Step Up

So schafft sich Christin über Umwege neue berufliche Perspektiven

Von Brandenburg nach Nordrhein-Westfalen. Von träge und unorganisiert zu motiviert und diszipliniert. Von der Rettungsdienstfahrerin zur Medizinpädagogin und Dozentin. Christins Leben hat so manche unvorhergesehene Wendung genommen. Denn sie trifft Entscheidungen am liebsten auf eine Weise: Frei aus dem Bauch heraus. „Wenn man das Gefühl hat, dass es die richtige Entscheidung ist, sollte man es einfach machen“, findet Christin. Dabei sollte in Karrierefragen allerdings die Richtung stimmen – und zwar nach Oben. Selbst wenn das ein berufsbegleitendes Studium mit 29 Jahren bedeutet.

„Abitur und jetzt?“ – diese Frage stellen sich viele Abiturientinnen und Abiturienten. Christin gehört nicht zu ihnen: Sie weiß, sie will Medizin studieren und Ärztin werden. Der Haken an der ganzen Geschichte? Der Numerus Clausus. „Ich war vor dem Abi unorganisiert, faul und unordentlich und das hat sich leider auch in meinen Noten gezeigt“, gesteht Christin. Also setzt sie darauf, Wartesemester zu sammeln. Sie beginnt irgendein Studium in ihrer Heimatstadt in Brandenburg und arbeitet nebenbei als Rettungssanitäterin. Im Gegensatz zu ihrem Studium, das sie kurz darauf abbricht, fühlt sie sich im Rettungsdienst ganz in ihrem Element. Sie durchläuft verschiedene Ausbildungsstufen in Hessen und in NRW. Heute lebt sie seit nun mehr drei Jahren in Aachen und hat eine neue Heimat gefunden. „Als ich damals angekommen bin und vor dem Dom stand, habe ich mich sofort zuhause gefühlt."

„Für mich war klar: Da muss nochmal etwas on top kommen!“

Und noch eine Entscheidung macht Christin glücklich: Statt dem Medizinstudium hinterherzutrauen, entdeckt sie neue Perspektiven für sich: Seit einem Jahr arbeitet sie als Dozentin an einer Rettungsdienstschule. Parallel zur Lehrtätigkeit, studiert sie den Bachelor-Studiengang "Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik" an der FOM Hochschule. Statt Wartesemestern sammelt Christin nun Wissen und Skills, die sie beruflich weiterbringen. „Nach fast zehn Jahren mit insgesamt 16 Wartesemestern wollte ich einfach nicht mehr abwarten. Ich wollte aber auch nicht weiter Vollzeit im Rettungsdienst arbeiten. Für mich war klar: Da muss nochmal etwas on top kommen. Wenn nicht Medizin, dann eben Medizinpädagogik." Christin hat sich für ein Hochschulstudium neben dem Vollzeitjob als Dozentin aufgrund der Ausführungsbestimmungen des Notfallsanitätergesetzes entschieden. Denn diese geben vor, dass Dozierende, die als Lehrende arbeiten möchten, einen pädagogischen Hochschulabschluss benötigen. Und „Lehrerin will ich auf jeden Fall werden“, erzählt sie uns. Wie sie an die FOM gekommen ist? „Die anderen Lehrkräfte in der Rettungsdienstschule studieren fast alle. Das hat mich angespornt, mich ebenfalls nach einem Studium umzusehen“. Schließlich ist es ihr Chef, der sie auf die FOM Hochschule aufmerksam macht. „Ich habe mir das Angebot angeschaut und mich direkt angemeldet. Das ist jetzt zwei Semester her“, lächelt sie.

„Dass ich das mache, was mir Spaß macht, ist die größte Motivation“

Vor dem Abi noch unorganisiert und unmotiviert, ist Christin inzwischen ein echtes Organisationstalent. Denn anders würde sich ihr Alltag zwischen Vollzeitjob, Studium, Semestersprecherin und Schichten beim Rettungsdienst kaum bewältigen lassen. „Ich time alles bis ins kleinste Detail und bin sehr penibel mit meinem Zeitplan geworden“, schmunzelt Christin. „Dass ich das mache, was mir Spaß macht, ist der Knackpunkt an der Geschichte und die größte Motivation. Habe ich mal einen schlechten Tag, halte ich mir vor Augen, wofür ich das alles mache. Ich will etwas bewirken. Ich will, dass irgendjemand später zurückschaut und denkt `das habe ich von DER gelernt´."

Erste Akademikerin in der Familie

 Neben der Leidenschaft für ihren Beruf ist es auch ihre Familie, die Christin anspornt. „Ich möchte die Erste in der Familie sein, die einen Studienabschluss macht. Ich komme sozial nicht aus den stärksten Verhältnissen und möchte irgendwann sagen können: Hey Leute, ich hab‘s da rausgeschafft und zwar ganz alleine! Ich habe meine Karriere und mein Leben auf die nächste Stufe gehoben“. Diese Zielstrebigkeit bewundern auch ihre kleinen Geschwister an ihr. Für sie ist Christin ein Vorbild, das ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Begeisterungsfähigkeit kann Grenzen sprengen

Ihr bester Rat? „Um deine Ziele zu erreichen und die Zukunft zu erschaffen, die du dir wünschst, musst du etwas finden, das dich motiviert. Das muss etwas ganz Eigenes, Persönliches sein. Und wenn du diese eine Sache gefunden hat, dann läuft der Rest quasi von alleine. Begeisterungsfähigkeit ist eine der wichtigsten Eigenschaften, wenn man sich beruflich weiterentwickeln und neue Perspektiven schaffen will“.

Drei Fragen an Christin

1. Was würdest du genau so wieder machen?

„Ich würde jederzeit meine Entscheidungen wieder aus dem Bauch heraus treffen und nicht aus Vernunft. Wenn du das Gefühl hast, dass es die richtige Entscheidung ist: machen. Einfach machen!“

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

„Einerseits würde ich mich im Abi mehr anstrengen, um vielleicht doch Ärztin zu werden. Andererseits bin ich echt glücklich mit dem, was ich gerade beruflich mache. Und immer, wenn ich doch etwas wehmütig werde, denke ich mir: `Vielleicht wäre ich nur eine mittelmäßige Ärztin geworden, aber ich weiß jetzt schon, dass ich eine gute Lehrerin bin´. Und dann ist diese Wehmut auch ganz schnell wieder verflogen“.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

  • Hochschulzentrum direkt vor der Haustür
  • Das berufsbegleitende Zeitmodell hat mich angesprochen.
  • Alles ist sehr gut organisiert. Falls doch mal etwas nicht klappt und ich das als Semestersprecherin anspreche, wird es schnell angepasst.

Du kannst     
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