Work-Life-Balance

Finde deinen Ausgleich

Hattest du schon einmal das Gefühl, dein Arbeitsleben sei nicht im Einklang mit deinem Privatleben? Wo fängt das eine überhaupt an und wo hört das andere auf? Der Begriff der „Work-Life-Balance“ spaltet schon seit geraumer Zeit die Gemüter. Wir verraten dir, was dahinter steckt und wie du mit fünf einfachen Tricks mehr Balance in deinen Alltag bringst.

Don't confuse having a career, with having a life.

Hillary Clinton

Eine bekannte Situation in vielen deutschen Büros: Es bleiben nur noch wenige Tage bis zu einer wichtigen Präsentation beim Kunden. Die Kollegen sind angespannt, schon seit einer Woche geht niemand mehr pünktlich nach Hause und zu allem Überfluss wirft der Chef kurz vor der Deadline das Konzept noch einmal komplett über den Haufen. In so einer Situation kommt schon mal die Frage auf: „Wofür tue ich mir den Stress überhaupt an?“ Und doch steht man am nächsten Tag wieder auf und gibt sein Bestes.

Auch wenn das geschilderte Szenario wahrscheinlich vielen bekannt sein dürfte, ist aber zum Glück eher die Ausnahme. Und genau hier setzt die Work-Life-Balance an: Per definitionem ist damit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen gemeint. Das heißt Überstunden und stressige Phasen können zwar vorkommen, sollten jedoch nicht zur Regel werden und es bleibt immer noch genügend Raum für ein erfülltes Privatleben.

Arbeit und Leben als Gegensätze?

Der Begriff der Work-Life-Balance wurde zum ersten Mal in den 90er Jahren so richtig bekannt und sollte zu mehr Zufriedenheit im Arbeitsleben führen. Die ursprüngliche Idee war eine klare Trennung von Arbeit und Privatleben. „Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps“, lautet eine alte Volksweisheit mit ähnlicher Bedeutung. Allerdings wird jetzt, gut 20 Jahre später, deutlich, dass diese strikte Aufteilung immer schwieriger wird – besonders in Zeiten von Digitalisierung und flexiblen Arbeitsweisen.

Ein Problem des Begriffs ist die Einteilung in Extreme. Arbeit bekommt oftmals die Rolle einer nötigen, aber ungeliebten Beschäftigung. Das Privatleben hingegen scheint Kern aller Muße und Entspannung zu sein. Doch Hand aufs Herz - das würden viele nach einem Wochenende auf einer mehrtägigen Familienfeier mit der entfremdeten Großtante vielleicht etwas anders sehen. Auch der Ehrgeiz beruflicher Weiterentwicklung, der Zusammenhalt eines Teams oder das ernsthafte Interesse am Job sind Aspekte, die sich durchaus auch positiv auf die menschliche Psyche auswirken.

Schwarz-Weiß-Denken

Es gibt also weder schwarz noch weiß. Was bleibt, ist eine Vielzahl von anderen Tönen, aus denen sich unser Leben zusammensetzt. Das berufliche, wie auch das private. Und dabei setzt nicht jeder die gleichen Maßstäbe. Du hast vielleicht andere Prioritäten und andere Ansprüche an dich selbst, als deine Kollegen - und das ist völlig in Ordnung. Niemand sollte sich schlecht dafür fühlen, dass er oder sie gerne arbeitet und die nächste Stufe der Karriereleiter erklimmen möchte.

Dasselbe gilt aber auch für diejenigen, die diesen Ehrgeiz nicht besitzen und denen die Zeit mit Familie und Freunden wichtiger ist als die berufliche Laufbahn. Keines dieser Lebensmodelle ist besser oder schlechter als das andere - was zählt ist die persönliche Balance. Der Begriff der Work-Life-Balance ist damit im Grunde überholt. Denn er impliziert, dass die individuellen Unterschiede die uns Menschen ausmachen, mit Kategorien wie richtig oder falsch zu bewerten seien. Diese vereinfachte Anschauung wird der Komplexität des Lebens natürlich nicht gerecht.

