Kein typischer Beamter

Andy schafft sich neue Perspektiven

Eigentlich will Andy nach dem Abi ja Tatortreiniger werden. Oder Wedding Planner. Seine Eltern finden, sein Zimmer sei doch schon Tatort genug und überreden ihn stattdessen, lieber etwas „Vernünftiges“ zu lernen. So findet Andy den Weg in die klassische Verwaltungslaufbahn. Doch dabei soll es aber nicht bleiben: Der sympathische Darmstädter bringt frischen Wind ins Beamtentum und schafft letztendlich auch für sich selbst ganz neue Perspektiven.

„Beamter in der Kreisverwaltung“ - Liest man diesen Jobtitel, stellt sich sofort ein bestimmtes Bild im Kopf ein. Eingefahren, leicht angestaubt mit krisensicherem Einkommen und wenig Bock auf Arbeit. Der 31-jährige Andy aus Darmstadt räumt auf mit diesen Vorurteilen. Seit nun mehr knapp neun Jahren ist er Beamter im öffentlichen Dienst, ist zuständig für Ausbildungsleitung, Personalentwicklung und Recruiting. Doch zurücklehnen und eine ruhige Kugel schieben – das ist nicht sein Plan. Der 31-Jährige hat Lust auf Neues, Lust auf Weiterbildung und Lust, etwas zu verändern – sowohl bei sich als auch bei anderen.
Normalerweise läuft Weiterbildung in seinem Bereich eigentlich über die Fachhochschule für Verwaltung, Andy hatte sich aber für einen unüblicheren Weg entschieden: Ein berufsbegleitendes Master-Studium in Human Resource Management an der FOM in Frankfurt. Aber wieso ein Studium, das auf die Arbeit in der freien Wirtschaft ausgerichtet ist? „Ich habe gemerkt, dass bestimmte betriebswirtschaftliche Ansätze dem öffentlichen Dienst ganz guttun würden. Das Verwaltungsdenken ist stark geprägt von Recht und Gesetzen – gerade im Personalbereich gibt es aber noch so viel mehr als das.“ Andy fehlen noch ein paar Credits und er muss eine Aufnahmeprüfung bestehen ehe er mit dem Master loslegen kann, ist dann aber ab Tag 1 mit voller Euphorie dabei und resümiert rückblickend: „Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber jeder einzelne Tag in diesen zwei Jahren war richtig toll für mich. Ich hatte ja nicht nur den Input der Dozenten aus der Privatwirtschaft, sondern auch den Austausch mit meinen Kommilitonen, die teilweise auch bei sehr großen, namenhaften Unternehmen beschäftigt waren. Die Kombination hat mir so viele interessante Einblicke gewährt, die ich sonst wohl nie bekommen hätte“.

 Best of both worlds

Andy bekommt die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen, entdeckt Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft. „Eine bestimmte Denkweise aus dem öffentlichen Dienst hat schon seine Berechtigung. Es muss zum Beispiel alles sehr genau zugehen. Schließlich geht es um Steuermittel, man hat also eine gesellschaftliche Verantwortung. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Personal die wichtigste Ressource einer Organisation– wer hier spart, spart letztendlich an der Leistung des Unternehmens.“  Und welche Arbeitsweise findet Andy nun ansprechender? „Was meine eigene Arbeitsweise betrifft, so habe ich, glaube ich, einen gesunden Mittelweg aus beiden Welten gefunden.“ Das kommt auch Andys Arbeitgeber zu Gute – und so legt sich auch die anfängliche Skepsis mancher Kollegen in der Verwaltung. „Mit dem neuen Hintergrundwissen, das ich hatte, konnte ich Personalprojekte natürlich ganz anders angehen. Ich habe daraufhin viel positives Feedback erhalten – dass es gut ist, dass hier mal anders gedacht wurde oder, dass andere Verfahren zum Einsatz gekommen sind.“

„Entwickeln kann man sich nur, wenn man auch mal etwas anderes sieht“

Nach Beenden seines Master Studiums wechselt Andy den Arbeitgeber. Nicht weil er unglücklich ist, sondern weil er ganz bewusst immer wieder neue Perspektiven sucht, um sich weiterzuentwickeln. „Gerade nach meinem Studium habe ich gemerkt, wie sich mein Denken in bestimmten Punkten sehr verändert hat. Ich vergleiche das immer gerne mit einem Juristen und einem Pädagogen. Beide haben auf ihre Art ihre Daseins-Berechtigung - beide haben aber auch eine komplett andere Sichtweise auf den gleichen Sachverhalt. Meine Juristen-Brille wurde sozusagen um den pädagogischen Aspekt ergänzt – das hat mir ganz neue Perspektiven eröffnet.“

„Ich möchte einen Sinn in meiner Arbeit sehen“

Heute ist Andy angekommen in seinem Beruf und verhilft wiederum anderen, es ihm gleich zu tun. „Menschen in ihrer Individualität zu sehen, ihre Stärken anzuerkennen und so zu fördern, dass sie in ihrem Beruf aufgehen und Spaß haben – das motiviert mich. Gleichzeitig bringt man so auch das Unternehmen  voran – es ist eine Win-Win-Situation und gibt meiner Arbeit Sinn.“

Drei Fragen an Andy

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Alles.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Höchstens meine Frau noch früher fragen, ob sie mich heiraten will. Ansonsten würde ich alles wieder genauso machen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

  • Durch die FOM habe ich den Blick in die Privatwirtschaft bekommen – das halte ich für wichtig, um den öffentlichen Dienst voranzubringen.
  • Die FOM ist sehr professionell aufgestellt. Ich hatte von Anfang an einen sehr positiven Eindruck und finde gut, dass ich von herausragenden Dozenten mit viel Praxiserfahrung lernen kann.
  • Die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren. Ich war ja bereits fest im Berufsleben angekommen und wollte keinen krassen Cut machen. Die flexiblen Vorlesungszeiten haben es mir ermöglicht, Beruf und Studium gut parallel unter einen Hut zu bekommen.

 

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