Ready, steady, GO!

Wie Marina es schafft, Leistungssport, Job, Studium und Startup unter einen Hut zu bekommen

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Marina es schon weit gebracht: Die mehrfache Medaillengewinnerin schafft es neben ihrer Leichtathletik-Karriere und 15 Stunden Training die Woche nämlich auch noch zu pauken, zu arbeiten und ganz nebenbei ein eigenes Start-up zu gründen. Ihr fragt euch, wie das alles funktionieren soll? Schließlich hat der Tag doch nur 24 Stunden? Marina hat uns erzählt, wie sie mit der Mehrfachbelastung umgeht.

Eine Sache ist sicher: Marina trifft man täglich im Stadion ihres Leichtathletikvereins in Köln an. Die Mittelstreckenläuferin trainiert sieben Tage die Woche – egal wie stressig der Tag war. Einst als Hobby angefangen, professionalisierte sich das Training und Umfeld aufgrund von sportlichen Erfolgen zügig. Mittlerweile blickt die Athletin auf 15 Jahre Leistungssport zurück. Sie kommt dabei nicht aus einer Wettkampfsport-orientierten Familie, sondern hat sich selbst für diesen Weg entschieden: „Meine Eltern schätzen zwar die tägliche Bewegung, haben aber selbst nie Leistungssport betrieben. Meine beiden Schwestern - welche ein ähnliches zeitliches Pensum bewältigen - und ich haben uns allerdings für den Leistungssport entschieden. Druck bekommen wir von zuhause auf keinen Fall - weder sportlich noch beruflich. Unsere Familie unterstützt uns bei unserem Werdegang. Lediglich unsere fürsorgliche Mutter möchte uns manchmal etwas zurückhalten, allerdings im positiven Sinne.“

„Erfolg und Spaß gehören bei mir zusammen!“

Einen Schritt zurückgehen kommt für Marina gerade nicht in Frage – im Gegenteil: Sie will hoch hinaus. Nach dem oftmals intensiven Training besucht sie noch Vorlesungen an der Hochschule, denn sie studiert „Business Consulting & Digital Management“ berufsbegleitend im Master. Ihr Arbeitgeber, eine Sportmarketing-Agentur in Neuss, unterstützt sie sowohl bei ihrer sportlichen als auch bei ihrer akademischen Laufbahn: „Mein Chef, selbst passionierter Sportler, unterstützt mich nicht nur mit Verständnis für meinen Werdegang, sondern auch bei der Arbeitszeiteinteilung. So habe ich die Möglichkeit zum Home Office und kann, wenn Wettkämpfe oder wichtige Trainings anstehen, meine Arbeitszeiten verschieben. Das sehe ich nicht als selbstverständlich an. Es ist wirklich toll, Zuspruch für meinen oftmals stressigen Alltag zu bekommen.“

Aber dieser Dreikampf aus Leistungssport, Job und Studium reicht Marina noch nicht. Aktuell befindet sie sich, gemeinsam mit ihrem Partner, auf der Zielgeraden ihrer Start-up-Gründung. Hier trifft Sportwissenschaft auf BWL: Movement Matters - eine Plattform für Personal Training, Neuro – Assessement und Academy. „Insbesondere das Neuroathletiktraining, welches in jüngster Vergangenheit mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat, bieten wir - neben einigen, wenigen Studios in ganz Deutschland - an.“ Er, als Sportwissenschaftler konzentriert sich auf den operativen Teil, sprich die Trainingsplangestaltung - und Periodisierung, Coaching, Assessements und vieles mehr. Marina fokussiert sich hingegen auf Marketing- und Managementaufgaben. „Wir ergänzen uns in unserer Expertise sehr gut. Mein Partner hatte schon immer den Wunsch, sich selbstständig zu machen und irgendwann waren wir uns einig, unsere Kompetenzen zu bündeln. Dabei ist die Idee mit Movement Matters entstanden.“

Vor dem Schritt in die Selbständigkeit fürchtet sie sich nicht. Beide haben noch Jobs, welche ihnen Sicherheit und Rückhalt geben. Natürlich erntet sie auch kritische Blicke, aber Marina möchte es einfach mal ausprobieren und sieht ihr gemeinsames Projekt auch als Lernprozess an: Im schlimmsten Falle habe ich etwas gelernt.“

 

Selbstreflexion motiviert!

