„Zukunft ist, was du draus machst“

Naomi gestaltet nicht nur ihre eigene Zukunft

„Hypermotiviert, ehrgeizig und schnell unterfordert“ – so beschreibt sich Naomi. Die 24-Jährige leitet gemeinsam mit einer Studienkollegin von der FOM ihr eigenes Tech-Start-up und schafft Lösungen für das Belegsystem der Zukunft. Für ihre eigene Zukunft wünscht sie sich vor allem eins: Immer neue Herausforderungen und Abwechslung. Wie Naomi zur Gründerin und Führungskraft wurde, hat sie uns im Interview erzählt:

Wenn man mit Naomi spricht, wird schnell klar: Sie ist keine gewöhnliche junge Frau. Mit ihren Mitte Zwanzig wirkt sie sehr selbstsicher, reflektiert - weiß genauestens um ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Trotz ihrer beachtlichen Erfolge, die sie vorzuweisen hat, ist sie kritisch – hinterfragt ihr eigenes Handeln und überlegt, was in Zukunft noch besser geht. „Ich bin tatsächlich eher Pessimistin“, gibt sie schmunzelnd zu. „Meine Geschäftspartnerin ist genau das Gegenteil – wir ergänzen uns gut.“ Ihre Geschäftspartnerin ist Naomis ehemalige Kommilitonin Katrin. Die beiden haben sich während ihres Business Administration-Studiums an der FOM kennengelernt und auf Anhieb blendend verstanden. Nicht nur die Freundschaft zwischen den beiden Studentinnen beginnt zu wachsen – auch ihre Geschäftsidee beginnt mehr und mehr Gestalt anzunehmen: Elektronische Kassenbelege.

Digital statt normal

„Ich habe nach dem Abi erstmal eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Katrin ist gelernte Finanzassistentin. Wir kommen also beide aus einem Umfeld, wo Belege immer eine große Rolle gespielt haben. Wir haben ein Problem erkannt, das wir lösen wollten.“ Geboren war die Idee zu „Bill.less“ – eine App für digitale Kassenbelege und die zwei jungen Frauen plötzlich Gründerinnen. Das alles passiert während Naomis Studium an der FOM (neben Business Administration studiert sie nach einem Jahr auch noch parallel Wirtschaftspsychologie) und ihrem Job in einer Unternehmensberatung. Was sich heute liest, wie die Erfolgsstory einer Überfliegerin, hat Naomi früher jedoch einiges abverlangt. „In der Schule musste ich ganz schön kämpfen, um gute Noten zu bekommen. Ich habe mir wirklich schwer damit getan. Vielleicht hat mich das motiviert, etwas mehr Gas zu geben als andere.“ Ihre einstige Schwäche hat Naomi gekonnt zur Stärke gemacht.

Learning by doing

Naomi wirkt sehr authentisch und gefestigt in ihrer Art. Sie spricht offen und ehrlich – auch über die nicht so schönen Seiten der Selbstständigkeit. Ob sie schon immer den Wunsch hatte zu gründen? „Nein, eigentlich nicht. Ich bin beruflich eher der Sicherheitstyp. Davor habe ich in der Unternehmensberatung gearbeitet und war dort auch ganz zufrieden. Ich habe es vor allem gemocht, regelmäßig mein festes Gehalt zu bekommen.“ Die Sicherheit und das feste Gehalt hat Naomi eingetauscht: Gegen Freiheit und persönliches Wachstum. Sie kann sich selbst sehr gut einschätzen – weiß genau, was sie braucht, um beruflich glücklich zu sein: „Ich bin sehr ehrgeizig und schnell unterfordert. Daher brauche ich einen Job, der abwechslungsreich ist und bei dem ich jeden Tag etwas Neues lerne.“ Die Tätigkeit als Gründerin bietet ihr genau das. Mittlerweile haben Naomi und Katrin Personalverantwortung für acht Mitarbeitende. Jeder neue Tag hält Dinge bereit, die die beiden vorher noch nie gemacht haben. Das ist manchmal anstrengend, aber auch spannend: „Ich mag die Dynamik! Jede Mail, jeder Anruf kann eine Veränderung bedeuten und uns einen großen Schritt weiterbringen. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade nicht nur viel für den Job, sondern auch fürs Leben lerne.“

Female Founder

Um Investorengelder zu sichern, pitchen sie ihre Geschäftsidee regelmäßig bei Start-up Events. Oft sind die beiden die einzigen Frauen auf den Veranstaltungen. „Die Gründerszene ist überwiegend männlich. Man muss definitiv härter arbeiten bei der Investorensuche.“ Und wie fühlt sich das an, mit Mitte 20 solche wichtigen Investorengespräche zu führen? „Gewöhnungsbedürftig, wobei man sich eigentlich nie wirklich daran gewöhnt!“, lacht Naomi. „Es ist eigentlich schlimmer als in der ‘Höhle der Löwen’. Man muss sich minutiös vorbereiten - sie wollen ALLES wissen. Es erfordert auf jeden Fall eine gewisse mentale Stärke, dem Druck standzuhalten, wenn alle Augen und Ohren auf dich gerichtet sind.“

Wer so viel Power hat, muss seine Batterien regelmäßig aufladen. Was macht Naomi, um zwischendurch mal abzuschalten? „Da bin ich leider richtig schlecht drin“, gibt sie zu. „Gut essen und schlafen sind zurzeit eigentlich am wichtigsten für mich, um Kraft zu tanken. Und ich schlafe meistens nur fünf Stunden“, lacht Naomi. „Aber Zeit für Kaffee und ein bisschen Sport am Morgen muss schon sein – und ich versuche auch wirklich, mich zu bessern und mir mehr Zeit für Freunde und Freizeit zu nehmen.“

Drei Fragen an Naomi

1. Was würdest du genau so wieder machen?

Ich würde in jedem Fall wieder neben dem Job gründen – einfach aus finanziellen Gründen. Und ich würde jederzeit wieder zusammen mit Katrin gründen.

2. Was würdest du auf jeden Fall anders machen?

Wenn ich neu starten könnte, würde ich wahrscheinlich erst mal einen Realschulabschluss machen, statt mich durchs Gymnasium zu quälen.

3. Was sind deine drei Gründe für ein Studium an der FOM?

Die Möglichkeit des Dualen Studiums: So konnte ich schon währendes der Ausbildung mit dem Studium beginnen – das hat viel Zeit gespart.

Die Kombination aus Praxis und Theorie: Ich bin ein „Hands-On“-Typ und lerne leichter, was ich gleich anwenden kann.

Die Flexibilität: Ich konnte mir die Studieninhalte selbst zusammenstellen.

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