich, WOFÜR ich lerne“, erinnert er sich.

Und schnell wird klar: Merten will mehr. Er verkürzt die Ausbildung auf zwei Jahre und informiert sich nebenher über Weiterbildungsmöglichkeiten. „Mir war klar, dass ich irgendwie mehr wollte – mich beruflich weiter entwickeln und den nächsten Schritt gehen möchte. Ich wusste aber noch nicht genau, wie das aussehen soll. Nach Beenden meiner Ausbildung hat man mir einen unbefristeten Vertrag angeboten und damit einen sicheren, gut bezahlten Arbeitsplatz.“

Eine völlig neue Motivation

Trotz des Jobangebots begann er parallel zu recherchieren, wie eine Weiterbildung aussehen könnte. Bei seiner Recherche stieß er auf die FOM. „Was mir gleich gut gefallen hat, war die Möglichkeit des berufsbegleitenden Studiums. An mein Gehalt hatte ich mich bereits gewöhnt – darauf wollte ich nicht verzichten.“ Auf seine Karrierechancen verzichten, wollte Merten allerdings auch nicht und so schrieb er sich für den Bachelor-Studiengang Business Administration ein. „Natürlich gibt es auch im Studium einen hohen theoretischen Anteil. Der Unterschied ist aber, dass ich mir die Kurse und Lerninhalte selbst aussuche. Ich kann mich auf das spezialisieren, was mir Spaß macht und was mir wirklich etwas nutzt. Dadurch habe ich eine völlig neue Motivation erfahren“, sagt der heute 30-Jährige. Zahlen liegen ihm und so entschließt sich Merten im Anschluss an den Bachelor zu einem Masterstudium in „Finance & Accounting“, das ihm schließlich die Türen zu seinem jetzigen Hamburger Arbeitgeber öffnet.

Tatsächlich ist Merten bereits bei der Einschreibung an der FOM klar, dass er auch den Masterabschluss in der Tasche haben will – auch eine Promotion schließt er nicht aus. Und all das von Jemandem, der mit dem Thema „Schule“ eigentlich nichts mehr am Hut haben wollte? „Unabhängig vom Schulsystem hatte ich schon immer einen großen Wissensdurst. Ich habe die Dinge hinterfragt, wollte wissen, wie alles funktioniert. Vorankommen, sich weiterbilden und einfach etwas für sich selbst tun – das war mir schon immer enorm wichtig. Nur die Ausbildung zu haben, hat mir irgendwie nicht gereicht – ich wollte mehr. Noch während des Masters habe ich mich beworben und bin zu meinem jetzigen Arbeitgeber gekommen."

Prioritäten und Highlights setzen

Dieses „Mehr“ bekommt man natürlich nicht geschenkt. Die Doppelbelastung aus Studium und Beruf konnte streckenweise ganz schön stressig sein. Nicht selten hat er während der Klausurphasen die ein oder andere „Nacht durchgemacht“. Nicht mit Party allerdings, wie viele seiner damaligen Studienkollegen, sondern mit Lernsessions. „Man muss Prioritäten setzen. Klar, wäre ich auch das ein oder andere Mal lieber mit feiern gegangen, statt zuhause zu lernen. Aber letztendlich wusste ich immer, wofür ich es tue. Man muss seinen inneren Schweinehund besiegen und sich das Ziel immer fest vor Augen halten.“

Familie, Freunde und Partnerin sollten im Leben des Hamburgers aber auch nicht zu kurz kommen. Als Ausgleich zum stressigen Studium setzte er sich bewusst kleine Highlights, wie die Urlaubsreisen mit seiner Freundin und heutigen Frau, deren Unterstützung er sehr schätzt: „Ohne das Verständnis von Freunden und Familie geht es nicht. Man hat de facto einfach weniger Zeit als vorher, aber lernt auch, diese effektiver zu nutzen. Das ist eine Fähigkeit, die mir heute im Job häufig zu Gute kommt: Ich bin deutlich belastbarer und kann mit Stress besser umgehen.“

Stillstand ist nichts für Merten. Er ist schon wieder dabei sich bei der FOM über weitere Möglichkeiten zur Erwachsenenbildung zu informieren. Auch das Thema Promotion schwebt ihm immer noch im Kopf herum. Realisieren aber möchte er diesen Wunsch erst nachdem sein wohl wichtigstes Projekt sprichwörtlich in „trockenen Tüchern“ liegt: Der FOM Absolvent wird zum ersten Mal Vater. Und auch hier setzt er ganz bewusst Prioritäten: „Ich werde in Elternzeit gehen und möchte diese Monate ganz bewusst für meine Familie da sein. Diese Momente erlebt man schließlich nur einmal.“

Drei Fragen an Merten

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Zivildienst, Ausbildung und dann Studium – diese Reihenfolge würde ich immer wieder so wählen. Gerade das Jahr im Zivildienst war für mich wichtig zur Orientierung. Meine Studienfächer würde ich auch genau so wieder wählen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Auf Anhieb fällt mir nichts ein… Vielleicht nicht noch den Motorradführerschein neben Job und Studium machen und mehr Zeit mit der Familie verbringen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Mir war besonders wichtig, dass das Studium berufsbegleitend ist.

Dank der kleinen Gruppengrößen kann man deutlich besser lernen als in einem vollgepackten Audimax und die Dozenten können auch besser auf die Studenten eingehen.

Das gute Verhältnis zu den Dozenten habe ich immer sehr geschätzt.

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