Vom „Problem-Schüler“ zum Geschäftsführer

Wie Maximilian neu durchstartet

Von Beruf war er Sohn. Maximilian wird in eine wohlhabende Unternehmerfamilie geboren – es fehlt ihm an nichts. Außer an einer Vision für die eigene Zukunft. Wie schwer es ist, auf eigenen Beinen zu stehen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, lernt er auf die harte Tour. Mit dem Tod seines Vaters wird er völlig unvorbereitet zum Firmennachfolger. Während alle Augen gespannt auf ihn gerichtet sind und bereit, ihn scheitern zu sehen, setzt bei Maximilian plötzlich ein Umdenken ein.

Schaut man in die Vergangenheit von Maximilian, so könnte der Kontrast zu heute größer kaum sein. Keine zehn Jahre ist es her, da verbringt der damals Mitte Zwanzigjährige seine Freizeit am liebsten Party-machend in fancy Clubs. Um seine Zukunft muss er sich keine Sorgen machen - finanziell geht es Maximilian gut. Sehr gut sogar. Seine Eltern leiten in zweiter Generation ein erfolgreiches Bauunternehmen. Er wächst mit einem strengen Vater auf, der ihm gleichzeitig aber auch einiges durchgehen lässt. „Zuckerbrot und Peitsche war ein bisschen das Motto meiner Erziehung“, erinnert sich Maximilian. „Mein Vater war sehr konservativ, hatte eine klare Vorstellung, wie die Dinge zu laufen haben.“ Dieser Vorstellung wiedersetzt sich Maximilian ganz bewusst: Er rebelliert in der Schule und legt sich immer wieder mit Lehrern und Vorgesetzen an. „Der Moment, als ich endlich mein Abitur in den Händen hielt, war für meinen Vater wichtiger als für mich. Ich glaube, er war nie stolzer auf mich als in diesem Augenblick.“

„Bis zum Tod meines Vaters habe ich nichts wirklich ernst genommen“

Mit dem Abi in der Tasche, beginnt Maximilian ein Studium zum Bauingenieur. Halbherzig und ohne wirkliche Motivation, studiert er das, was von ihm als Sohn eines Bauunternehmers erwartet wird. „Spaß hat mir das nicht gemacht und ehrlich gesagt, wirklich oft hat mich die Uni auch nicht gesehen“, erinnert sich Maximilian. Schlagartig ernst wird die Situation jedoch, als sein Vater 2011 plötzlich verstirbt und Maximilian völlig unvorbereitet in die Position des geschäftsführenden Gesellschafters katapultiert wird. „Dass ich einmal die Nachfolge meines Vaters antreten werde, stand schon immer fest. Ich habe zwar auch eine ältere Schwester, aber mein Vater war da leider sehr patriarchalisch unterwegs.“

Im Moment der tiefsten Trauer steht Maximilian gleichzeitig vor der Herausforderung, das Familienunternehmen in dritter Generation zu übernehmen und, entgegen der Meinung vieler, nicht gegen die Wand zu fahren. „Das war wirklich eine sehr schwierige Zeit. Viele Menschen haben sich von mir abgewandt – Kunden sind abgesprungen, Mitarbeiter haben die Firma verlassen, als sie davon erfahren haben. Die, die nicht abgesprungen sind, haben jeden meiner Schritte skeptisch beobachtet und waren darauf eingestellt, dass ich es versaue.“ Wie geht man mit diesem enormen Druck um? „Ehrlich gesagt, glaube ich, dass ich genau das gebraucht habe. Die Skepsis der Leute hat mich angespornt, es allen zu zeigen.“

„Ich wollte den anderen und mir selbst beweisen, dass ich es doch kann!“

 

Planlos im Chefsessel - wie funktioniert das? Maximilian ist ein pragmatischer Typ. Womit er im klassischen Schulsystem oft angeeckt ist, kommt ihm jetzt zu Gute. Mit seiner Hands-On-Mentalität konzentriert er sich auf die „Big Rocks“, nutzt das Wissen von langjährigen, geschätzten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und zieht diese zur Beratung hinzu. Seine Mutter, seine Schwester und seine Stiefmutter spielen gerade am Anfang eine wichtige Rolle und stehen ihm auch heute noch mit Rat und Tat zu Seite. Seine unkonventionelle Art unterscheidet sich in vielen Punkten von den konservativen Strukturen des Vaters. „Ich habe meinen eigenen Stil in jedem Fall einfließen lassen. Wir haben flache Hierarchien und eine Open Door Policy. Ich mag den Kontakt zu Menschen und bin für jeden erreichbar. Anfangs habe ich sogar jedem meine private Handynummer gegeben – das musste ich dann allerdings wieder sein lassen, weil es doch etwas zu viel wurde“, schmunzelt Maximilian. Vorstellbar, denn heute trägt er Personalverantwortung für mehr als 100 Mitarbeiter und deren Familien. Immer unterstützt durch seine rechte Hand, seine Assistentin. Ständig werden von dem Mitte Dreißigjährigen Entscheidungen verlangt, doch nicht alle kann er direkt alleine treffen: „Zu Beginn hatte ich noch einen kaufmännischen Leiter. Ihm habe ich alles gegeben, worauf ich selbst keine Lust hatte und so natürlich nichts gelernt. Also habe ich irgendwann beschlossen, selbst tätig zu werden und mir das Wissen anzueignen, das ich dafür brauche.“

„Auf meiner Visitenkarte stand zwischen den Zeilen ‚Er hats halt nur geerbt‘“

 

Maximilian schreibt sich zum Bachelor-Studium „Business Administration“ an der FOM Hochschule ein. Damit schließt er nicht nur seine Wissenslücken im kaufmännischen Bereich, sondern erfüllt sich auch einen lang gehegten Traum: Endlich ein akademischer Abschluss. Und endlich in dem Fach, das ihn wirklich interessiert. Gleichzeitig möchte er allen Zweiflern, die in ihm nur den „glücklichen Erben“ sehen, etwas entgegensetzen. Als er seine Abschlussthesis erfolgreich abgegeben hat, ist nicht nur er stolz: „Es war schön zu sehen, wie mich das gesamte Team unterstützt hat. Für mich als ehemaliger, „Problem-Schüler“ war es nicht einfach, mich so tief in eine theoretische Materie reinzuarbeiten. Aber ich hab’s geschafft – das war ein tolles Gefühl!“ So toll, dass Maximilian den Master in „Wirtschaftspsychologie“ gleich noch hintendran hängt.

Wenn er heute zurückschaut, bereut er nichts. Der Tod seines Vaters war für ihn ein schmerzlicher, aber notwendiger Neuanfang in ein Leben mit mehr Verantwortung und mehr Pflichten. Aber auch mit mehr Sinn und Tiefgang.

Drei Fragen an Maximilian

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Feiern in der Jugend. (lacht)

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Es klingt jetzt vielleicht seltsam, aber ich glaube ohne den Tod meines Vaters hätte ich mich niemals zusammengerissen. Es war mein Unglück und Glück zugleich und es ist alles so gekommen, wie es kommen musste.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Gruppengröße ist ideal zum Lernen.

Die Dozenten sind greifbar und unterrichten praxisnah.

Die Ausstattung: Das Schulungszentrum ist sehr ansprechend gestaltet, sodass man gerne hingeht.

 

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