Work-Life-Blending als neuer Trend

Durch die Flexibilität einer digitalen Arbeitswelt, sind viele Angestellte mittlerweile ständig erreichbar und beantworten auch aus dem Urlaub oder nach Feierabend noch Mails. Klingt im ersten Moment eher negativ – tatsächlich bringt diese Entwicklung aber auch Vorteile mit sich: Viele Arbeitgeber ermöglichen eine freiere Zeiteinteilung und die Arbeit von Zuhause, was beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert. Statt ein ausgeglichenes Verhältnis zweier Seiten – Arbeit und Freizeit – anzustreben, geht es mittlerweile viel mehr um einen fließenden Übergang. Die beiden Bereiche gehen zwar ineinander über – sorgen so idealerweise aber für weniger Stress, indem private Angelegenheiten auch mal während der Arbeitszeit geregelt werden können, sollte etwas Wichtiges anstehen und umgekehrt.

Arbeit dient letztendlich nicht nur dazu deinen Lebensunterhalt zu verdienen – sie kann sich auch positiv auf deine Gesundheit auswirken. Beruflicher Erfolg kann nachweislich zu mehr Zufriedenheit, Entspannung und einem höheren Selbstvertrauen führen. Auch die Routine, die durch eine regelmäßige Tätigkeit entsteht wirkt sich positiv auf die menschliche Psyche aus.  Ausschlaggebend sind Komponenten wie Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an einer Gemeinschaft. So entstehen Freiräume für Kreativität und die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

Unternehmen können durch die Gestaltung von internen Prozesse,  Rahmenbedingungen und Firmenkultur aktiv zum Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter beitragen. Es sollte jedoch niemand alleine seinen Arbeitgeber für eine gelungene Balance in seinem Leben verantwortlich machen. Zwar können Flexibilität im Beruf und Ausgleichsangebote dabei helfen – am Ende liegt es jedoch auch in deinen eigenen Händen, deine Freizeit aktiv zu gestalten.

5 Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Du bist auf der Suche nach ein bisschen mehr Balance zwischen Work und Life? Diese fünf Tipps und Sichtweisen helfen dir dabei den Ausgleich zwischen Job und Privatleben besser zu meistern.

Facetten des Lebens: Dein Leben besteht nicht nur aus Arbeit: Familie, Freunde, Hobbies und deine eigene Gesundheit spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Der Filmabend mit Freunden und der Gang ins Fitnessstudio verdienen daher ebenso einen Platz in deinen Kalender wie Meetings und Telkos. Behandle deine privaten Dates mit der gleichen Priorität wie geschäftliche Termine. So hältst du sie sicher ein und sorgst für die nötige Abwechslung im oft stressigen Berufsalltag.

Digital Detox: Ob die Beschäftigung mit sozialen Netzwerken ein großer Teil deines Berufsalltags ist oder nicht – es empfiehlt sich bewusste Ruhephasen zu schaffen. Einfach mal das Smartphone beiseitelegen und für eine bestimmte Zeit nicht erreichbar sein. Nimm dir beispielsweise vor ab 20 Uhr keine Mails mehr zu lesen - so kommst du entspannter ins Bett.

Halte dich fit: Diesen Tipp hörst du sich nicht zum ersten Mal, doch man kann ihn nicht zu oft anbringen. Tu hin und wieder etwas für deinen Körper, besonders wenn du in deinem Job hauptsächlich sitzt. Nicht nur auf deinen Körper wirkt sich regelmäßige Bewegung positiv aus – auch dein Geist profitiert davon. Finde einen Sport der dir Spaß macht und die Überwindung wird direkt leichter!

Setze Prioritäten: Es geht nicht darum, dass alle Bereiche deines Lebens gleich stark ausgeprägt sind oder die gleiche Aufmerksamkeit erhalten – das betrifft nicht nur Arbeit und Freizeit. Versuche vielmehr die Verteilung von Aufmerksamkeit und Energie ganz bewusst und nach deinen Wünschen zu gestalten. Work smarter, not harder!

Sieh nicht schwarz oder weiß: Manche rufen laut danach, dass es erlaubt sein sollte, sich auch mal gehen zu lassen – anderen streben nach konstanter Selbstoptimierung. Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist nur, dass du den Weg findest, der sich für dich richtig und gut anfühlt.

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