Bei dieser Mehrfachbelastung gibt es natürlich auch Tage, die nicht so schön sind. „Da frage ich mich dann schon, ob alles ein bisschen viel ist. Aber diese Tage kennt wahrscheinlich jeder.“ Besonders kräftezehrend wird es zu Zeiten der Klausurenphase. Diese verläuft parallel zur Sommersaison, welche durch intensive Trainingseinheiten geprägt ist. „Oftmals sind es allerdings nicht die reinen Nettozeiten für Arbeit, Studium und Sport, die den Körper beanspruchen, sondern die fehlende Regenerationszeit. Der Leistungssport beansprucht viel Energie - physisch als auch psychisch. Die Kunst ist es, Arbeit, Studium und Sport zu verbinden und dem Körper trotzdem genügend Erholungszeit zu ermöglichen.“

Wenn es mal an Motivation mangelt, kann Marina auf ein tolles Umfeld zurückgreifen. „Ich habe sowohl im Sport als auch im alltäglichen Leben ein Umfeld, welches mich unterstützt. Insbesondere mein Partner findet oftmals aufbauende Worte.. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Eine weitere Motivationsstrategie der Studentin besteht darin, auf vergangene Meilensteine und Erfolge zurückzublicken: „In stressigen Zeiten verdrängt man manchmal, was man bereits geschafft hat. Dabei geht es gar nicht darum, sich in Selbstliebe zu verlieren. Dennoch kann es helfen, reflektiert auf vergangene Ereignisse zurückschauen. In den meisten Fällen findet man etwas, auf das man stolz ist. Daraus lässt sich Kraft und neue Motivation schöpfen.“

The future is now

Beruflich sieht Marina sich zukünftig in der Unternehmensberatung im Bereich Digitalisierung und Strategieberatung. „Wir befinden uns inmitten des digitalen Wandels. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell dahingehend nicht anpassen, werden es meiner Meinung nach in Zukunft schwer haben. Mein Opa sagt gerne „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Dass der Leistungssport allzeit einen so großen Teil der Athletin einnehmen wird, bezweifelt sie. Zwar wird sie immer einen aktiven Lebensstil führen, der Leistungssport, wie sie ihn bislang ausgeführt hat, wird es aber nicht mehr sein. „Schon jetzt ist es schwer, alles zu koordinieren. Wenn ich merke, dass ich meinen eigenen Leistungsanforderungen nicht mehr gerecht werde, muss ich eine Entscheidung treffen." Trotzdem möchte Marina diese Zeit niemals missen, denn der Sport hat sie Kompetenzen, wie Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Disziplin gelehrt, die ihr auch in ihrem weiteren Leben mit Sicherheit weiterhelfen werden.

Drei Fragen an Marina

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde alles genau so wieder machen. Auch wenn manche Tage endlos erscheinen, überwiegen die positiven Seiten. Studium, Job und Sport zu verbinden ist zwar eine große Herausforderung, aber machbar.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Manchmal denke ich darüber nach, wie es gewesen wäre, sich nur auf eine Sache konzentriert zu haben, sei es der Sport, der Job oder das Studium. Da hadere ich manchmal mit mir. Dennoch bin ich mir sicher, den richtigen Weg gewählt zu haben.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Der Praxisbezug! Theoretisches Wissen ist zwar essentiell, allerdings wird die Praktikabilität der Theorien und Modelle oftmals vernachlässigt. Deshalb schätze ich den Transfer von Theorie und Praxis an der FOM.

Das Präsenzstudium, aber ohne strikte Anwesenheitspflicht.

Die zeitliche Flexibilität. Dies erleichtert die Vereinbarung von Studium, Beruf, Sport und Selbstständigkeit ungemein.

 

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