Vom Laufsteg in den Hörsaal

Erst Topmodel, dann Bachelor-Studentin – Sayana Ranjan lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. 2019 erreichte sie als erste Tamilin den zweiten Platz beim Finale von Germany's Next Topmodel. Ein Jahr später begann sie ihr Bachelor-Studium an der FOM in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Eine junge Frau, die weiß was sie will und nicht vorhat, auf einen ihrer zahlreichen Träume zu verzichten.

Ich bin zielstrebig und ehrgeizig; auch in meinen jungen Jahren habe ich meine Ziele immer sehr hoch gesetzt.

Wenn es eine Sache gibt, von der Sayana Ranjan keine Ahnung hat, dann ist es aufgeben. Als sie sich nach ihrem Abitur bei Germany’s Next Topmodel bewarb, tat sie das mit einer klaren Mission: „Mein Ziel war immer, bis zum Finale zu kommen und natürlich dann auch Germany’s Next Topmodel 2019 zu werden.“ Nun hat das leider nicht ganz gereicht. Am Ende machte Simone Kowalski das Rennen auf dem Laufsteg. Aber sieht sie sich als Verliererin? Kein bisschen. „Das Ding ist: Ich habe jede Sekunde mitbekommen. Bis zuletzt habe ich alles miterlebt. Es ist schade, dass es nicht ganz gereicht hat, aber es hat mich nicht fertiggemacht.“ Dafür hätte es auch keinen Grund gegeben – nach der Staffel war sie nicht nur als Gewinnerin der Herzen bekannt, sondern konnte durch die mediale Aufmerksamkeit einen Fuß in die Modelbusiness-Tür setzen. Sayana wird regelmäßig für Auftritte gebucht: Mit gerade mal Anfang 20 hat sie es geschafft, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Meine Energiesäule ist meine Mutter. Sie ist die Person, die mich runterbringt, egal wie ich gerade drauf bin.

Als Tochter einer Sri-Lankerin und eines Inders wurde Sayana in die tamilische Community geboren. Das Volk der Tamilen ist größtenteils in diesen zwei Ländern ansässig und lebt ortsunabhängig seine eigenen Traditionen aus. Mit dem Weg, den sie einschlug, stellt sie für viele junge Tamilinnen ein Vorbild dar. Ihre Religion, den Hinduismus, würde sie niemals für ihren Beruf zurückstellen – aber das muss sie auch nicht. Dennoch gibt es viele kulturelle Erwartungen, mit denen Frauen dieser Kultur immer wieder zu kämpfen haben. So strebte sie nicht ganz ohne Bedenken ihren Traumberuf an, aber sie wurde dabei immer von ihren Eltern unterstützt. Sie sind die größten Befürworter für ihren Weg in die Modelbranche. Heute muss sie lachen, wenn sie sich daran erinnert, wie ihr Vater sie schon damals motivierte: „Er war derjenige, der meinte: 'Melde dich bei Germany’s Next Topmodel an.' Aber da war ich erst 14!“ Weil sie ihre Bildung immer ernst genommen hat, ließ ihre Teilnahme noch ein bisschen auf sich warten. Dennoch merkt man, dass der Ehrgeiz, für ihre Träume zu kämpfen, ihr in die Wiege gelegt worden ist. Vor allem ihre Mutter hat sie inspiriert: „Meine Mutter hat damals auch gemodelt. Sie war die Erste in ihrer Stadt, die eine Jeanshose getragen hat.“ Heute zählen zu ihren Vorbildern neben ihrer Mutter und Heidi Klum auch die indischen Schauspielerinnen Priyanka Chopra und Deepika Padukone, die international bekannt sind.

Mit Lehrbuch unterm Arm zum Shooting

Bei all der Arbeit, die sie in das Modelbusiness gesteckt hat, mag sich der ein oder andere fragen, warum Studieren überhaupt noch auf Sayanas To-Do-Liste steht. Dazu sollte man wissen, dass sie ihr damaliges Studium für die Castingshow unterbrochen hatte. Ihr war aber immer klar, dass Weiterbildung und Job sich niemals ausschließen sollten. Eine Ansicht, die sie mit der FOM teilt. Über ihren Freundeskreis hörte sie von dem berufsbegleitenden Studienangebot und den Strukturen der Hochschule und war nach ein wenig Recherchearbeit überzeugt. 2020 begann sie ihr Bachelor-Studium in "Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie". Die Entscheidung ließ nicht wenige in ihrem Umfeld stauen: „Viele waren tatsächlich sehr überrascht und meinten: 'Wie schaffst du das alles?' Aber irgendwann haben sie es akzeptiert.“ Und auch wenn sie trotz ihres Jobs viel unterwegs ist, hat sie felsenfest vor, das Studium durchzuziehen. Auch, wenn wegen der Corona-Pandemie aktuell alle Vorlesungen nur online stattfinden, geht das Studium doch ohne Probleme weiter. Sayana berichtet begeistert von der schnellen Reaktion der Hochschule auf die neuen Umstände: „Die FOM hat wirklich rasch reagiert und auf ein digitales Studium umgestellt. Als andere Hochschulen noch im Umstellungsprozess waren, hatte ich schon meine erste Klausurenphase durch.“

 

Sayana ist nicht zu bremsen. Bei den Anforderungen, die ein Studium mit sich bringt und den Erwartungen, denen sie in ihrem Beruf gerecht werden muss, holt sie sich ihren Ausgleich über ihre Religion und durch Sport. Sie ist ein Beispiel dafür, dass jeder, der bereit ist hart zu arbeiten, seine Träume verwirklichen kann. Nach dem Studium will sie erst recht durchstarten. In zehn Jahren sieht sich die Grevenbroicherin mit Kindern auf dem Schoß ihr eigenes Unternehmen führen. Sie denkt nicht daran, dafür ihr Leben vor der Kamera zu opfern: „Ich glaube, ich würde nebenbei trotzdem modeln. Das könnte ich mir schon vorstellen, weil das Modeln einfach meine Leidenschaft ist.“ Und auch wenn noch nicht genau feststeht, wo sie ihr Leben noch hinführt, ist eines sicher: Mit dem Studienabschluss an der FOM, stehen ihr viele Türen offen!

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